Eigentlich sollte es ein entspannter Abend auf der Couch werden, doch meistens kommt es immer anders als gedacht. Ein alter Freund, hat mich auf eine Ausstellung aufmerksam gemacht. Ausstellung? Gut, wieso eigentlich nicht.
Der Abend ist jung, das Wetter ist prima und für Neues bin ich grundsätzlich immer zu haben. Auf geht’s in die Rosa Luxemburg Strasse. Von weitem ist eine Menschentraube zu erkennen und meine Bedenken lediglich drei, vier Leute vor Fotografien fachsimpeln zu sehen, schwindet.
Wir sind auf der ersten Eye`em Ausstellung für Handyfotografien.
Mehr erfahrt ihr nach dem Jump
Angefangen hat das Projekt Eye`em mit einem simplen Blog im Februar diesen Jahres und der Idee etwas Grosses zu schaffen. Fotografie zu zeigen, die künstlerisch anspruchsvoll, spontan und mit der Handykamera aufgenommen wurde. Dabei spielt es keine Rolle, welches Motiv abgelichtet wird, sondern allein die Ästhetik des jeweiligen Bildes.
Daraufhin entwickelte das Team von Eye`em den ersten Mobile Photography Award 2010 und kommunizierte diesen auschliesslich über facebook und twitter. Das Ergebnis – über 4000 Einsendungen aus der ganzen Welt. Fotografien aus Asien, den USA, weiten Teilen Europas und sogar Afrika waren unter den Bewerbern. Die Besten und eine unglaubliche Auswahl an schönen, kuriosen und künstlerisch wertvollen Handyfotografien seht ihr noch bis Freitag in der Rosa Luxemburg Strasse 28 in Berlin Mitte.
Das Projekt Eye`em ist mal wieder der Beweis dafür, das aus einer klugen und einfachen Idee, etwas Grosses werden kann. Und dabei hat noch nicht mal alles richtig angefangen. Wir von uberding, drücken die Daumen, das es genauso weiter geht.
Was meint ihr – Kann Handyfotografie Kunst sein? Werden wir in ein paar Jahren ein Museum für Handyfotografie haben und unsere Kameras in den Müll werfen?
Eye`em ruft auf zu mehr Mut, zu mehr Bildern, zu mehr künstlerischer Ästhetik und zeigt wundervolle Ergebnisse, die auch meine kritischen Bedenken schnell beiseite geschafft haben. Die Welt ist ein Spielplatz. Geht raus spielen, aber bitte das Handy nicht vergessen.
Mehr Infos auf eye`em










Was ist Kunst? Danke – die Frage beantwortet sich von selbst..
Wenn ich mir die Fotos auf den Postings ansehe, kann ich kein Händi
entdecken. Zwei post-it Aufkleber könnte ich gerade noch so nachweisen!
Ansonsten sehe ich Alltagsszenen aus dem Leben (Popkultur).
Ich persönlich habe in den letzten 11 Monaten 2.316 Fotos mit meinem Händi
gemacht. Warum habe ich dafür nicht meine EOSdigital benutzt?
Antwort: Weil ich im Alltag keine EOS mit mir rumschleppe – aber dafür -
´wie gewöhnlich´ mein Händi.
Die Qualität der Fotos ist stetig gestiegen und die Anforderungen moderner Medien werden bestens erfüllt: Von digital für digital.
Fazit: Moderne Fotografie – Alles ist gut!
—
Quellennachweis.
http://www.youtube.com/watch?v=JszN7h84TXs
,-))
Peter Kindanski
2010
Hi,
Handyfotografie ist ein einzigartiges neues Medium, das weit über die bekannte Digitalfotografie hinaus geht. Denn die Relevanz der meisten der aufgenommenen Bilder ist im Moment des Auslösens extrem hoch, um anschließend sehr schnell gegen Null zu gehen. Sehen – shooten – schauen, das wars dann? Nein, denn wenn man dieser offensichtlichen Momenthaftigkeit des Handyshots durch Archivierung/Druck usw. eine gewisse Dauerhaftigkeit verleiht, entsteht eine neue Spannung zwischen Moment-Ästhetik und Langzeit-Wirkung.
Die Ästhetik der Handyfotografie steht noch ganz am Anfang. Teil dieser Ästhetik sind auch die durch Mobile Imaging möglichen Kommunikationsstrukturen. Aber auch als reines Bild wird alles anders – wie ehemals die Polaroidfotografie und wie vor x Jahren die Lomofotografie.
Es wird jedenfalls spannend auf dem Display.
Also ich glaube nicht, dass wir eines Tages ein Museum für Handyfotografie haben. Andererseits: Wenn es ein Museum für Polaroidfotografie gäbe, müsste es auch eins für Handyfotografie geben. Abgesehen davon: Warum sollte es sowas geben? Fotografie wird geschaffen mithilfe unterschiedlicher Werkzeuge. Es gibt vielleicht universeller einsetzbare Werkzeuge und weniger universell einsetzbare. Oder es gibt Werkzeuge, um bestimmte Absichten umzusetzen. Insofern erzeugt eine Großformatkamera keine wertvolleren Bilder als eine Mittelformat, als eine Kleinbild, als eine APS-C, als eine Handykamera. Andere vielleicht.