Ich hatte mich eigentlich auf einen heißen Sommertag in der pittoresken Altstadt von Neapel eingestellt. Irgendwo im Koffer steckte zwar auch der Bikini in der Vorahnung, dass ich nach einer Stunde Stadtspaziergang durch die Hitze irgendwann in irgendeinen Bus steigen und zum Strand fahren würde. Aber es kam viel besser: Stattdessen fand ich mich nämlich kurz nach der Landung mit Sonnencreme, Handtuch und Picknickkorb bewaffnet in einem Motorboot im Golf von Neapel wieder. Hier hat sich also der Sommer versteckt!

Tagesausflug Neapel: Mit dem Boot die Küste entlang

Tatsächlich war das Ganze eine ziemlich spontane, aber auch ziemlich gelungene Aktion: Am Bootsanleger am Castel dell’Ovo mieteten wir uns spontan für 80€ ein Boot mit Sonnensegel. Paninis und Obst gibt es in Italien eigentlich an jeder Ecke, und viel mehr braucht es dann auch gar nicht. Unser Ziel war die weniger touristische Küste westlich der Stadt, und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Nicht nur, dass ich vom plötzlichen Sommereinbruch um mich herum absolut geflasht war – dass ich diesen August noch mal Temperaturen über 25 Grad erleben dürfte, hätte ich eine Woche vorher auch nicht gedacht. Noch viel mehr haute mich die unverhoffte Schönheit dieser Gegend, die ich vorher so gar nicht auf dem Schirm hatte, um: Raue Steilklippen neben grünen Baumwipfeln, verfallene Villen neben mediterranen Steinhäusern, weiß beschirmte Elite-Strandbars neben bunten Sonnenschirmen, unter denen sich Familien, braungebrannte Strandschönheiten und bierbäuchige Machos vergangener Zeiten tummelten. La Dolce Vita. Und diese Sonne!

Um euch in Italien ein Boot mieten zu können braucht ihr einen Bootsführerschein. Kein Problem, wenn man mit einer Flight Crew unterwegs ist: Piloten sind automatisch zum Bootfahren befähigt. Praktisch! Alternativ ist es für eine Gruppe aber auch nicht allzu teuer, sich ein Boot mit Skipper zu mieten. Der kennt im Zweifelsfall auch die schönsten Ecken zum Schwimmen. Und was ist noch wichtig?

Pro-Tipps für einen Bootsausflug in Neapel

  • Nehmt genug Sprit mit! Wir hatten nur genügend Carburante für zwei bis drei Stunden Fahrt im Tank – und machten uns nach unserem Badestop in einer fast schon kitschig-schönen Bucht etwas Sorgen, ob wir den Rückweg in die Stadt schaffen würden, ohne uns per Anhalter abschleppen lassen zu müssen. Und die Wassertankstellen in Italien sind am heiligen Sonntag natürlich geschlossen! Gott sei Dank sind die Italiener so wie sie eben sind, und unsere Nachbarn überließen uns großzügig ein paar Liter Sprit. Faustregel: Noch bevor der Tank halbleer ist müsst ihr rumdrehen oder euch auf den Weg zur nächsten Tankstelle machen.

  • Die kleinen Boote, die man mal eben mieten kann, sind keine Kraftprotze sondern eher aufgemotzte Nussschalen. An der Küste ist viel Schiffsverkehr und deshalb gibt es auch viele Wellen. Die Fahrt wird also kein ruhiges Gedümpel wie man es von deutschen Binnengewässern kennt, sondern ein kleines Abenteuer! Richtig geil, aber…
  • …nehmt so wenig wie möglich mit an Bord, und verpackt eure Habseligkeiten am besten in eine wasserfeste Tasche! Was unbedingt mit muss sind Wasser, Sonnencreme und Handtücher, gerne auch ein (windsicherer) Hut. Ich hatte ja wirklich damit geliebäugelt die Spiegelreflex mitzunehmen, aber das wäre einfach nur bescheuert gewesen. Im Zweifelsfall solltet ihr euch die Reinigungstüte aus dem Hotel oder eine Plastiktüte aus dem nächsten Supermercato schnappen, wirklich. Denn am Ende der Fahrt werdet ihr so viel Spritzwasser im Boot haben, das sonst alles zu euren Füßen schwimmt.
  • Lasst euch treiben. Aber nicht zu weit. Soll heißen: Nach ein, zwei Stunden Fahrt solltet ihr euch definitiv die schönste Bucht aussuchen und dort ankern, ins Wasser springen, um die Wette tauchen. Super Sache, vor allem wenn ihr daran denkt den Anker aufzuklappen, bevor ihr ihn ins Wasser werft… True Story.

  • Wenn ihr sowieso vorhabt, euer Smartphone mitzunehmen: Wenn der Motor erstmal aus ist, ist Musik auf dem Boot eine ziemlich gute Sache! Thies‘ uberTunes eignen sich dafür übrigens ziemlich gut…
  • Ich weiß, ihr könnt es nicht mehr hören, aber: Cremt euch ein! Obwohl ich in dieser Hinsicht wirklich vorsichtig bin habe ich schon wieder einen ganz leichten Sonnenbrand am Rücken, den ich mir auf der Heimfahrt genüsslich von der Abendsonne wärmen ließ. Wasser reflektiert Sonnenlicht einfach enorm, mindestens 30er Sonnencreme ist also ein Must.

Wart ihr schon mal in und um Neapel unterwegs? Was soll ich dort beim nächsten Mal unbedingt machen: Mit der Fähre von Neapel nach Capri fahren? Mir Sorrent anschauen? Oder doch endlich mal durch die Altstadt schlendern?

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