Fast ein Dreivierteljahr ist es jetzt her, dass ich mit Mia das letzte Mal in Südtirol war. Alpakas streicheln, durch Meran schlendern, die leckersten Süßspeisen testen… Direkt nach meiner Rückkehr aus Vancouver ging es gestern früh für mich aber wieder zum Bahnhof, Euroexpress Richtung Brixen. Die Aufregung über unmögliche Sitznachbarn, die das Arbeiten während der Fahrt quasi unmöglich machten, und die Müdigkeit wegen der durchgearbeiteten Nacht verflogen aber – wer hätte es gedacht – sobald wir im Pflerschtal aus dem Auto stiegen.

Kräutergärten Wipptal

Melisse, Minze, Lavendel… Dieser Duft! Seit zehn Jahren baut Gabi Holzer mit ihrem Mann auf dem  Steirerhof in den Kräutergärten Wipptal diverse Kräuter an, die unter der üppigen Südtiroler Sonne natürlich ordentlich wachsen – und die dann in yummy Kräuterschnäpsen, Kosmetikprodukten, Gewürzen und leckeren Teemischungen enden.

Gabi Holzer von den Kräutergärten Wipptal

Sobald Gabi anfing, über Ihre Arbeit zu sprechen, wusste ich wieder warum mir die Südtiroler so sympathisch sind: Nicht einfach reden, sondern machen. Hinter ihrer Sache stehen und damit Erfolg haben. Ursprünglich hatten sie und ihr Geschäftspartner Bernhard Auckenthaler die selbe Idee – aber statt sich als Konkurrenz zu empfinden, beschlossen die drei kurzer Hand, zusammenzuarbeiten. „Drei Köpfe bringen drei mal so viele Ideen und drei mal so viele Stärken“, erzählte sie uns bei der Besichtigung der Kräuterbeete. Wichtig ist es den dreien immer, sich von ähnlichen Anbietern abzuheben: „Wir schauen: Was gibt’s auf dem Markt – und genau das machen wir dann nicht.“

Kräutergärten Wipptal

Kräutergärten Wipptal

Viel Experimentieren sei bei ihrer Arbeit dabei, und dann kann es schon mal passieren, dass eine neu angebaute Pflanze nicht den gewünschten Erfolg bringt. Das scheint aber völlig in Ordnung zu sein, denn die übrigen Pflanzen (die übrigens in Dreifelderkultur angebaut werden – na, wer erinnert sich an Bio, sechste Klasse?!) werfen genug ab, um die Kräuterbauern das ganze Jahr über beschäftigt zu halten – und sowohl Hofladen als auch Marktstände und Delikatessenläden der Region zu füllen.

Hofladen der Kräutergärten Wipptal

Im Hofladen der Kräutergärten Wipptal

Im Hofladen der Kräutergärten Wipptal

Im Hofladen der Kräutergärten Wipptal

Die Südtiroler Entspanntheit ließ mich wirklich wieder vollends hier ankommen. „Man muss sehr geduldig sein – man hat eine Idee und muss dann Jahre warten, bis sie sich umsetzt“, grinst Gabi, wenn sie über ihre neu angepflanzten Hoffnungsträger spricht – es scheint sich zu lohnen. Darauf: Prost!

Prost!

Um uns nach der Schnapsverkostung und vor dem Abendessen noch etwas die Beine zu vertreten spazierten wir noch etwas durch einen der drei größeren Orte des Eisacktals, Sterzingen.

Die Prachtstraße von Sterzingen ;)

Zum Abendessen ging es anschließend in den Pretzhof. Ich kann dazu wenig anderes sagen  als: Wow! Eine so leidenschaftliche Bewirtung habe ich selten erlebt, aber hinter solchen Produkten kann man auch eigentlich nur stehen. Wunderbarer Speck aus einem natürlichen Kreislauf, dazu beste Weine und Schüttelbrot… Wir alle hielten uns die Bäuche, als wir nach einem mehrgängigen Menü kur vor Mitternacht das Restaurant verließen. Hin da!

Gesunder Speck im Pretzhof

Gibt es eigentlich etwas leckereres als Bergkäse?

Die Weine im Pretzhof

Guten Appetit!

So lecker und intensiv dieser Abend war – gegen Ende wurde mir endgültig bewusst, dass ich keine 19 mehr  bin ;) und sich damalige Aktionen  wie „Ich lande um halb11 aus Caracas und gehe dann um 12 in die Vorlesung“ heute nicht mehr so umsetzen lassen. Umso besser, dass wir im Traumhotel Pupp in Brixen eincheckten. Mia und Thies haben hier schonmal von diesem wundervollen Ort berichtet, und auch ich fiel nach einem leckeren Sundowner in die dicken Federn. Jetzt geht es gleich zum legendären Frühstück – ich bin gespannt was der Samstag bringt! Ihr werdet es erfahren, und wer noch etwas näher dabei sein will folgt uns am besten bei instagram!

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