Nach einer langen Pause, in der ich abgesehen von meinem Indian Summer Road Trip nur über Autos, Essen und Sneakers geschrieben habe, will ich euch heute mal wieder ein Update aus New York geben. Darüber, warum ich eigentlich immer noch im Big Apple rumhänge und was in der Zwischenzeit so passiert ist.

Mein Praktikum in New York – verlängert

Der Grund, warum ich im Februar überhaupt hierher gekommen bin (und länger als 3 Monate in den Staaten bleiben durfte) war mein Praktikum bei adidas, das ich im Rahmen meines Studiums absolviert habe und das mir ein J-1 Studenten-Visum ermöglicht hat. Ein solches Visum zu bekommen kostet aber viel Zeit, Geld und auch die ein oder anderen Nerven. Solltet ihr dazu aber Fragen haben, könnt ihr euch gerne an mich wenden.

Nach 6 Monaten bei adidas, in denen ich mich wunderbar eingelebt habe und in meinen Kollegen eine Art Familie gefunden habe, hätte es dann eigentlich wieder nach Deutschland zurück gehen sollen, alles war geplant: Noch 5 Wochen Roadtrip durch den Südwesten der USA und dann war auch schon der Flieger gebucht für den Rückflug in die Heimat.

Warum dann alles anders kam? In den letzten Wochen, bevor ich New York verlassen sollte, hatte ich plötzlich das Gefühl, noch mehr Zeit mit der Stadt zu brauchen. Noch mehr in mich aufsaugen, noch mehr Fotos machen, Restaurants ausprobieren und mit Menschen aus aller Welt abhängen. Als mir meine Chefin dann in der letzten Woche meines Praktikums plötzlich konkret anbot, bis Weihnachten zu bleiben, war die Entscheidung schnell gefällt und innerhalb weniger Stunden stellte ich die Weichen für eine Vorweihnachtszeit in New York. Über Travelworks beantragte ich eine Verlängerung meines Visums und obwohl die Frist dort eigentlich 6 Wochen vor Abreise endet, hat es irgendwie geklappt.

Mein neues Leben in New York

Zurück von 5 traumhaften Wochen am anderen Ende der USA hatte ich dann plötzlich ein ganz anderes Leben in NYC: Ich war nun plötzlich single und wohnte im Kolpinghaus in der Upper East Side, da ich aus dem Urlaub keine andere Möglichkeit gesehen hatte, eine Unterkunft zu finden. Statt Pärchenabenden mit Kochen und Netflix gleicht mein Leben seit knapp zwei Monaten eher einer NYC-Serie: Zu Hause bin ich nur zum Schlafen, den Rest der Zeit verbringe ich entweder im Büro oder aber in den unzähligen Restaurants und Bars dieser Stadt. In der Zeit im Kolpinghaus ist eine kleine Jungs-Clique entstanden. Sex and the City in männlich quasi.

Trotz der angenehmen Gesellschaft merkte ich schnell, das weder das Kolpinghaus noch die Upper East Side ein Ort waren, an dem ich unnötig viel Zeit verbringen wollte. Also ging es Anfang November zurück nach Brooklyn, in meine Lieblings-Hood, wo auch das Abenteuer NYC begonnen hat. Dort wohne ich nun mit zwei Hipster-Girls und einem anderen modeverrückten Kerl in einem kleinen Loft und fühle mich pudelwohl.

Um den ganzen Tapetenwechsel dann noch etwas extremer zu gestalten, habe ich vor 6 Wochen beschlossen, fortan vegan zu leben und mich außerdem in einem Fitnessstudio angemeldet (hier kann ich Blink wirklich empfehlen. Für wenig Geld bekommt man dort alles, was man braucht – wenn man auf Kurse, bereitgestellte Handtücher und sonstigen Luxus verzichten kann. Aber irgendwie gehört ein Gym für mich einfach recht spartanisch.)

Was sonst so passierte – Upstate-Ausflug und Halloween

Ich habe das ja bereits erwähnt, als ich von meinem Vermont-Roadtrip berichtet habe: NYC ist toll, aber manchmal muss man einfach raus, um nicht durchzudrehen. Gesagt, getan – an einem sonnigen Samstag im Oktober setzte ich mich mit meinem Kumpel Christian und dessen Frau in den Zug und wir fuhren nach Cold Springs, wo und bereits Christians Arbeitskollege erwartete, ein echter Local. Er zeigte uns die Gegend am Hudson River, der dort aber rein gar nichts mit dem Fluss zu tun hatte, der das westliche Ende Manhattans bildet. Vielmehr waren wir so richtig in der Pampa, inklusiver verfallener Gebäude, einem alten Steinbruch und echter Stille. Ein Traum, weniger als zwei Stunden vom Times Square entfernt. 

Eine Woche später stand dann eine ganz große Sache vor der Tür: Halloween. Völlig unkontrolliert eröffneten unzählige Pop-Up-Stores, die Kostüme und Accessoires aller Art verkauften. Jeder sprach von Halloween und so bereiteten auch wir uns kräftig vor – mit Erfolg, wie wir zunächst dachten. Unsere Zombie-Verkleidungen waren so gut, dass uns unzählige Menschen in der Bahn und auf der Straße fragten, ob wir mit ihnen für ein Foto posen könnten.

Der weitere Verlauf des Abends war dann aber nicht ganz so erfolgreich: Zunächst gingen wir zur großen Halloween-Parade, wo wir aber außer unerträglichen Menschenmassen nichts aufregendes erlebten. Zu allem Überfluss fing es dann auch noch an, zu regnen. Der Rest des Abends zeigte: Ohne Plan (und am besten Freunde, die eine mega coole Hausparty schmeißen) kann ein Abend auch in New York City zum Fail werden.

Dass ein Abend mit Plan und entsprechenden Freunden der absolute Hammer sein kann, durfte ich dann letzte Woche erleben: Eine Bekannte lud mich zur Dinner-Party in ihrem Apartment am Central Park ein und es wurde ein weinseliger Abend mit leckerem Essen, tollen Gesprächen und diesem Gefühl, dass New York eben doch ein absolut einzigartiger Ort ist.

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