Still sein. Einfach mal nichts sagen. Nichts denken. Erkennen, dass sich die Welt von ganz alleine dreht und wieder spüren wie es sich anfühlt aus den „noch fünf Minuten“ am morgen einfach 2 Stunden zu machen. Wieder zu wissen, wie sich das Klopfen des eigenen Herzschlags anfühlt oder wie es sich anhört, wenn Wind durch die Bambusblätter und meine Haare fegt.

Das Kopfgewicht abschütteln und die kleinen Sorgen des Alltags im Badeteich versenken. Den ganzen Tag mit der Nase in einem Buch kleben oder einfach mal gar nichts machen. Vielleicht die Katzen um die Beine schleichen lassen, ab und zu Gähnen oder ein Schaumbad nehmen. Das ist Auszeit für mich. Das waren die letzten Tage im Hofgut Hafenleiten (Niederbayern) für mich.


Ein Ort der für seine Gastfreundschaft, für seine Architektur und für seine Einzigartigkeit gelobt werden draf. Ein Platz der mich auffing, dann als ich ihn so sehr brauchte. Denn manchmal will man einfach fallen dürfen. Nicht nur weil der Mensch so gerne liegt, sondern auch weil das ständige Fliegen einfach unglaublich viel Kraft kostet.

Das Fliegen über all die Worte, die gesagt, geschrieben und diskutiert werden müssen. Das Fliegen über die Tasten, über all die Möglichkeiten, die Entscheidungen und der nächtliche Flug über all die Gedanken. Manchmal ist es wie ein unbequemer Flug ohne Ankommen. Und dann müssen wir aussteigen. Uns strecken und recken. Durch- und ganz tief einatmen.

Well-Being im Hofgut Hafenleiten

Wer auf der Suche nach Ruhe, Rückzug und Unerreichbarkeit (ja wirklich „kein Netz“) ist, wird im Hofgut Hafenleiten fündig. Das architektonisch besonders innovative und gelungene Konzept interessierte uns schon eine ganze Weile und so hieß es jetzt, Ende August endlich für uns: Entdeckungsreise! Schon während der Anfahrt „durch die Pampa“ zog es unseren Blick immer wieder auf unsere Smartphones. Tatsächlich, hier gibt es kein Netz! Für mich zunächst ein total unbekanntes Gefühl. Diese Unerreichbarkeit, dieser ständige Griff nach dem iPhone um dann doch nichts damit anfangen zu können. Kein Spotify, kein Instagram, kein Facebook…kein, kein, kein…aber dafür so vieles mehr, vieles dieser kleinen „ganz normalen“ Dinge für die man das Gespür so oft verliert.

Ich bin dann mal unerreichbar

Seit Mai 2000 heißt die Anlage seine Gäste in dieser mediterranen Leichtigkeit und in gemütlicher Atmosphäre willkommen. Das Herz der Anlage bildet der Innenhof, in dem wir auf weichen Fellen und mit einen unglaublich leckeren Cappuchino begrüßt wurden. Abends lernten wir das Esszimmer ind die Wohnhalle mit Kamin kennen. Leuchtende Farben, natürliche Materialien und eine Eichentafel für bis zu zwölf Personen tragen zu der gemütlichen Atmosphäre bei.  Hier wurden wir Abends beim gemütlichen Zusammensitzen von Gastgeber Erwin Rückerl bekocht. Ein Mann der seine Kunst beherrscht!

Kulinarik und Genuss

Erwin Rückerl war zuerst im Sterne-Restaurant Königshof in München tätig, bevor er seine Kenntnisse der perfekten Antipasti und Pasta im Restaurant „La Pinta“ auf Sardinien erwarb. Frische, gesunde Zutaten, die Freude an immer neuen Kreationen und das damit verbundene Lebensgefühl stehen für ihn im Vordergrund.

Für uns war das Essen an der großen Tafel, zusammen mit den anderen Hofgut Gästen allerdings nur eines der Highlights während des Aufenthaltes. Denn wer auf der Suche nach Anonymität und Rückzug ist, der darf sich ganz besonders auf sein neues „Zuhause auf Zeit“ freuen. Es gibt verschiedene Themenhäuschen, die alle individuell gestaltet sind und genau diese Unikate haben den Aufenthalt im Hofgut für mich so besonders gemacht.

Das Hang- und das Wiesenhaus scheinen direkt aus einem Hügel herauszuwachsen. Erdfarbene Töne und eine Sauna direkt nebenan. Ruhige Stunden in luftiger Höhe verspricht das Baumhaus. Für Romantiker empfiehlt sich ein Aufenthalt im Wasserhaus, das sich auf hölzernen Pfosten über dem zweiten Badesee erhebt. Malediven in Niederbayern quasi. Vom Himmelbett ist es nur ein kleiner Schritt bis in das kühle Nass. Neue Perspektiven auf die umgebende Landschaft eröffnen das Terrassen- und das Gartenhaus. Die Idylle am eigenen Teich genießen Gäste im Bootshaus.

Wer uns schon ein bisschen über Instagram verfolgt hat, weiß welches Häuschen wir bewohnen durften. Wir bezogen das „Haus am Feld“, eines der drei (nebst unserem gibt es das „Haus am Wald“ und das „Haus am See“) neuen Häuschen. Die drei Häuschen gelten als vollwertige „Ferienhäuser“ und sind etwas größer und bieten noch mehr Rückzugsmöglichkeiten. Hier ist der Kühlschrank gefüllt mit kleinen aber feinen Köstlichkeiten und am Morgen steht ein Körbchen mit frischen Brötchen, Croissants,  Käse, Wurst etc. vor der Tür. So lässt sich’s leben. Allerdings war unser Aufenthalt etwas zu kurz um jede Rückzugsmöglichkeit zu nutzen, um auf jedem Daybed zu liegen und um jedem liebevollen Detail seine verdiente Aufmerksamkeit zu geben. Aber: Die Entdeckungsreise lohnt sich!

Das Hofgut Hafnerleiten in der Nähe des idyllischen Städtchens Bad Birnbach bietet außerdem einen außergewöhnlichen Rahmen für Feste und Veranstaltungen. Fünf Entspannungswürfel erweitern seit Dezember 2011 das Wellnessangebot. In einem dieser Würfel tauchten wir für eine 70 minütige Massage ab, die auch sowas von nötig war. In einem anderen Würfel verschwanden wir zum Saunieren. Dirkt danach steht der Badeteich zur Abkühlung bereit.

Habt ihr Lust bekommen auf eine Auszeit im Hofgut? Zur Orientierung: Der Übernachtungspreis beginnt bei 160 Euro pro Person und Nacht inklusive Halbpension ab drei Nächten in den normalen Themenhäuschen. Weitere Informationen bekommt ihr natürlich unter www.hofgut.info. Außerdem freuen wir uns auf eure Kommentare, Fragen und auf eure Insider-Tipps für „Auszeit“-Hotels, denn ist es nicht genau das, was Großstadtmenschen und unsere Generation ab und zu einfach mal braucht?

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