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Absolut verrück! Ich bin zurück in Deutschland! Momentan im Süden, über Weihnachten die Familie besuchen und nach 10 Monaten in NYC ein bisschen relaxen. Nach diesen entspannten Tagen geht es zurück nach Stuttgart, zurück zu Mia und der Uberding-Family, zurück in die Realität.

So ganz die Realität war New York für mich nämlich nie, auch wenn sich das bestimmt komisch anhört. Es war vielmehr ein sehr langer, surrealer Schwebezustand in einer der aufregendsten Städte der Welt. Stets vor Augen, dass der ganze Spuk in (mehr oder weniger) absehbarer Zeit ein Ende haben wird und die Wirklichkeit mit einem schelmischen Grinsen vor der Tür steht.

Warum ich mich auf Deutschland gefreut habe

Am Ende der Zeit konnte ich es kaum erwarten, am 22. Dezember in den Flieger in die Heimat zu steigen. New York City ist laut und wild, die Stadt macht einen rastlos und lässt Sehnsüchte nach echter Ruhe, echter Entspannung wachsen. Ein mittelmäßiges WG-Zimmer in Brooklyn für 1000$ im Monat, unzählige Stunden, die ich in U-Bahnen und U-Bahn-Stationen verbracht habe, um mich durch die Stadt zu bewegen und die Tatsache, dass ich seit 3 Monaten nicht mehr eingekauft und selbst gekocht hatte, all das konnte kein Zustand für die Dauer sein, ich wollte zurück in ein geregeltes (schwäbisches) Leben zu Hause. Dort, wo eben alles so funktioniert, wie man möchte, alles etwas kleiner ist und man nie das Gefühl hat, von der Situation überwältigt zu werden.

Diese Gedanken klingen vermutlich eigenartig für jemanden, der gerade in die große weite Welt hinausgezogen ist und die letzten 10 Monate von seinem tollen Leben in der Großstadt berichtet hat. Es sind Gedanken, die die wenigsten nachvollziehen können. Doch vor ein paar Wochen ging es mir wirklich genau so, auch wenn ich jeden Tag in NYC genossen habe. Das Ende war nah und das war auch gut so. Dachte ich.

Warum ich New York nun doch vermisse

Nun bin ich vor ein paar Tagen in Frankfurt gelandet, habe mich von meinem Bruder abholen lassen und bin nach Hause gefahren zu meiner Familie in Freiburg. Lag viel auf der Couch, habe viel gegessen und war im stillen, wunderbar riechenden Schwarzwald spazieren. Nun hatte ich in drei Tagen mehr Ruhe, als in einem Dreivierteljahr in New York. Und ich kann sagen: Es fühlt sich komisch an, als könnte ich mit all der Freizeit und all der Weite gar nichts mehr anfangen. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass New York City unbemerkt ein Teil von mir geworden ist, den ich eben nicht von heute auf morgen loswerde. Und ganz ehrlich: das ist auch gut so!

Ich vermisse nun Dinge, die ich vor Ort gar nicht bemerkt habe, oder einfach banal fand. Dass ich jederzeit so ziemlich alles bekomme, was ich möchte. Nachts um 2 ein Steak essen? Kein Problem! Mein Bedarf an Iced Coffee? Wurde stets gestillt, während ich das hier irgendwie nirgends bekomme. Die Uhrzeit? In New York generell zweitrangig, die Bahnen fahren ja immer und die Dichte an 24/7 Geschäften ist groß. Ich vermisse die Art des Lebens, unbeschwert irgendwo zwischen Arbeit, Restaurant, Bar und Bett. Teuer und surreal aber als junger Mensch auch wahnsinnig aufregend.

Ich weiß nun sicher: New York, du bist wie kein anderer Ort und was ich mit dir erleben durfte, wird mich für immer begleiten. Ich vermisse dich und werde dich wieder besuchen, werde in deinen Cafés und Restaurants sitzen und das kosmopolitische Leben genießen und genau diese Momente als Entspannung wahrnehmen, als kreative Inspiration und als unglaubliche Bereicherung. Danke für die tolle Zeit, die viel zu schnell vorbei war!

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