Mon Ami

Jeder Mensch hat so sein Wohnzimmer, oder wünscht es sich. Da mache auch ich keine Ausnahme, ich habe zwei. Eines daheim, das andere befindet sich seit längerem außerhalb der eigenen vier Wände, unweit der Mariahilferstraße in Wien in der Theobaldgasse.

Im Wohnzimmer ist man daheim, weil, so will es die Definition, es sich als Privatraum vor allem für Menschen eignet, mit denen man sich wohl fühlt. Mein wiener Wohnzimmer – lieber Freund und da sind Freundinnen mit eingeschlossen – heißt Mon Ami. Untertitel: Hunde- und Katzenpflege. Letzteres bedarf der Klärung, denn weder bin ich Katze noch Hund, noch ihresgleichen Halter.

Die Aufgabe der Seelen und Fellpflege für Vierbeiner, das nämlich war die vorrangige Tätigkeit im Mon Ami bevor es Mon Ami und folglich eben nur „Hunde- und Katzenpflege“ hieß, wurde konsequent auf Zweibeiner erweitert. Heute lässt sich dort abhängender Weise Musik hören (DJ’s incl), an der Bar oder an den Tischen Durst und mit leckeren Häppchen – das ist keine Reminiszenz an frühere Zeiten – auch Hunger stillen, mit seinesgleichen sitzend oder tanzend gesellschaftliche Konversation führen und vor allem, da uns Zweibeinern das Fell fehlt, Mode von JungdesignerInnen ansehen, anprobieren und kaufen – ein Rock, zwei Drinks, drei Songs.

anzüglich * auolla * kara wane * leskohut * lila * kawayan * marleneliska * princess in progress * lapsüs * maiko * saperlipopette * werkstadt wien* sabrina vogel * jenshu * lu-Basics * chocho * plastica * wiener wäsche weiber * wolllust* Mit ihren Labels kümmern sich 17 DesignerInnen um die Fellpflege meiner zweibeinigen Wohnzimmerfreunde und geben Einblick in die Arbeiten junger Wiener Mode. Mehrmals im Jahr finden dort Modeschauen statt, wöchentlich Mittwochs, trifft sich der friendly-circle – echte Schatzis und wohnzimmerhaft relaxed. (wh)

Posted on by Uberding in Closet

Add a Comment