2 min read">

Also eigentlich hat mein Tag in Napier echt so richtig ätzend angefangen. Raus aus Auckland an den Flughafen – viel zu früh da, aber der Flieger viel zu spät raus. In der Hawke’s Bay angekommen den Mietwagen abholen – und erstmal total überfordert. Das mit der Automatik hatte ich zum Glück in Amerika schon mal geübt, aber Linksverkehr?!

Äh… Dann noch mit dem Wissen, dass wegen der Verspätung drei Leute auf mich warten mussten, und das wo ich immer so viel Wert auf Pünktlichkeit lege. Unschön. Erstmal drei Ausfahrten verpasst, weil ich immer zu spät reagiert habe… Aber irgendwann habe auch ich es geschafft! Und die Tortur hat sich mehr als gelohnt.

Strand meets Art Deco

Napier ist ein hübsches kleines Provinzstädtchen, das besonders auf seine Art Deco-Bauten mächtig stolz ist. Zurecht, wenn man sich die Geschichte dahinter anguckt. Die hat mir Tony von Vintage Car Tours näher gebracht, der mich in seinem 1939er Packard durch Napier fuhr.


Süßer Typ und krasse Story: Bis vor etwas mehr als 80 Jahren war hier nämlich quasi nix, in Napier. Beziehungsweise war zum Beispiel da, wo ich mit dem verspäteten Flieger gelandet bin, nur Wasser. Dann kam eins der krassesten Erdbeben der Geschichte – und hob die ganze Stadt um zwei Meter nach oben. Seitdem ist hier wesentlich mehr mit anzufangen – aber es ging natürlich auch viel kaputt. Bis auf zwei oder drei Häuserreihen ist die gesamte Stadt abgebrannt, weil Gas und so… Aber diese Neuseeländer haben es geschafft, innerhalb von 22 Monaten alles wieder aufzubauen – und zwar im Art Deco Stil.

Auf die Beleuchtung im – ziemlich originalgetreuen – Theater ist Tony besonders stolz. Die Lampe oben leuchtet im Neon-Flair, und blau erahnen kann man auf dem Bild die indirekte Beleuchtung, die damals gerade aufkam.

Eigentlich ist Art Deco nicht gerade mein Geschmack, aber in Kombination mit dem Meer und den Palmen und so wird man direkt an Miami Vice erinnert. Mit ordentlich Sommerfrische-Flair. Alles so ein bisschen Touri-mäßig hier, aber (noch?! Schließlich ist ja grade erst Frühling!) verhältnismäßig ruhig.

Und sonst so?

Wer nach all dem Vintage-Art-Deco-Charme übrigens Lust auf Minimalismus und moderne Kunst bekommen hat, der kann ins MTG flüchten, das nach drei  Jahren Renovierung gerade erst wiedereröffnet wurde. Hat sich gelohnt, finde ich! MTG steht für Museum/Theatre/Gallery, und genau das ist es auch. Drei zusammenhängende Gebäude sind mit zeitgenössischer Kunst, historischen Relikten und einem Theater gefüllt. Ein paar ganz coole interaktive Ausstellungsstücke sind dabei, und mir hat vor allem die Architektur gefallen.



Noch schöner anzusehen war wirklich nur meine Luxusbude. Die kriegt aber noch n extra Post, weil echt rattenscharf. Als kurzer Vorgeschmack: Das Titelbild habe ich um sechs Uhr morgens aus dem Bett heraus geschossen.

Kommentare

Send this to friend