Gottfried Helnwein- Die Stille der Unschuld

“Helnwein ist mein Mentor. Sein Kampf für den freien Künstlerischen Ausdruck und seine Haltung gegen jede Form von Unterdrückung sind die Gründe warum ich ihn als künstlerischen Partner ausgesucht habe. Ein Künstler der nicht provoziert, bleibt unsichtbar. Kunst, die keine starken Emotionen auslöst, ist bedeutungslos. Helnwein hat das verinnerlicht.“

Marilyn Manson

Photo via helnwein.de

Ähnlich wie Schockrocker Manson ist der Österreicher Gottfried Helnwein eine Ausnahmeerscheinung in der Welt der Kunst. Er ist ein Exot, einer der sich traut die dunkelsten Seiten der menschlichen Natur abzubilden und damit zu provozieren und zu schockieren. Was Manson aber mit seinen Kostümen, seinen Videos und seiner Musik schafft, erreicht Helnwein allein mit Farbe und Pinsel. Einen Einblick in den Kopf des Ausnahmekünstlers gewährt nun die Dokumentation  “Helnwein- Die Stille der Unschuld”,  die letzte Woche im Kino angelaufen ist. Eine seltene Gelegenheit für Normalsterbliche ein wenig den Gedanken eines durchaus nicht umstrittenen Genies nahezukommen und damit definitiv eine Empfehlung wert!

Die Werke Helnweins sind mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Seine Kunst ist schwierig, sie ist verstörend, manche nennen sie abstoßend. Dies mag nicht zuletzt an seinem bevorzugtem Motiv liegen: Kinder.

Oder genauer: Das Kind als Opfer ( der Gesellschaft )  und Zielscheibe einer von Brutalität gezeichneten Welt. Helnwein zeigt schonungslos, was sich keiner sonst zu zeigen traut und erlangte damit Weltruhm. Seine hyperrealistischen Gemälde von verletzten, bandagierten Kindern hängen in den großen Museen der Welt. Der Grad an Realismus, den seine gemalten Werke erreichen ist unvergleichlich- der Grad an Horror ebenso.

Photo via helnwein.de

Helnwein zählt heute zu den bekanntesten aber auch kontroversesten deutschsprachigen Künstlern der Nachkriegszeit. Einen Einblick in das Innere eines derartigen Ausnahmekünstlers bekommt man nur selten. Helnwein allerdings gewährt ihn. Zwei Jahre lang begleitete die Regisseurin Claudia Schmid den Künstler mit der Kamera und schuf dabei ein intimes Porträt, in dem Helnwein seine künstlerischen Visionen aber auch seine inneren Dämonen offenbart.

Photo via helnwein.de

Der Zuschauer erlebt Helnwein hautnah bei der Arbeit an seinen Werken und hört ihn über sein Dasein als Künstler und die Ideen hinter seiner Kunst sprechen. Es ist ein intimes Porträt und so nah dran wie eine Kamera den Gedanken eines Künstlers nur kommen kann. Wie Helnwein selbst ungewöhnlich, nicht immer sofort zugänglich aber außergewöhnlich interessant.

Wer von Helnwein noch nie gehört hat dem bietet die Dokumentation ( neben seinen Werken natürlich )  eine großartige Gelegenheit ihn und sein Schaffen kennenzulernen-  es lohnt sich.

Photo via helnwein.de

Für mehr Infos zu Film und Künstler: www.helnwein.de

Posted on by Uberding in Arthouse

2 Responses to Gottfried Helnwein- Die Stille der Unschuld

  1. maike

    danke für den tipp, das ist bisher an mir vorbeigegangen!
    ich habe mal eine ausstellung von helnwein hier in hannover gesehen und war gleich begeistert. mich hat nicht unbedingt umgehauen was er zeigt sondern wie. seine bilder sehen aus wie fotografien, gestochen scharf, aber sie sind gemalt. unglaublich!

  2. Matthias

    Schön, dass dir seine Kunst ebenfalls gefällt! Ich hatte ja in meinen Blogs bereits mehrfach über manche seiner Werke geschrieben; klar, da ist einiges dabei, was fesselt und sich von den Arbeiten anderer Künstler deutlich unterscheidet.

    Das mit dem Film ist mir allerdings neu. Danke für den Tip, ich werde ihn mir sicherlich anschauen!

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