Schwarze Roben, schwarze Kutten, schwarze Hosen, schwarze Jacken… Farben gibt es bei dieser Show nur beim Licht und den Hintergrundprojektionen. Dennoch sind die Ouftits extrem abwechslungsreich und die unterschiedlichen aber allesamt tollen Modeltypen tun ihr Übriges.

UMASAN: „Ist das was Japanisches?“, fragt mich meine Mutter am Telefon, als ich ihr sage, wie das Label heißt, und liegt damit gleichzeitig total richtig und voll daneben. Umasan hat seinen Sitz in Berlin und ist damit auf den ersten Blick quasi ur-deutsch. Aber: Im Gegensatz dazu lieferte Japans Stil die Inspiration für die Schnitte der (durchweg schwarzen) Kleidungsstücke und der Labelname setzt sich aus „Uma“ (Die japanische Göttin des Lebens) und „San“ (= der Respekt vor der Einzigartigkeit jedes Individuums) zusammen.

So weit, so gut.

Sandra, die eine Hälfte von Umasan.

Findige können in dem Namen aber noch etwas anderes entdecken… und zwar einen Teil der Namen der Gründerinnen Anja und Sandra Umann und letztere habe ich mir dann auch für ein kleines Interview geschnappt.

„Vegan bedeutet ja nicht direkt nachhaltig.“, meint sie zur Umstellung vieler Designer auf Kunstleder. Sie und Anja legen Wert auf ganzheitliche Nachhaltigkeit, wie sie mir dann backstage vor der Show verrät.

Geschminkt wird leider auch bei dieser Show mit L’oreal-Produkten. Da kommt keiner drumherum.

„Wir sind nicht dogmatisch, aber wir leben achtsam und zu einem achtsamen Lebensstil gehört für uns auch das Vegansein.“, schildert sie ihre ganz schön sympathische Grundhaltung. Natürlich betreffe das nicht nur die Ernährung, sondern auch den ganzen Rest: Kosmetika, Waschmittel, Putzmittel… und natürlich: ihre Kleidung. Im Vorfeld hatte ich mir die Frage notiert, wo sie denn die ganzen Schuhe herbekommen, denn ich finde es wahnsinnig schwer, nachhaltige, haltbare, gleichzeitig vegane und dabei noch tragbare Schuhe zu finden. Da muss sie mir erst einmal zustimmen. „Manchmal haben wir dann doch noch Lederschuhe, tragen die dafür aber mindestens fünf Jahre lang.“, erklärt sie mir ihre Notlösung. Allerdings gebe es seit dem letzten Jahr doch einiges Neues an veganem Schuhwerk, das sie überzeugen kann.

Bei ihrer eigenen Mode arbeiten die beiden durchweg mit veganen und nachhaltigen Materialien und nutzen neue Stoffe, damit das auch nicht langweilig wird: unter anderem gibt es da Eukalyptusfasern.

Freude über vegane Kekse!

Selbst das Catering für die Models ist durchdacht: biovegane Rohkostriegel, leckere Kekse und naturbelassenes Kokoswasser stehen im Backstagebereich bereit. Eins der Models inspiziert die Auswahl und greift mit strahlenden Augen ordentlich zu. Als ich sie angrinse, meint sie: „The first time, I can eat something at a show! It’s amazing!“ und packt sich direkt einen Vorrat ein.

Überhaupt ist die Stimmung im Backstagebereich überdurchschnittlich gut, entspannt und positiv. Ob da was von der Einstellung der Designerinnen abfärbt? Jedenfalls habe ich noch nie backstage in so viele strahlende Gesichter geschaut.

Und dann sehe ich die „Laufprobe“ und weiß: Das wird mein persönliches Highlight dieser Mercedes-Benz Fashion Week! Und ich werde auch wirklich nicht enttäuscht.

Sissi Pohle, die vielleicht der ein oder andere von „Das perfekte Model“ kennt, habe ich spontan in die Show mitgenommen und auch sie ist danach hin und weg. „Besonders der Schlussteil, da hab‘ ich sogar mitgefilmt!“, meint sie ganz begeistert und Johanna, eine Fotografenkollegin vom Media Riser meint zu mir: „Da bekomm‘ ich direkt Tränen in den Augen, wenn so getanzt wird.“

Ich sage euch eins, meine Lieben: wenn ihr irgendwo lest, dass Umasan eine Show macht, dann geht aber gefälligst auch hin! Es lohnt sich!


Fotos © 2014 uberding / Lena Reiner

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