Clubs, Culture and Cocaine, diese Themen hatte ich euch letzte Woche versprochen und dieses Versprechen halte ich natürlich auch! Im Grunde genommen haben mich alle drei Begriffe sogar an einem Abend beschäftigt: Meine Liebste hatte Geburtstag und wir waren erst mit Freunden essen, um dann noch in eine Bar weiterzuziehen. Natürlich irgendwo an der Lower East Side, wir wollen NYC ja schließlich genauso cool erleben, wie es auch die coolen New Yorker tun, denen man so auf Instagram & Co begegnet.

Culture – Im Restaurant

Was ich mit Culture meine, wenn ich von den USA spreche? Ihr könnt euch sicher schon denken, dass ich bei diesem Thema eher etwas negatives im Kopf habe, schließlich sind die Amerikaner ja für vieles bekannt, nicht aber für ihr Gespür für Kultur! Und nach mittlerweile knapp 6 Wochen in NYC kann ich sagen: Das Klischee, das ich in dieser Hinsicht im Kopf hatte, wird weitgehend erfüllt! Zum einen gibt es in den wirklich amerikanischen Bezirken hier kaum ausländisches Essen, das nicht in irgendeiner Form amerikanisiert wurde. Was ich aber noch viel schlimmer finde: Das Thema Musik! Für mich muss Musik irgendwie zum Restaurant passen und dessen angenehme Atmosphäre unterstreichen. Beim Essen möchte ich mich entspannt unterhalten können, außerdem gibt es ja Studien, die sagen, dass wir beispielsweise italienisches Essen intensiver wahrnehmen, wenn wir dabei auch italienische Musik hören.

Wie das hier abläuft? Beim Pasta Essen beim Szene-Italiener donnert eine Mischung aus dem kompletten Justin Timberlake Album und aktuellen Billig-Charts aus den Boxen, die aufgedrehten Ami-Weiber am Nachbartisch grölen sogar mit! Und dann letzte Woche der Schock in meinem Lieblingsrestaurant: Wo zu leckeren Meatballs normalerweise coole und perfekt zur Location passende Grunge-Musik läuft, schmeißt irgendjemand auf einmal „Yeah“ von Usher an. Noch ein Beispiel? Neulich in einem Irish Pub, irgendwo an der Upper East Side dröhnte mehr 0815 Black-Music durch die Kneipe als bei BigFM! Klingt es überheblich wenn ich sage, wir Europäer haben irgendwie mehr Gespür für solche Dinge?

Clubs – Stil, Stilettos und Promoter

Mit einem Knall begann mein erster Club-Besuch im Big Apple, mit einem Stunt könnte man sagen! Was los war? Wir liefen die schmale Metalltreppe im Club hoch und plötzlich kam uns eine wohl etwas zu betrunkene Partymaus entgegengeflogen. Mit dem Kopf voraus nahm sie die Treppe nach unten und bremste mit großem Getöse im Geländer, ihre Highheels in bester Comic-Manier durch die Luft wirbelnd. Wie immer war das Glück auf der Seite der Schnapsleichen: Das Mädel blieb scheinbar unverletzt.

Was ich nun schon wieder zum Thema Stil zu sagen habe? Im Grunde genommen geht es um eine ähnliche Stillosigkeit wie bei der Musik im Restaurant: Bestellt man Champagner im Club, bekommt man für seine 12$ einen Perlwein im Plastikglas. Im Plastikglas, wie beim Camping! Ist ja bestimmt sicherer, ich hatte auch schonmal ein richtiges Sektglas in der Hand stecken! Aber stilvoll ist das nicht!

Promoter? Kennt man aus Deutschland ja eigentlich nur in dem Sinne, dass einen plötzlich Menschen ansprechen und für Kreditkarten, Radiosender oder was auch immer für verrückte Dinge begeistern wollen. Menschliche Werbeträger sozusagen. Promoter hier in New York? Ganz verrückte Geschichte! Hier gibt es Club-Promoter, die eine ordentliche Provision bekommen, wenn sie Mädels (oder wohl auch coole Jungs) in Clubs lotsen. Diese wiederum fühlen sich im Club dann wie wir auf einer Aftershowparty der Fashion Week in Berlin: Free Drinks überall! Der Haken? Ein Club, der sich auf diese Weise hübsche Mädels heranholen muss, kann ja eigentlich kein besonders angesagter Club sein… Und besonders voll muss dieser auch nicht unbedingt sein.

In unserem Fall war die Promoter-Story aber noch etwas eigenartiger: Wir waren in einem Club, der uns (abgesehen vom Crash auf der Treppe) sehr ordentlich vorkam. Sind ja auch ganz von alleine reingegangen, haben Drinks gekauft, was man eben so tut. Uns plötzlich steht da ein Typ, spricht uns an, stellt sich als Promoter vor und lädt uns an seinen Tisch ein, free Drinks. Mich und 7 Mädels, Jackpot für alle also. Als dann irgendwann die Magnum-Wodka-Flasche leer war, wurde aber doch klar, wie der Hase läuft: Nun versuchte der Promoter, uns zu überreden, mit ihm in einen anderen, „total tollen“ Club zu gehen, wo wir wiederum free Drinks bekommen sollten. Aber fuck yeah, wir gaben dem Kerl einen Korb und tanzten einfach weiter!

Cocaine

Kokain gehört (wie wir dank unzähliger Filme und dem VICE Magazine alle wissen) ja zu New York wie das Empire State Building. Und so hätte es mich eigentlich nicht verwundern sollen, dass ich gleich an meinem ersten Party-Abend tatsächlich etwas mit Kokain zu tun haben sollte. Nein, nicht aktiv! Aber ich kam da ins Gespräch mit so einem Typen, der aussah, wie jeder zweite Berliner Hipster. Nachdem er mich gründlich ausgefragt hatte, stellte ich auch mal eine Gegenfrage und zwar die, was er denn so mache. „Ich bin seit zwei Monaten arbeitslos. Aber von mir bekommst du das beste Kokain der Stadt, keinen zusammengemischten Schrott sondern astreinen Stoff. Wenn du nicht zufrieden bist, bekommst du dein Geld zurück!“ – klingt ja wie bei Zalando! Als ich den Typen später wieder sah, fummelte er grade wie wild an einem Mädchen herum, das ich nicht einmal mit Gummihandschuhen angefasst hätte – musste ja echt guter Stoff sein!

Miley Cyrus Konzert im Barclays Center

Ach ja und dann war da noch der vergangene Samstagabend… Ein unvergesslicher Abend! Schon zu Weihnachten hatte mir meine Freundin Karten für das Miley Cyrus Konzert im Barclays Center hier in Brooklyn geschenkt und was soll ich sagen – eine derartige Show habe ich bis dato noch nicht erlebt! Ganz große Klasse, was die Wreckingball-Skandalnudel da abzieht, ob man ihre Musik nun mag oder nicht! Ich kann jedem nur empfehlen, sie mal live zu sehen, sollte man die Möglichkeit haben. Gleiches gilt für das Barclays Center, auch das ist definitiv einen Besuch wert, ob für ein Konzert oder bestimmt auch zum Basketball, diese Halle ist der Wahnsinn!

Was euch nächste Woche erwartet? Ich stelle euch einen meiner absoluten Lieblingsplätze der Stadt vor, dann wird es auch endlich mal wieder ein bisschen bildgewaltiger! Und mal sehen, was bis dahin noch so passiert!

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