Veganes Eis und ein Interview mit Kati Drescher

Heute gibt es für euch, liebe Uberding-Leserinnen und -Leser ein Interview mit Kati Drescher, einer der beiden Gründerinnen und Leiterinnen der Agentur sieben&siebzig. Diese Agentur hat die Idee eines EcoShowrooms während der Fashionweek in Berlin ins Leben gerufen, der dieses Jahr zum fünften Mal stattfinden wird. Der Ecoshowroom ist seit Nov 2010 eine dauerhafte Sache, hat aber wieder ein spezielles Programm zur Fashionweek.

Die Public Days sind am 8. und 9. Juli, am 7. gibt es nur was für´s Fachpublikum (Akkreditierung unter rosen@ecoshowroom.de)  – merkt euch dieses Datum, denn es wird sicher toll & interessant werden! Bei veganem Eis… gibt es viele Infos zur aktuellen Eco- und Fairtradeszene mit dem Schwerpunkt Mode.

Ich habe Kati Drescher mal ein paar Fragen gestellt, um der Idee dieser Aktion auf die Spur zu kommen und die Beweggründe dahinter zu sehen – ich war ein wenig neugierig und dachte mir, vielleicht interessiert es auch den einen oder anderen Uberding-Leser… oder eine -Leserin ;-)

 

Herausgekommen ist ein kleines vielsagendes Interview zum Thema Mode, Konsum und Verantwortung dank der sehr offenen Antworten von Kati Drescher.Das macht doch direkt Lust, allein schon wegen ihr den EcoShowroom zu besuchen, oder?

 

Also…

Das Interview exklusiv für euch auf Uberding:

 

Bezeichnen Sie sich selbst als „Öko“?

Ich weiß nicht mehr genau was man darunter verstehen sollte. Also würden wir das Jahr 1985 schreiben dann würde ich sagen NEIN. Heutzutage finde ich, dass es Sinn macht, einen Lebensstil zu pflegen der ökologische Themen fokussiert. Wenn mich das zum „Öko“ macht – Ja dann vielleicht ;-)

 

Wie sind Sie (und Ihre Kollegen/innen) auf die Idee gekommen, einen EcoShowroom zu gestalten?

Der ecoShowroom ist eine logische Folge aus unserer bisherigen Arbeit. Wir kommunizieren ausschließlich für und über nachhaltige Unternehmen und Produkte und da lag die Idee nahe, diese auch den Endkunden zugänglich zu machen.

 

Wie kamen Sie darauf, ein so ganzheitliches Konzept zu gestalten und sich während des Fashionweekzeitraums nicht auf Mode zu spezialisieren?

Mode ist in unserer Arbeit durchaus ein Fokus. Da es aber bei der Gestaltung eines nachhaltigen Lesbenstiles um viele mehr geht als um Mode, ist auch das eine Nutzung von Synergien und damit eine sinnvolle Weiterentwicklung.

Kunstinstallation „Rosen und Eiskrem“ Donnerstag, Freitag, 7. + 8. Juli 2011, 11 – 19 Uhr

Kunstinstallation „Rosen und Eiskrem“ Donnerstag, Freitag, 7. + 8. Juli 2011, 11 – 19 Uhr

Ist „sustainable fashion“ für Sie (k)ein Paradox? (Stichwort: Trends)

Die Mode ist oft sehr wandelbar und facettenreich so das einige Teile bis zu fünf Styles bedienen können. Im übrigen ist es sehr bald sehr wichtig wirklich umzudenken. Wenn wir in unserem Konsum so weiter machen wie bisher werden wir uns allen keinen Gefallen tun.

Weniger ist so viel mehr wie nie zuvor!

 

Kurz gefragt: Wenn Sie sich entscheiden müssten, was würden Sie wählen: Öko oder Fairtrade?

Das eine geht in Wirklichkeit nicht ohne das andere, es geht nicht um die Auswahl der Labels, sondern darum dort zu kaufen wo man sicher sein kann, dass Menschen wie Menschen behandelt werden…deshalb kaufe ich auch keine Bio-Produkte im Supermarkt oder bei Lidl…denn damit unterstütze ich das System  des Unternehmens…

 

Und jetzt doch länger: Wieso würden Sie sich so entscheiden?

s.o.

Weil Konsum nicht loszulösen ist von denken.

 

Glauben Sie daran, dass in jedem Konsumenten auch einer von der strategischen/ethischen Sorte steckt? (Stichwort: ethical consumer)

In jedem Konsumenten / Menschen steckt viel mehr drin als wir alle denken, die Frage ist wohl eher was von dem was in ihm steckt ihm selbst zum einen bewusst ist und was er zum anderen davon zu- und rauslässt.

Wenn man einmal angefangen hat sich die Fragen des Lebens oder des Konsums ehrlich zu stellen und zu beantworten dann wird er nicht mehr umhinkommen auch Dinge in seinem Leben und Konsum zu ändern, anders wäre er vermutlich nicht ehrlich zu sich… oder ein Ignorant, was natürlich auch okay ist wenn man dazu steht.

 

Was sagen Sie zu einem Argument in Henry David Thoreau-Manier, dass es unverantwortlich ist, nicht ökologisch und fair einzukaufen?

Richtig

 

Was gäbe es in einem Kaufhaus für Marken und Produkte, das Sie frei gestalten könnten? (Nennen Sie drei Beispiele.)

Alles was ich benötige in einer Qualität, die der Welt und den Menschen nutzt und nicht schadet.

 

und zum Abschluss die ganzheitliche Version davon:  Beenden Sie den folgenden Satz (der auf Deutsch leider nicht halb so schön klingt, deswegen bleibt´s beim Englischen):

If I ran the world, I would… try to make people think…somehow…

Und das sind sie: die beiden Begründerinnen des Ecoshowrooms: Kati Drescher und Nadine Valencic von der Agentur sieben&siebzig

Und das sind sie: die beiden Begründerinnen des Ecoshowrooms: Kati Drescher und Nadine Valencic von der Agentur sieben&siebzig

Kurz notiert: Unsere Gastbloggerin und Fotografin Lena ist derart fleißig, dass wir sie hier nun nicht mehr unser “Gastbloggerin” sondern stolz unter ihrem Namen “Lena Reiner” publizieren. Welcome, Lena!

Posted on by Lena in Closet, Featured

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