Mit Queenstown und mir war es nicht gerade Liebe auf den ersten Blick. Ein ausgestorbener Wintersportort nach Ende der Saison, im Café sitzen ein paar unentschlossene Skibums die nicht wissen, was sie mit sich anfangen sollen. In den Schaufenstern stehen runtergesetzte Ugg Boots, und alle drei Meter bietet eins dieser Touristenunternehmen irgendeine super-exciting Tour auf dem Speedboat an. Was für mich ungefähr denselben Beigeschmack hat wie Banana-Boats an der türkischen Riviera. Dass ausgerechnet ich jetzt also in so ein Jet Boat steigen sollte, um mich von der Südinsel begeistern zu lassen… Spießiger gehts kaum. Oder spaßiger?



Jet Boat Safari – ernsthaft? Ja!

Ich muss nämlich ganz ehrlich zugeben, dass das schon ziemlich cool war. Ich rede ja nicht von diesen nervigen Prolo-Booten, die in Sichtnähe zum Anleger über den Lake Wakatipu preschen und das dann als the time of your life verkaufen. Sondern von den Booten, die die flachen Adern des Dart River rund um den Mount Alfred hochfahren. Von denen man ein Stück unberührter Natur sieht, zu dem man sonst gar nicht hinkommt (oder länger laufen müsste, als ich überhaupt in Queenstown bin). Also Wecker auf fünf Uhr stellen und raus in die morgendliche Kälte.


Um sich in diese Boote zu setzen muss man aber erstmal bis nach Glenorchy kommen. Das ist ein kleines verschlafenes Städtchen direkt hinter der Region, die sie Paradise nennen und die schon für alle möglichen Filme (und ja, obwohl ich es auf dieser gesamten Reise nicht erwähnen wollte: auch Herr der Ringe) als Kulisse gedient hat.


Und danach ist dann alles nur noch blau, grün und grau. Blau der Himmel, grün die Wälder, grau das Gletscherwasser durch das wir fahren.



Etwas beschämt steigt man dann nach diesem Event aus dem Bus der Organisation und versucht, so schnell wie möglich so unbeteiligt wie möglich auszusehen. Und einmal um die Ecke realisiert man, dass hier nicht Ende der Saison ist – sondern Beginn der neuen Saison! Kaum sind die Skilifte rund um Queenstown geschlossen, geht hier nämlich das Sommergeschäft los. Queenstown rühmt sich als die Wiege des Bungy-Jumping, Mountain Biking ist groß hier und dann gibt es noch so hübsche Geschichten wie Kayaking, Fallschirmspringen oder Ziplining, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Nach dem outdoorsy Tagesprogramm versammelt sich die geneigte Meute gerne im The Bunker, The Cow oder bei Monty’s. Ich habe mich für eine heiße Suppe im Vudu niedergelassen…

…und war am Ende des Tages zugegeben froh, in mein gemütliches Hotel zurückzukommen, aus den nassen Schuhen zu schlüpfen und mich unter die Dusche zu stellen, von wo aus ich den Paraglidern beim Landen zusehen konnte. Die ja schon noch ein bisschen cooler sind als die, die auf Speedbooten durch die Gegend fahren.

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