Im filmreifen Monument Valley haben wir eher entspannt und die Vorzüge von Duschen, Pool und Elektrizität genossen, die folgenden Tage wurden dann eher wieder natürlicher. Sowohl im Canyonlands National Park als auch im Arches National Park gab es außer Feuerstellen und einem Waschhäuschen nämlich gar nichts – was im ersten Moment vielleicht ein wenig verrückt klingt, aber eigentlich ideal ist, um die beeindruckende auch wirklich wahrzunehmen. Viel zu oft sind wir doch heutzutage nur noch damit beschäftigt, unsere Smartphones zu checken und ständig unter Strom zu stehen, da wirkt eine derartige Auszeit gleich doppelt entschleunigend!

Die Reise in die National Parks in Utah

Auf dem Weg vom Monument Valley in die weiteren National Parks in Utah wurde uns wieder einmal bewusst, wie groß die USA eigentlich sind und was es hier bedeutet, am A**** der Welt zu leben! Da gibt es Orte, deren größte Attraktion eine Subway-Filiale ist – mehr gibt es dann aber auch nicht!

Canyonlands National Park – Wildnis und Freiheit

Schon als ich 2010 mit meiner Familie in der Gegend gewesen war, hatte ich den Canyonlands National Park zu meinem absoluten Lieblingsort im Südwesten der USA erkoren. Warum denn das? Der Grand Canyon beispielsweise ist deutlich spektakulärer, größer und bekannter. Doch was mich am Canyonlands National Park jedes Mal so umhaut, ist die echte Wildnis, die man hier noch spürt. Man wandert einfach über Felsen, sucht sich ein Ziel und klettert dort einfach hin. Während manche Aussichtspunkte am Grand Canyon ähnlich bevölkert sind wie der Times Square, kann man in den Canyonlands teilweise stundenlang durch die Gegend laufen, ohne einem einzigen Menschen zu begegnen. Auch unter diesem Aspekt passt es so gut, dass die Campgrounds in der Gegend auf das absolut Wesentliche reduziert sind.

Wir wollten eigentlich im südlichen Needles District auf dem Squaw Flat Campground übernachten, da wir aber an diesem Tag etwas spät dran waren (schließlich waren es vom Monument Valley bis hier wieder mal eben 250 Kilometer, auf denen wir für das ein oder andere Foto stoppten), waren schon alle Plätze belegt. Wie viele Campingplätze in den National Parks funktioniert auch der Squaw Flat Campground nach dem First Come – First Serve Prizip: Wer zuerst kommt, bekommt auch einen Platz, Reservierungen gibt es nicht.

Doch glücklicherweise fanden wir auf dem Campingplatz des Needles Outpost direkt vor dem Parkeingang noch einen wunderschönen Platz, auf dem wir zwei Nächte verbrachten. Die Besitzerin verschreckt zwar den ein oder anderen mit ihrer rauen Hinterwäldler-Art, war zu uns aber eher wie eine liebe Tante und hat uns einen schönen Aufenthalt bereitet.

Wie schon erwähnt sollte man in der Gegend unbedingt wandern. Wir haben die Tour zum Chesler Park gewählt (Infos zu möglichen Wanderungen bekommt man immer im Visitor Center der Parks) und können diese unbedingt empfehlen. Über Stock und Stein waren wir gute sechs Stunden lang unterwegs und konnten die wunderschöne Landschaft erkunden, in der einem ein Schauer den Rücken herunterläuft, wenn man an „72 Hours“ denkt, der Film, in dem sich James Franco den eigenen Unterarm abschneiden muss, da er in einem Canyon in der Gegend stecken bleibt. Derartige Probleme bleiben gewöhnlichen Wanderern natürlich erspart, eines ist aber trotzdem wichtig: Genug Wasser mitzunehmen! Auf der 6-Stunden-Tour leert man locker mal 3 Liter Wasser, Hitze und Anstrengung sei Dank!

Nach zwei genialen Tagen im Canyonlands National Park war es dann an der Zeit, weiterzufahren. Über die Kleinstadt Moab, wo wir unsere Lebensmittelvorräte auffüllten und das Wi-Fi des örtlichen McDonalds nutzten, um uns doch mal wieder ein bisschen über die aktuellen Geschehnisse zu informieren, ging es in den Arches National Park.

Arches National Park – die Natur als Künstler

Wie der Name schon sagt, geht es im Arches National Park um Bögen. Sich darunter etwas vorzustellen fällt zugegebenermaßen etwas schwer, aus Europa ist man schließlich nicht wirklich an riesige, natürliche Steinbögen gewöhnt!

Im Arches National Park kamen wir auf dem Devil’s Garden Campground unter, der – entgegen seines Namens – ein wunderschöner Ort inmitten der Natur ist. Direkt am Campingplatz startet auch die schönste Wanderung des Parks, die am ‚Landscape Arch’ vorbei zum ‚Double O Arch’ führt und auf dem Rückweg hier und da etwas Kletter-Geschick verlangt. Die meisten anderen Sehenswürdigkeiten des Parks wie der ‚Delicate Arch’ oder die ‚Windows’ sind mit kurzen Spaziergängen vom jeweiligen Parkplatz verbunden und damit auch deutlich überlaufener.

Der Arches National Park verdient das Prädikat ‚beeindruckend’ definitiv, ob in Bezug auf die weite, stark zerklüftete Landschaft oder eben die teils unglaublich filigranen Steinbögen, bei denen man sich einfach nur fragt, warum diese nicht einfach zusammenbrechen!

Dead Horse Point State Park – Mega Aussicht für Schwindelfreie

Nur eine Stunde entfernt vom Ausgang des Arches National Park liegt der Dead Horse Point State Park, eine Art Plateau, von dem aus man einen malerischen Ausblick hat auf eine Kurve des Colorado River. Ein Fußweg führt am Rand des spitz zulaufenden Plateaus entlang, unweit der Spitze befindet sich ein schöner Campingplatz. Hinweis: Die National Park Jahreskarte gilt nicht für State Parks, hat man aber in einem State Park einen Campingplatz gebucht, so muss man keine weitere Eintrittsgebühr bezahlen!

Am Wochenende ist die wunderschöne Reise durch den Südwesten dann leider schon vorbei, weitere National Parks in Utah folgen die Tage und mein Diary zu Bryce Canyon, Zion National Park und Las Vegas kommt dann nächste Woche, genauso wie einige Tipps, die ich nach 5 Wochen des Reisens für euch habe! Wenn ihr also noch Fragen habt, könnt ihr diese gerne hier in den Kommentaren stellen, und ich nehme sie in den nächsten Artikel mit auf!

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