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Alles gähnt und meckert. Und ja, wir schieben unsere Laune und diese unendliche Müdigkeit gerne mal wieder auf das Wetter. Von Sommer kann die letzten Tage wirklich keine Rede sein. Da stürmt man schon mal gerne das nächste Reisebüro oder stöbert im Netz durch diverse Angebote. Ähnlich erging es mir auch letztes Jahr.

Ganz spontan haben wir dann eine Traumreise gebucht. 11 Tage Malediven mit dem Liebsten. Gefunden haben wir unser Ziel bei damals bei Divello. Hatte schon ein bisschen was von Flitterwochen bzw. „Flittertagen“. Da ich nach dem fleißigen Bilder-Posten auf Facebook immer wieder über dieses traumhafte Resort ausgefragt wurde, schreibe ich euch jetzt doch nochmal einen Artikel darüber. Denn wer weiß, vielleicht packt es euch ja dieses Jahr ähnlich spontan wie uns. Und schnell muss man bei den Malediven leider auch wirklich sein, denn Mutter Erde zeigt uns bei den kleinen Inseln was der Anstieg des Meeresspiegels bedeutet. Bereits letztes Jahr musste die Insel im Baa Atoll an mehreren Stellen künstlich aufgeschüttet werden.

Mir wird ganz Bange wenn ich daran denke, dass diese Reiseziele die nächsten Generationen vielleicht nicht mehr erleben dürfen. Dies ist auch mit der Grund, weswegen ich dieses Jahr gerne erneut die Malediven ansteuern möchte. Ein Paradies das erlebt werden muss und das irgendwie auch unsere Mitarbeit zur Erhaltung benötigt. Viele Resorts bieten den Gästen dafür ganz gezielte Angebote an. Vom Gärtnern über Fischen bis hin zu Tauchgänge bei denen der Umgang mit den gefährdeten Korallenriffen erklärt wird. Aber dazu hoffentlich bald mehr an anderer Stelle.

Also setzt euch neben mich in den Flieger, 12 Stunden Flugzeit bis nach Colombo, Sri Lanka. Dort erlebe ich das erste Mal was das Leben dort außerhalb der bunten und fröhlichen Reisekataloge bedeutet. Armut, Dreck, traurige Gesichter. Menschen die in Handschellen aus Flugzeugen aus Deutschland, zurück in ihre Heimat geführt werden. Abgeschoben. Wir, mit Vorfreude im Gepäck, anderen ist die Flucht aus ihrer Heimat nicht gelungen.

Nach einem kurzen Aufenthalt geht es dann weiter. Von Sri Lanka direkt nach Malé. Die Hauptstadt und Hauptinsel der Malediven. Der Alltag und die Strapazen der langen Reise werden mit der Ankunft auf Male sofort abgeschüttelt. Eben fühlte ich mich noch müde und erkältet. Doch hier ist alles anders. Das Paradies liegt uns jetzt schon zu Füßen, oder zumindest das türkies blaue Wasser, auf dem unser Wasserflugzeug in ebenfalls knalligen Farben auf uns wartet. Gastfreundschaft wird auf den kleinen Inseln im Indischen Ozean ganz groß geschrieben. Wir fühlen uns sofort willkommen, werden mit frischen Handtuchröllchen und Fruchtsäften begrüßt. Der Check-In in unser Resort auf der Insel „Coco Palm“ wird noch in Malé erledigt, so dass wir am Zielort direkt in den eigentlichen Urlaub starten konnten.

Wer wie wir einfach mal ein paar Tage Ruhe sucht ist in diesem Resort richtig. Es liegt ca. 30 Flugminuten mit dem Wasserflugzeug von Malé entfernt, dass heißt man ist hier ganz ungestört und mitten im Indischen Ozean, fernab vom üblichen Inseltrubel. Der Flug mit dem Wasserflugzeug war bereits ein Highlight für uns. Ohrenstöpsel rein und…genießen! Die Flugzeuge fliegen nicht sonderlich hoch, so dass man die vielen kleinen Inseln von oben bestaunen kann. Was ne‘ gigantische Welt!

