Hallo, ich mal wieder, die Lena und auch mal wieder… mit einem Interview.

Diesmal war der Anlass die Messe zum Fairen Handel “fairena”, die dieses Jahr am 22. und 23. Oktober in der Reithalle München stattfindet. Mehr Infos und das Programm findet ihr HIER.

Nach dem “mehr” geht´s weiter mit dem Interview… mit: Peter Brudna.

Peter Brudna himself (Foto:privat)

 

Wer sind Sie überhaupt und was haben Sie mit der fairena zu tun?

Mein Name ist Peter Brudna und ich bin der Gründer und Organisator der Fairena Messe in München.

Eine Messe dient u.a. dazu, Trends aufzuzeigen…

Stellen Nachhaltigkeit und Trends für Sie einen Widerspruch dar?

Im Gegenteil, ich denke Nachhaltigkeit ist ein Trend. Es ist sogar so trendy, dass mir auffällt, dass das Wort Nachhaltigkeit sehr oft für alle möglichen Zwecke missbraucht wird bzw. herhalten muss. Ich habe das Gefühl mittlerweile ist alles Nachhaltig. Ich habe mal mit jemanden über das Thema diskutiert und dabei kamen wir auf die Idee statt Nachhaltigkeit die Bezeichnung „besser für Enkel“ zu verwenden. Ich finde das trifft es wesentlich besser und man hat einen besseren Bezug dazu.

 

Oder erfüllt die fairena einen anderen Zweck?

Natürlich erfüllt die Fairena auch den klassischen Sinn einer Messe als Plattform für Aussteller um ihre Produkte und Dienstleistungen anzubieten es ist aber auch eine Veranstaltung auf der sich Gleichgesinnte austauschen können und sollen und andere ihr Wissen an die Besucher in Form von Vorträgen weitergeben können.

Was kommt für Sie zuerst: Öko oder fair?

Hmm, schwere Frage, wenn ich mich entscheiden müsste wahrscheinlich fair.

Und wieso?

Grundsätzlich finde ich gehört beides eng zusammen. Wenn ich mich aber entscheiden müsste würde ich mich für fair entscheiden, weil bei fair gehandelten Produkten oft auch auf ökologische Aspekte geachtet wird, aber nicht jedes Öko-Produkt wurde auch unter fairen Bedingungen hergestellt.

 

...zwischendrin mal eine Impression von der letzten fairena-Messe...

Was sagen Sie zu Thoureau, der keine Steuern bezahlte, da durch die Staatskasse ein Krieg finanziert wurde und er kein Blut an den Händen haben wollte?

Ich teile diese Einstellung. Leider ist es in unserer Gesellschaft nicht möglich keine Steuern zu Zahlen und auch Thoureau musste dafür ins Gefängnis. Man hat aber die Möglichkeit seine Gewinne für gemeinnützige Zwecke zu spenden und so seine Steuerschuld zu mindern.

 

Würden Sie sagen, dass es unverantwortlich ist, Produkte zu kaufen, die unter schlechten Arbeitsbedingungen hergestellt wurden?

Ich denke schon das es unverantwortlich ist. Das ist ähnlich wie mit dem Atomstrom. Nach dem Unglück in Japan gingen die Leute massenhaft auf die Straße um Gegen Atomkraft zu demonstrieren und wenn Sie dann gefragt wurden welchen Strom sie selbst beziehen, war es in den seltensten fällen Ökostrom. Bei fair trade Produkten ist es ähnlich, man hat Mitleid mit Menschen aus den Entwicklungsländern, kauft aber trotzdem Produkte die für die Ausbeutung dieser Menschen zum Teil mit verantwortlich sind. Leider erwische auch ich mich manchmal dabei, dass ich nicht konsequent genug bin.

 

Was sagen Sie dazu, wenn jemand meint, dass Fairtrade kaufen nichts bringt, weil in jedem Bereich betrogen wird?

Es wird in vielen Bereichen betrogen und ich könnte nicht beschwören, dass im fairen Handel alles mit rechten Dingen zugeht, aber der Beweggrund ist schon ein ganz anderer. Bei fair trade geht es darum, bessere Bedingungen zu schaffen und nicht den höchst Möglichen Profit zu erzielen. Mit so einer Einstellung könnte man ja auch sagen man hört auf zu atmen, weil die Luft sowieso verseucht ist.

 

Was sind Ihre persönlichen drei Lieblingsprodukte, die Sie überallhin mitnehmen?

Ich glaube die gibt es nicht. Am liebsten nehme ich gar nichts mit. Ich habe eine Zeit lang in einem WG-Haus gelebt, das nie abgeschlossen wurde und konnte einfach so ohne Schlüssel und alles andere außer Haus gehen. Das war am Schönsten.

 

Ohne was können Sie nicht den Tag verbringen?

Materielle Dinge sind mir nicht so wichtig, da würde mir jetzt nichts einfallen was mir fehlen würde, aber ein Tag ohne meine Familie fühlt sich immer sehr lang an.

 

Haben Sie einen ganz persönlichen Tipp, mit dem jeder Einzelne die Welt ein klein bisschen besser machen kann? Nur was ganz Kleines & leicht Umsetzbares?

Hauptsache anfangen! Es gibt viele kleine Dinge die man machen kann um die Welt ein bisschen besser zu machen, aber man muss erstmal damit anfangen. Man kann z.B. auf Öko-Strom umsteigen, Eine Öko-Suchmaschine benutzen, oder den nächsten Kaffee fair gehandelt kaufen. Aus meiner Sicht ist nicht wichtig was man tut, sondern, dass man bei allem was man macht darüber nachdenkt. Oft macht man Sachen immer wieder gleich, weil man nie hinterfragt hat, ob es vielleicht eine bessere Alternative gibt.

 

...und noch eine Messeimpression. Foto bereitgestellt von Peter Brudna.

DANKE für dieses Interview.

Da bleibt nur eins zu sagen: Hingehen & inspirieren lassen!

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Über den Autor

Lena

26 Jahre alt oder jung. Zudem: freie Fotografin, Presseschreiberlingin, ... und sporadisch aber dafür mit Herz aktiv im Bereich SocialMedia und Marketing, um den strategischen Konsum voranschubsen zu helfen. Ein Herz für Andersartigkeiten, Menschen, Fairtrade, Umweltschutz, Tierschutz ... und fühlende Wesen im Allgemeinen. Manchmal ein wenig "undiplomatisch" oder kratzbürstig - man könnte auch sagen: ehrlich und direkt. Frei Schnauze eben und aus dem Bauch raus.