Plötzlich Single

Jeder Single kennt es. Dieses Gefühl, dass man gar kein Single ist. Man vermisst nichts, weil alles aber auch wirklich alles gut ist so wie ist. Man muss keine Rücksicht nehmen. Kann bis in die Puppen im Büro sitzen und die Feste feiern wie sie fallen. Der Freundeskreis versucht einen zwischendurch unter die Haube zu bringen, welches eher zur Belustigung von überzeugten Singles dient. Man macht den Spaß mit, tut ja niemandem weh!

Versuche eine Beziehung zu führen, erweisen sich als anstrengend und zum Scheitern verurteilt, weil der Single in seiner alleinigen Gewohnheit dermaßen festgefahren ist, dass man eher den leichten Weg geht, als sich zusammen zu raufen oder sich selber in den Hintern zu treten.

Mir war bis vor paar Tagen gar nicht bewusst, dass auch ich Single bin. Ich fühlte mich nie wie einer und mir mangelt es an nichts. Bescheuerte Filme über Frauen ab 30ig die noch bescheuerte Flirtversuche starteten oder sich an Ortschaften begeben, um angebaggert zu werden, ließen mich amüsiert die Hände über meinen Lockenkopf schlagen.

Bis zu diesen Tag, als ein Mann mir es offiziell ansah, das ich wohl Freiwild bin. Der Supermarkt meines Vertrauens wurde zum Ort des Schreckens. Ich schlenderte nichts ahnend durch die Gänge und überlegte welche Produkte mein Kühlschrank füllen könne. Da schlich mir auffällig ein Typ hinterher, schaute in mein Körbchen, welches anscheinend als Verräter diente und zack kam der erste Anmachspruch. Erschrocken und peinlich berührt, ging ich weiter, das ließ ihn aber nicht davon abbringen mir an der Kasse noch mehr unerwünschte Sätze, um meine zarten Ohren zu posaunen. Die Kassiererin sehr amüsiert und ich total verwirrt. Da war sie, die Situation aus dem Film von offiziellen Singles über die ich so oft gelacht habe und ich einer der Hauptakteure.

Alleine schlenderte ich mit der Erkenntnis, dass ich nun offiziell Single bin nachhause und grübele darüber nach was oder wie ich mich verraten habe. Herzlich Willkommen Singleleben, obwohl du schon länger bei mir bist hatte ich dich nie gespürt.

Posted on by Andrea Cruse in Kultur, Uber

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