Toulouse, du wunder-, wunderschönes Kleinod in Südfrankreich. Warum wurden wir einander so lange vorenthalten? Wieso war ich schon so oft in Frankreich, aber wusste die ganze Zeit nichts von deiner übertriebenen Lässigkeit, davon, wie hübsch du bist und wie sympathisch? Pont Neuf, das hat mir vielleicht noch was gesagt, aber wusste ich etwas von den verschlungenen Altstadtgassen, von den kleinen Restaurants und Designlädchen, von genau der richtigen Portion Touri-Tauglichkeit gegenüber der großen Ladung Alltagseignung? Non.

Ein entspanntes Kleinod in den Midi-Pyrénées: Toulouse

Die Stadt im Süden Frankreichs war Ziel meines kleinen Frankreich-Roadtrips am letzten Wochenende, und ich kann gar nicht sagen wie gut mir dieser getan hat. Und diese Stadt. Mal wieder was Neues sehen, ohne große Erwartungen. Mal wieder so richtig überrascht werden von einer Stadt, weil man vorher noch nicht mit Superlativen über ihre Schönheit beschmissen wurde. Das hatte ich lange nicht mehr, zuletzt in Tallinn vielleicht, aber auch das ist schon wieder eine Weile her.

Und jetzt stand ich da also staunend, erfuhr, dass die Pfeiler der Pont Neuf Löcher haben, um bei Hochwasser dem hohen Wasserdruck standzuhalten, dass es in Frankreich deshalb die Redewendung „Être solide comme le Pont Neuf“ gibt. Solide kommt mir diese ganze Stadt vor, sie scheint sich dem Touristenstrom nicht allzu sehr hinzugeben, trotzdem ist sie offen für Fremde.

Sechs Tipps für Toulouse und Südfrankreich:

  • Wenn ihr mit dem Auto anreist, solltet ihr auf jeden Fall den kleinen Umweg übers Meer nehmen – bei Montpellier oder Narbonne rausfahren, irgendein x-beliebiges Küstenörtchen raussuchen und dort die müden Füße ins Meer halten: Unbezahlbar!
  • Noch bis Ende September werden in Toulouse die Arbeiten von photoMAP Toulouse ausgestellt – einem Wettbewerb für Amateurfotografen. Überall in der Stadt (siehe Galerie) findet man kleine Ausstellungsboxen mit großartigen Aufnahmen.
  • Eine Drei-Brücken-Tour lohnt sich: Vom belebten Place Saint-Pierre aus über die Pont Saint-Pierre auf die andere Garonne-Seite, dann nach links abbiegen und durch die Gässchen bis zur Pont Neuf schlendern. Dann weiter den Prairie des Filtres Park oder den Cours Dillon entlang am Garonne-Ufer bis zur Pont Saint-Michel spazieren. Von dort aus soll man eine tolle Aussicht auf die Stadt haben – wir sahen vornehmlich Grün und Fluss, aber darüber werde ich mich sicher nicht beschweren. Von einem ruhigen Plätzchen auf der unter der Brücke gelegenen Insel aus kann man bestens den Wake-Boardern zusehen!
  • Und apropos Aussicht: Die beste Aussicht über die Stadt hat man definitiv von der Dachterrasse der Galeries Lafayette aus! Einfach mit dem Aufzug (erspart einem die Qual der wunderschönen Produkt-Auslagen!) nach oben durch fahren und genießen. Hier entstand bei kitschigstem Sonnenuntergang auch das Titelbild.
  • Wenn ihr mehr Zeit habt als wir, solltet ihr unbedingt einen Ausflug durch die Region der Midi-Pyrénées einplanen! Nicht viel mehr als eine Stunde Fahrt von der Stadt entfernt beginnen im Norden das Zentralmassiv und im Süden die Pyrenäen, und dass es dort wunderschön ist, brauche ich jawohl niemandem zu erzählen. Albi zum Beispiel soll auch bezaubernd sein!
  • Und, ganz wichtig, Essen! Natürlich kann man in Frankreich problemlos wochenlang von Baguette, Käse und Rotwein leben. Wir waren allerdings auch sehr gut essen im The Wintergarden in der Rue des Gestes, einer gemütlichen Schlemmergasse, die ihr auch in der Galerie sehen könnt.

Gewohnt haben wir in Toulouse übrigens in einem zauberhaften Guesthouse auf Traveller-Niveau, natürlich gibt es aber auch viele nette kleine Hotels – dieses hier zum Beispiel, für nur 77€ pro Nacht inklusive Frühstück. Wenn ihr Tipps für einen uberPlace in Toulouse habt, bitte her damit – denn ich werde wiederkommen, so viel steht fest.

Kommentare

Send this to a friend