Das Flugzeug landet im kristallklaren Wasser und dort werden wir dann von einem ganz traditionellen, maledivischen Boot abgeholt. Hops, hops und rein ins schaukelnde Boot. Geschafft. Während wir dem Insel-Steg näher kommen, macht sich eine kleine Gruppe von maledivischen Musikern für unsere Willkommens-Zeremonie bereit. In weißen Gewändern und mit Blumenketten werden wir willkommen geheißen „Welcome to Coco Palm“ blieb uns noch Wochen nach dem Urlaub als Ohrwurm erhalten. Das Inselparadies bietet Strand- oder Lagunenvillen. Wir haben uns für eine Strandvilla entschieden. Nicht nur weil diese Variante günstiger war, sondern auch weil wir lieber am Strand liegen, anstatt mitten im Wasser ;)

Das Hereinschlendern in das kristallklare Wasser hat ja auch etwas für sich. Aber wer weiß, vielleicht möchte ich das nächste Mal auch direkt von der Lagunen Villa in Blau hüpfen. Unsere Villa war natürlich klimatisiert und die Ausstattung ist wirklich luxuriös. Ein Himmelbett, in dem ich auch Nachts keine Angst vor Ungeziefer haben musste, ein Tisch mit Stühlen auf unserer Terrasse und drinnen. Ein Outdoorbadezimmer…und ein herrlich großer Waschtisch. Abends konnte man dann beim Toilettengang schon mal den Mini-Geckos Gute Nacht sagen. Allgemein war das Feeling im Outdoor Bad wirklich sensationell. Bei diesem Maledivenurlaub ist man wirklich in jeder Minute mit der Natur verbunden. Das Zimmer verfügte natürlich auch über Rettungswesten und eine große Taschenlampe. Im Licht dieser Lampe bestritten wir unseren abendlichen Weg zu einem der 5 Restaurants unseres Resorts. Meistens war dies ein großes Open-Air-Pavillon, welches Morgens und Abends ein internationales Buffet zauberte. Auf „unserer“ Insel gab es übrigens eine eigene „Inselzeit“ denn hier wird es bereits um 18 Uhr stockdunkel. Um den Besuchern noch eine Stunde mehr vom Tag zu schnecken, wurde die Uhrauf der Insel einfach eine Stunde vorgestellt. So waren wir früher wach – und hatten gefühlt eine Stunde mehr vom Tag…trotzdem verging diese unglaublich schöne Zeit viel zu schnell.

Die bunte Wasserwelt muss man, zumindest mit dem Schnorchel, erkundigen. Für mich war es das erste Mal. Abgetaucht, Augen auf, und willkommen in einer ganz anderen Welt. Auch ganz professionell mit Sauerstoffflasche ging es in die Tiefe…war nicht ganz so mein Ding, aber die Riesenschildkröte, die vielen bunten Fische, Korallen und kleinen Haie waren es alle Mal wert. Außerdem auch richtig schön so Hand in Hand durch eine andere Welt zu blubbern.

Das 5-Sterne-Wellness haben wir uns natürlich auch gegönnt. Für uns gab es jeweils eine Ganzkörper-Massage mit duftenden Ölen, sowie eine klassische Thai-Massage vor dem Rückflug. Zurück in Frankfurt, zurück im deutschen Herbst. Natürlich mussten wir dann gleich mal direkt Wollpullover einkaufen um diese Kälte zu ertragen. Und natürlich wurden wir dann trotzdem erst mal krank. Trotz allem: Ich will mehr, ich will nochmal. Ihr auch?

Noch ein paar Hinweise:

– Badeschuhe braucht ihr hier keine, der Sand ist überwiegend fein. Auf die scharfen Korallen solltet ihr beim Tauchen trotzdem achten (vor allem an den Knien). Stellt euch nie auf Korallen, sie sterben dadurch bzw. werden verletzt und ihr ganz schnell auch und dann heißt es: ab auf eine Nachbarinsel oder zum einheimischen Arzt, denn westliche Ärzte sind hier rar gesehen. Deswegen auch ausreichend Medizin (Nasenspray, Durchfalltabletten und Aspirin) mitnehmen.

– Schuhe sind auf dieser Insel komplett überflüssig. Beim Abendessen gehört es sich dort die Schuhe vor dem Restaurant auszuziehen. Man gewöhnt sich da ganz schnell dran und ist nach ein paar Barfuss-Tage richtig „Schuh-erholt“.

– Auch zu viel Make-Up oder Haarspray etc. ist hier überflüssig. Bitte denkt auch daran, dass alle leeren Behältnisse (vor allem Dosen), wieder mit nach Deutschland genommen werden sollten.

– Die Coco Palm Resorts könnt ihr auch auf Facebook verfolgen und hier aktuelle News (wann schlüpfen die Jungschildkröten etc.) erhalten und das wahre Inselleben ein bisschen kennenlernen.

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