via ruhrbarone.de
Heute ist für mich ein sehr bewegender Tag. Krieg, Anschläge, die Taliban – und andere Bilder von Afghanistan lassen mich nicht ruhen. Spätestens dann, wenn das Treiben im fernen Afghanistan die eigene Familie betrifft, ist das was dort geschieht ganz nah, beinahe greifbar.
Der Freund meiner Schwester wird die nächsten Tage in das vom Krieg gebeutelte Land fliegen. Letzte Umarmungen werden ausgetauscht, Mutmachende Worte gesprochen – und dann geht es auf in die Kaserne. Briefe schreiben wird zu dieser Zeit wieder aktuell und das tägliche Kontakte pflegen via Internet fast unvorstellbar.
Das Kölner Filmhaus zeigt jedoch auch andere Seiten von Afgahnistan. Seit 2006 gibt es, wie beinahe in jedem Land, die Castingshow “Afghan Star”. Die Castingshow feiert einen riesen Erfolg mit zahlreichen Zuschauern. Via SMS stimmen die Afghanistan Zuschauer ab, wer eine Runde weiter kommt. Klingt normal? Ja für uns schon. In Afghanistan, ein Land welches unter der radikal islamistischen Herrschaft der Taliban steht – war Musik fast komplett verboten und galt als unmoralisch.
Die Castingshow ist deshalb für die Menschen in Afghanistan eine kleine, aber wichtige Revolution in den Medien. Es können Männer sowie Frauen teilnehmen. Schiiten, sowie Sunniten sind willkommen. Das Publikum entscheidet demokratisch.
Die Dokumentation über dieses Thema wird gerade im Kölner Filmhaus gezeigt. Durch den großen Erfolg dieser Show wird vor allem eines deutlich: vor allem die jungen Generationen sehnen sich nach Ablenkung und stehen zwischen der Tradition und der aufkommenden Moderne in diesem Land.






