Wir schreiben den 15. September. Bald verfolgen wir seit einem Jahr Persönlichkeiten aus der Kunst und Musikszene die uns bewegen. Oliver Koletzki, Stefan Strumbel oder Maike Mohr. Jeden Monat gibt es eine Persönlichkeit über die es sich zu schreiben lohnt – deren Können wir hier präsentieren wollen.
Heute heißt unser Stadtlicht Sebastian Otto und kommt aus der Stadt Hannover. Ich weiß schon gar nicht mehr wann ich mit ihm bzw. seiner Kunst in Verbindung getreten bin – ich weiß nur das sie mich getroffen hat wie der Blitz. Und wie das bei Blitzschlägen nun mal so ist – blieb etwas davon in mir zurück.
Sebastian Otto malt – er malt Bilder von kleinen Mädchen (nach meiner Interpretation). Doch er malt sie nicht wie man sie sich gerne vorstellt, fröhlich und lachend aus den Bildern strahlend, sonder er malt die Kehrseite. Er scheint in die kleinen Seelen hineinzublicken. Diese unschuldigen, zerbrechlichen Wesen.
Vielleicht berühren mich seine Werke deshalb so sehr – weil sie das Innere und nicht die Äußerlichkeit, in welche wir uns in dieser oberflächigen Welt so gerne flüchten, zeigen.
Wir wollten mehr zu diesen Bildern, dem Künstler und seinen Intentionen wissen. Lest seine Antworten hier.
Wie beschreibst du dein kreatives Schaffen, was tust du und aus welcher Intention ?
Am liebsten male ich mit Acryl und Kohle auf alles was mich anspricht und was ich draussen finde. Ich male meistens Nachts und ich arbeite an 3-4 Bildern gleichzeitig.
Genauso ist was ich damit zeigen, ausdrücken möchte. Wenn ich jemanden auf der Strasse, UBahn, Magazinen etc. entdecke, dann versuche ich sie/es zu fotografieren und später zu malen.
Meistens sind es bestimmte Haltungen von Menschen in bestimmten Situationen, die mich beeindrucken.
Wenn es traurige Situationen sind, ist es nicht so, dass ich mich daran erfreue, damit ich ein neues Thema habe. Ich bin von diesem Ereignis sehr überwältigt und will es unbedingt, für mich, malen. Auch “normale” Situationen z.Bsp. Umzüge in ein anderes Land, Wohnung, usw. kann schön sein, aber auch Melancholie beinhalten und somit suche ich mir meine Personen, Hintergründe, was auch immer heraus und setze sie auf meine Art & Weise um.
Was ich eigentlich sagen will ist, auch eine schöne Begegnung endet meistens – mit meiner art zu zeichnen – etwas traurig.
Wie kamst du zu deiner Kunst, seit wann gehst du dieser nach?
Ich bin durch Graffiti 1990 dazugekommen und es hat sich schon relativ früh gezeigt, dass ich mehr Figuren male.
Auf deinen Bildern sind meistens Mädchen bzw. Kinder. Gehören zu den Gesichtern irgendwelche reale Personen aus deinem Leben?
Sind es immer Mädchen? Das ist meine Antwort auf diese häufig gestellte Frage. Das soll auch ein kleines Geheimnis bleiben…
Perfekt wäre es, wenn der Betrachter selbst entscheidet, für sich, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Aber die Figuren, Personen
gibt es meistens wirklich. Entweder ich habe sie direkt kennengelernt oder sie sind mir kurz im Alltag begegnet und ich war entzückt von Ihrer Art zu sprechen oder sich zu bewegen.
Welche Stimmung möchtest du mit den Kreaturen deiner Kunst vermitteln?
Ich möchte keine bestimmte Stimmung vermitteln, sondern ich möchte, das die Bilder für jeden Einzelnen seine eigene Geschichte erzählt wird oder der Betrachter erfindet dazu seine eigene Geschichte. Meistens würde ich mich gern für die zweite Varianten entscheiden. Der Betrachter kommt in dem Moment, wo er das Bild/er betrachtet, auf seine eigene Geschichte.
Sie schauen meistens traurig / nachdenklich, warum lachen die “Mädchen” auf deinen Bildern nie?
Dies ist meine Handschrift in den letzten 5 Jahren geworden. Egal woher ich Situationen, Material aufnehme, ob lustig, aufregend, spannend, ich komme immer zurück in diese Ausdrucksweise.
Ich glaube es liegt daran, dass ich Traurigkeit, Melancholie, (was die Meisten so benennen wenn sie die Bilder sehen),
nicht so als schlimm empfinde. Ein wenig alleine sein, mit etwas Melancholie kann auch sehr beruhigend sein. Mit sich ein wenig mehr auseinander setzen, kann neue Ziele, Veränderungen herbeiführen.
Vielleicht ist es das, was ich durch meine Charaktere sagen möchte… ohne mich darauf festzulegen.
Du hast als Künstler sicher Visionen und Träume bezüglich deiner Kunst, welche sind es?
Eine Skulptur in Lebensgrösse zu erschaffen und mitten in ein Grossstadt zu stellen.
Wo können wir deine Kunst zunächst Live bestaunen ?
z.z. bei Nice/Nice Exhibition Space Hannover www.ilovenicenice.com und bei der DNA Gallery, Oklahoma City
beide Ausstellungen können noch bis zum 09.10. besucht werden.
Wie jedes Mal in unserer “Stadtlichter” – Serie gibt es auch von Sebastian Otto’s Werke etwas für euch zu gewinnen! Es gibt folgendes T-Shirt von Sunshineinbag (das Shirt Label des Künstlers) in Größe S, sowie Buttons, Postkarten und ein wunderschönes Bild. Um zu gewinnen schickt uns eine Mail an contact@uberding.eu mit dem Betreff “Shirt” oder “Bild” und eurer schönsten Kindheitserinnerung. Einsendeschluss ist der 15. Oktober 2010. Viel Erfolg!















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Ich hab seine Ausstellung in der Mono Gallery (http://www.mono-concept.com/) in Hamburg gesehen und finde seine Arbeiten grandios. Schwer zu widerstehen. Die Melanchonie ist wirklich beeindruckend und hat mich nicht losgelassen.
Super Interview, Mia!
Sehr gerne! Ja ein paar seiner Motive gibt es auf Postkarten auch von Edgar, richtig gesehen :)
ich glaube, es gab mal eine von diesen kostenlosen postkarten die man in caffes mit nehmen kann mit einem seiner bilder. kommt mir jedenfalls bekannt vor und da seine bilder in hannover zu sehen sind, werde ich sie mir mal live anschauen! danke für den tipp!