Es begann irgendwann zwischen zwei Tassen Kaffee und einer kalten Limo. Unser Tag im Precinct Maboneng. Unser Guide holte uns am Flughafen Johannesburg ab. Dort aßen wir dann um 10 Uhr morgens Zuckerwatte (ich konnte mir mein „Was ist das denn?„, mit dem Zeigefinger auf die Plastikbeutel mit den bunten Inhalten zeigend, natürlich nicht verkneifen, und schon hatte ich so ein Teil in der Hand), die Sonne war noch etwas zu hell und wir noch nach deutschen Wetterverhältnissen bekleidet.

Aber eine Pause sollte es erstmal nicht geben. Rein in den Wagen und ab nach Downtown Joburg. Im Stadtteil Maboneng gibt es nämlich auch keine Pausen, hier herrscht ein kreativer Umbruch, es wird gewerkelt, verändert, regeneriert. Und dieser wunderbare Ort, in den wir vor etwa zehn Jahren absolut keinen Fuß gesetzt hätten, sollte nun der Start unserer Johannesburg-Reise sein.

Ein bisschen klischeehaft nahm der Tag dann seinen Lauf, Menschen mit Unmengen Bananen auf dem Kopf oder mit Schubkarren voller Ananas kamen uns entgegen, Männer in schwarzen Uniformen, mit Schlagstöcken und strengen Blicken. Das gehört genauso zu Johannesburg wie dieser bunte, zu neuem Leben entfachte Stadtteil Maboneng.

Die Regeneration

Flächen die Jahrzehnte lang als No-Go-Zonen bekannt waren, die für Verfall und Armut standen, in denen es nichts als alte Industrie und heruntergekommene Wohnsiedlungen gab, werden plötzlich zum „Place of Light“, dem Beititel des neuen-alten Stadtteils, welcher heute als Zentrum der künstlerischen Energie Johannesburgs gilt.

Zu verdanken ist das unter anderem einem jungen Unternehmer namens Jonathan Liebmann, der alte Bürokomplexe und Lagerhäuser aufkaufte und sie mit renommierten Architekten zu frischen kulturellen Oasen umwandelte. Werbeagenturen, Einzelhandelsflächen, Galerien, private Studios und natürlich Rooftop-Bars sind jetzt an jeder Ecke zu finden.

Restaurant Canteen

Und wo es zu jener Zeit nur Müll und Dreck gab, finden wir heute gemütliche Innenhöfe in denen kleine Zitronen- und Olivenbäume wachsen. Ich hätte mir die erste Mahlzeit in Südafrika nicht besser vorstellen können – und schon waren wir richtig „angekommen“. Neben dem Restaurant entdeckten wir weitere Kreativ-Studios und den Sitz des Local-Design Labels „Love Jozi„.

12 Decades Johannesburg Art Hotel

Nur ein paar Ecken weiter und wir stehen vor dem „12 Decades„, einem jungen Designhotel welches erst 2010 seine Pforten eröffnet hat. Schon beim Eintreten in das Altbau-Neubau (hä!?) Gebäude staunen wir über die hohen Decken, das einzigartige Design, über die vielen Sitzecken, über die Aussicht vom zwölften Stock, über die Loft-Zimmer, welche alle einem ganz eigenen Stilmuster folgen und von diversen Artists gestaltet wurden – und nicht zuletzt staunen wir selbst über die Toiletten.

Auf jeden Fall ein uber-Place für den nächsten Aufenthalt in Johannesburg! Und was jetzt absolut nicht mehr in den Artikel reinpasst sind die vielen Streetart-Schätze, die wir auf unseren Spaziergängen durch Maboneng entdeckt haben. Diesen Kunstwerken wird ein eigener Artikel gewidmet.

Was ich euch dann noch ans Herz lege ist der Dokumentarfilm „Place of Light“ über genau diesen Stadtteil und seine Entwicklung in wundervollen Bewegtbild-Aufnahmen! Baie lekker! Das war afrikaans und bedeutet „sehr toll!“ oder eben „uber!“.


Alle Bilder © uberding von Mia Bühler.

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