An der Stelle, wo wir uns letzte Woche noch das Feuerwerk zum 4th of July angesehen hatten, verbrachten wir nun den ganzen Samstag. Warum? Wie schon erwähnt befindet sich auf Pier 5 des Brooklyn Bridge Parks ein Fußballfeld, und einen Tag vor dem großartigen WM-Finale sollte hier das alljährliche adidas FANATIC stattfinden. Und auch sonst war mein Wochenende sehr von Sport geprägt.

adidas FANATIC

FANATIC ist eine Art Grümpelturnier, bei dem Teams aus der Kreativszene jedes Jahr im Sommer um den Titel kämpfen. Der Unterschied zu den Firmen- und Vereinsturnieren, die man aus jedem deutschen Dorf kennt, liegt dabei nicht im fußballerischen Niveau, wohl aber im Rahmenprogramm, der Kulisse und einigen Protagonisten. So spielte unter anderem NBA-Legende Steve Nash mit, außerdem war die Konzentration an Models und Designern fashionweekmäßig hoch. Die Kombination aus Fußball, Drings, Barbecue, ganz viel leckerem Eis und all den schönen Menschen sorgte dafür, dass die coolsten Leute New Yorks ihren Samstag am Pier 5 verbrachten. Ich spielte selbst für das Team von adidas Originals mit – mit wenig Erfolg, aber viel Spaß. Im Sonnenuntergang zogen wir durch Brooklyn nach Hause, der Körper voller Schweiß und Sonnencreme, doch beschwingt wie nach einem dieser Festival-Tage.

Das schönste am ganzen FANATIC-Tag? Die Mischung aus all den Menschen. Ob Südamerikaner, Europäer, Asiaten, Afrikaner, oder eben doch ein paar Amis, so viele Nationalitäten kommen wohl selten zusammen. Allein in meiner Mannschaft spielten ein Brite, eine Australierin, zwei Franzosen, drei Amerikaner und ich als Deutscher und alle waren ein TEAM. So wie Deutschland halt am Sonntag! In den anderen Teams ging es ebenso bunt zu und das Allerbeste: Sogar zwischen den unterschiedlichen Teams herrschte bis auf wenige Ausnahmen Friede, Freude, Eierkuchen. So traf ich zum Beispiel Mathias wieder, der die FANATIC Liga mit mir für die Originals gespielt hatte, nun aber für die Mannschaft eines Modemagazins auflief. Gegen das fußballerisch eindeutig überlegene Team von „The Goodlife“ verloren wir zwar 3:0, lagen uns Sekunden nach Abpfiff aber für ein gemeinsames Familien-Mannschaftsfoto in den Armen. Hach, diese Harmonie!

Das WM-Finale in New York

Gott im Himmel, was für ein Tag, der 13. Juli 2014! Deutschland im WM-Finale, nachdem im Halbfinale Brasilien mit einem historischen 7:1 des Platzes verwiesen wurde. WM-Finale! Das hatte ich zuletzt im zarten Alter von 11 Jahren erlebt und Deutschland hatte verloren. Und nun wieder die Chance, Weltmeister zu werden und wir sind in New York, nicht zu Hause. Nicht in Deutschland wo alle Menschen Grillpartys schmissen, das Bier in Strömen floss und selbst die Uroma von nebenan für 120 Minuten aus dem Endlosschlaf erwachte und mit Müller und den anderen mitfieberte.

Wir mussten also das Beste aus unserer Situation machen und wollten vor allem argentinischen Fans aus dem Weg gehen – aus Angst, diese später eventuell zum Titel beglückwünschen zu müssen. Wo geht man also hin, als Deutscher in New York? In den Biergarten des The Standard Hotel natürlich! Dort waren ungefähr 90% der Anwesenden in Schwarz-Rot-Gold unterwegs und sogar die Nationalhymne wurde kollektiv mitgeschmettert. Am Ende wurden wir Weltmeister und ich hatte deutsches Bier und Currywurst im Bauch – das Beste aus der Situation gemacht, würde ich sagen! Der geilste Moment übrigens: Als Argentinien das Tor schoss, das dann wegen Abseits doch nicht zählte. Erst jubelten die 10%, dann gröhlten die 90%, als hätten sie gerade schon das Spiel gewonnen!

Frauen-NBA

Noch mehr Sport? Yes! Mein Wochenende war eigentlich eine Extraausgabe der Sportschau, total verrückt. Freitag hatte ich Freikarten für ein Spiel der Frauen-NBA bekommen und da dachte ich mir: „Mensch, das guckste dir mal an!“. Den Madison Square Garden wollte ich ohnehin mal sehen, bisher war ich ja nur zweimal im Barclays Center in Brooklyn gewesen. Ich mache es kurz: Frauen-Basketball ist ein bisschen, wie Frauenfußball. Es war zwar besser, als ich es erwartet hatte, mein Platz in der sechsten Reihe grandios und auch die Show an sich wirklich nett. Doch auch wenn die Frauen riesig waren und extrem gut mit dem Ball umgehen konnten – das was bei den Männern abgeht, ist halt doch etwas völlig anderes. Basketball ist ohne Dunkings eben nur halb so cool.

Ein sportliches Wochenende liegt also hinter mir, mal sehen, was ich die nächste Woche zu berichten habe! Übrigens: Sollte es etwas geben, was ich eurer Meinung nach unbedingt noch sehen oder erleben sollte, ob ihr es nun selbst kennt oder nur etwas darüber gehört habt, dann lasst es mich wissen. Ich biete mich gerne als Testperson an!

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