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Eurovision Song Contest am Times Square

Letzte Woche habe ich euch von kulinarischen Heimatgefühlen berichtet, nun habe ich wieder etwas erlebt, was mich an zu Hause erinnert hat: Ich habe hier in New York den Eurovision Song Contest angeschaut. Warum? Gute Frage! Ich bin kein wahnsinniger Fan des ESC, auch wenn ich ihn in den letzten Jahren eigentlich immer angeschaut habe. Zu viel Tamtam um mittelmäßige Lieder und jedes Jahr aufs neue ein Ergebnis, das ich nicht nachvollziehen kann. Doch hier war wieder einmal alles ein bisschen anders. Als ein Freund vorschlug, gemeinsam zum ESC Public Viewing zu gehen, war ich sofort Feuer und Flamme und so verbrachte ich den Samstagnachmittag in einer Bar direkt am Times Square gemeinsam mit einigen Dutzend anderer Europäer unterschiedlichster Herkunft.

Es wurde gemeinsam geklatscht, gelacht und gejubelt. Und das Witzigste: Bekam Russland Punkte, so buhte stets die gesamte Bar! Und wie auch beim Essen aus dem Schwarzwald merkte ich dieses mal wieder, dass es manchmal einfach verdammt gut tut, etwas Gewohntes zu machen. An dieser Stelle gebe ich auch direkt noch zu, dass wir jeden Sonntag den Tatort im Livestream anschauen. Ein bisschen Heimatverbundenheit steckt eben auch in mir!

Unsere Zeit in Crown Heights

Gestern sind wir zum zweiten Mal umgezogen und ich möchte dies als Gelegenheit nehmen, um von unseren sechs Wochen in Crown Heights zu berichten. Crown Heights ist ein Stadtteil von Brooklyn und liegt im Südosten, die Gegend ist eher etwas familiärer und kleine Häuser prägen das Straßenbild. Als wir vor sechs Wochen dort ankamen, war es noch sehr kalt, aber trotzdem fühlten wir uns schnell wohl in der Gegend. Zum einen weil es eben schön ruhig ist, zum anderen weil wir mit dem Prospect Park Brooklyn einen der schönsten Orte der Stadt direkt um die Ecke hatten.

Ob zum Joggen oder einfach nur Entspannen, wir mussten nur schnell den Rockaway Parkway entlanglaufen und waren in der grünen Oase. Dort erlebt man dann das, was man in Hollywoodfilmen oft nicht glaubt: Bei gutem Wetter ist der Park voll mit Menschen jeden Alters, die herumliegen, Sport treiben, grillen oder ihren sonstigen Hobbys nachgehen. Das Leben verschiebt sich komplett ins Grüne und manchmal kann es ganz schön hart sein, beim Joggen am Grillplatz vorbeizulaufen und dem Duft eines frischen Steaks zu widerstehen!

Die zweite Wohnung in New York

Doch was gibt es zur Wohnung zu erzählen? Wie war diese, verglichen mit unserer ersten Bleibe in East Williamsburg? Schließlich hatten wir beide über AirBnb gebucht und auch einen ähnlichen Preis (gute 1300$/Monat) für das Zimmer bezahlt. Eines kann ich gleich mal sagen: Man sollte sich nicht zu viel vom ersten Eindruck beeinflussen lassen! Während die erste Wohnung auf Fotos und beim ersten Betreten deutlich schöner und moderner wirkte, fühlten wir uns in der zweiten eigentlich wohler. Dort sorgte unser Gastgeber weitaus gewissenhafter für Sauberkeit. Außerdem hatten wir großes Glück, die Wohnung hatte zwar vier Schlafzimmer, war aber teilweise nur mit uns belegt. So kam etwas mehr „trautes Heim-Gefühl“ auf.

Jede Woche neue Mitbewohner

Verrückte Mitbewohner hatten wir in beiden Appartments, teils länger, teils nur für ein paar Nächte! Hier erlebten wir aber in der zweiten Unterkunft die wilderen Geschichten. In der ersten Wohnung gab es da zwar diesen Typen, der überall in der Wohnung seine Haare und Kleider verteilte, uns aber dann regelmäßig erzählte, dass es ihm zu dreckig sei. Doch dieser wurde eindeutig getoppt von den vier französischen Jungs, die in der zweiten Wohnung einfach unsere Lebensmittelvorräte aufaßen. Wir ließen uns dann aber fürstlich dafür entschädigen! Dann gab es da noch die extrem laute Holländerin, die durch Stinkefüße und extreme Schnorrerei in unserem Gedächtnis blieb – doch was wäre ein halbes Jahr in NYC ohne solche zwischenmenschlichen Erlebnisse!

Was wir generell auffällig fanden: Es gibt wirklich viele, die für ein paar Tage in die aufregendste Stadt der Welt kommen und dann jeden Tag um 18 Uhr nach Hause fahren, kochen und herumsitzen. Irgendwie unverständlich, findet ihr nicht auch? Wenn ich mich an unsere ersten Tage in New York erinnere – wir waren rund um die Uhr auf Achse und nur zum Schlafen zu Hause!

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