Paris oder Mailand ? (Pt.2)

Ich hatte euch im ersten Teil der kurzen Reportage die Präsentationen, sowie auch Shows der Mailänder „Fashion Week“ für Frühjahr / Sommer 2011 näher gebracht. Man hat in der italienischen Modestadt einiges in den Tagen bewundern können, sowie z.B. die interessante Kollektion von Neil Barrett oder auch die „erleuchtende“ Show von Prada.

Diesmal widme Ich mich ganz der Pariser Fashion Week. Wie schon einmal erwähnt haben sich die Designer in der französischen Hauptstadt was einfallen lassen für den kommenden Sommer !

Die Woche begann sehr bunt, grell, laut und groß !

Einige der große Namen haben mit ihren Shows die Modewoche eingeläutet wie z.B. Rick Owens mit seiner düsteren Darstellung der Zukunft, eine moderne und lockere Jet-Set Darbietung von Louis Vuitton, Yohji Yamamoto zeigte eine extravagante Kollektion die stark an das 18 Jahrhundert erinnert oder Dries van Noten sind einige der Namen die am ersten Tag präsentierten. Der letztere hat mich sehr überzeugt.

Dries van Noten

Der belgische Designer „Dries van Noten“ der auch zu den berühmten Antwerpen Six (Ann Demeulemester, Dirk Bikkembergs, Martin Margiela  etc.) gehört, hatte eine Darbietung geleistet wie keine andere. Seine Kollektion sprach die „feine“ Englische Sprache der 80er Jahre mit einer guten Portion „Ska-Punk“ vermischt.

Es wirkt nichts überladen. Die Jackets sind schmal und kurz geschnitten, aber Details wie Schultern wurden kantig herausgearbeitet. Feine Hemden wurde beschmutzt mit Farbflecken oder Denim wurde mithilfe von „Chlor“ verschönert. Was man wieder beobachten konnte war die Fusionierung von unterschiedlichen Teilen. Es werden Jeansjacken Ärmel an ein Caban angenäht. Da fragt man sich ob das geht ? Ja es geht, dank Dries van Noten !

Die Tage in Paris gingen spannend weiter, eine Show jagt die andere. Jeder versucht sich so gut zu präsentieren wie auch nur möglich. Ein wenig düster ging es zu im Traditionshaus „Givenchy“ . Das Modehaus steht unter der kompletten kreativen Leitung von Riccardo Tisci. Herr Tisci der nicht für knall farbende und extrovertierte Mode bekannt ist, brachte diesmal zwei Themen sehr nah aneinander „Frömmigkeit und Lust“ ! Sehr widersprüchlich denkt man sich zuerst, aber beim genauen betrachten erkennt man es genau und ist begeistert von der Raffinesse des Designers.


Givenchy

Die Kollektion wirkt sehr schlicht, durch die Verwendung hauptsächlich aus schwarz und weiß sowie ein Einfluss aus dem beige.Es findet eine starke Verwendung von „ton in ton“  und großflächigen Prints statt, die an ein Raubtier erinnern. Jackets , Anzüge und Hemden werden mit Leopardenmuster verfeinert.

Auffällige „Pieces“ sind zu bestaunen z.B. eine Short aus zwei Lagen Stoff oder ein XXtra-long Shirt das bis zu den Knien reicht. Meines erachtens ein „must have“ für den nächsten Sommer. Wieder einmal schaffte es Ricardo Tisci für das Haus Givenchy eine sehr interessante, schöne und zugleich widersprüchlichen Kollektion auf die Beine zu stellen.

Miharayasuhiro

Verspielter und Leger ging es bei seinem japanischen Kollegen zu. Miharayasuhiro zeigte eine Kollektion, die sehr an eine extreme Weiterentwicklung der letzten Sommer Kollektion erinnert. Die Outfits entsinnen an einen schönen Nachmittag im Sommer, worin man den stressigen Alltag entfliehen kann. Die Verwendung von weichen brauntönen, beige, dunkelblau und hellgrau gibt ein harmonisches Bild ab. Die Teile sind locker und weit geschnitten und vermitteln ein Gefühl von Freiheit. Es sind einige „Eyecatcher“ in die Kollektion mit eingeflochten, Pullis werden mit kleinen Metall Gegenständen versehen die an den letzten besuch von Opa´s Keller erinnern oder  schwarze Anzüge mit einem verzierenden goldenen Kontrast Stich. Die Kollektion hat sehr überzeugt und man(n) freut sich auf die nächsten kreativen Ergüsse von Herren Miharaya Suhiro.

Das staunen ging weiter !! Kris van Assche der ebenfalls Chefdesigner für Dior Homme ist hat mit seinem gleichnamigen Label seine achte Show präsentiert. Die Designs sprachen eine andere Sprache, die der Zukunft mit hauch „coolness“ von heute. Locker geschnittene Teile kreuzen sich mit avantgardistischen Anzügen, sowie auch beschmutze Jeans und Hemden mit feinen „Deep-Crotch“ Hosen. Die Farben sind eher kühl gehalten, meist in die blau schwarze Richtung. Bei einige Teilen kann man den nächsten Sommer kaum abwarten.

Kris van Assche

Im Großen und Ganzen ist man sehr zufrieden mit den Kollektion die in Paris & Mailand dargeboten worden sind. Es gab einige „Hochs und Tiefs“ diesmal, aber es wurde mit exzellenten Kollektionen die Tiefs kompensiert und man freut sich schon sehr auf die Präsentationen im Winter. Erst einmal geht es weiter mit der Fashion Week in New York und London.

Worauf man sehr auf die dortigen Designern gespannt ist. Was wird 3.1. Phillip Lim oder Rag & Bone in NYC präsentieren oder Umit Benan und Topman in London zeigen????

Ich werde es weiter im Auge behalten !

Bilder via www.style.com

Posted on by Alulla in Closet

About Alulla

Ich schlafe in Tübingen. Absolvierter Modedesigner, nenn ich mein Beruf. Mein Stil ist einfach, authentisch und zukunftsnah. Mein Werkzeug ist mein Rechner. Gib mir Love, Respekt & Rhythm. Kunst ist für mich der Spiegel der Gesellschaft. Schreiben bedeutet, seine Meinung der Welt vorzulegen. Ich geh nie ohne was zum Lesen und ohne Uhr aus der Tür. 3 Wörter die mich am Besten beschreiben: Straight, charmant und lockig. Ohne Mode, Kunst & Musik bin ich total verloren. Uberding & ich sind jetzt beste Freunde. Ich sag es jetzt bevor es zu spät ist: Uberding changes your life.

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