Mein erstes mal Afrika. Da ist ein Abstecher in die Dünen der Namib natürlich Pflichtprogramm. Anja unsere Gastgeberin, empfahl uns schon bei der Ankunft in der Namib Desert Lodge, am kommenden Tag noch vor Sonnenaufgang nach Soussusvlei im Namib-Naukluft-Nationalpark zu fahren um „Big Daddy“, der höchsten Sanddüne der Welt, einen Besuch abzustatten.

Wer oder was ist eigentlich „Soussusvlei“?

In der Sprache der Nama setzt sich „Soussusvlei“ aus den Begriffen „Soussus“, der „blinde Fluss“ und „Vlei“, die „Salz-Ton-Pfanne“, zusammen. Der Name des Ortes hat also gar nicht so viel mit den Unmengen Sand zu tun. Am Zielort angekommen wurde mir jedoch schnell klar, weshalb der Fuß, ein ausgetrockneter See, der höchsten Düne der Welt als Namensgeber herhalten muss.

Anfahrt Soussusvlei

Auf Anjas Empfehlung machten wir uns bereits gegen 05:30 Uhr auf die noch ziemlich müden Socken, um nach einer etwa einstündige Fahrt durch das Morgengrauen zum Sonnenaufgang an unserem Tagesziel anzukommen.

Die letzten Kilometer ging es für uns allerdings mit dem für Besucher bereitgestellten Shuttle durch den Dünensand. Hätten wir vermutlich auch mit unserem Isuzu Trooper 4Wheel Drive geschafft, aber das Risiko, inmitten der Wüste stecken zu bleiben, wollten wir dann doch nicht eingehen.
Am Fuße von Big Daddy, auch „Crazy Dune“ genannt, angekommen, machten wir uns mit letztendlich doch zu wenig Wasser, aber dafür ausreichend Kameras bepackt auf in den Sand, um als einer der ersten des Tages den Giganten auf seinem bis 380 Meter hohem Rücken zu besteigen. Allein hierfür hatte sich das frühe Aufstehen schon gelohnt.

Wir besteigen die höchste Düne der Welt

Den Gipfel erklommen, fühlten wir uns als hätten wir den Mount Everest bestiegen. Halb dehydriert und vollkommen überwältigt wurden wir mit einem atemberaubendem Ausblick (und den zuvor geschmierten Pausenschnittchen ;-P) belohnt. Die scheinbar unendliche Weite der orange schimmernden Dünen, die ihre Farbe dem erzhaltigen Sand verdanken, wirkte ein bisschen wie der Science Fiction Klassiker „Dune – der Wüstenplanet“.

Am Fuße Big Daddy’s erstreckte sich die namensgebende Landschaft Soussuvlei, ein skurril wirkender, ausgetrockneter See mit zahlreichen toten Bäumen. Im betonartigen, getrockneten Seeboden von der Hitze und Dürre für die Ewigkeit konserviert. Der aus den Gebirgen entspringende Fluss „Tsauchab“, fließt nach ergiebigen Regenfällen Richtung Atlantik und versickert 50km vor dem Erreichen der Küste an besagtem Ort. Als wir dort waren, war jedoch keine Spur von Wasser zu sehen – und mit jeder Minute wussten wir besser, was Durst eigentlich bedeutet! ;)

Das Wunder Leben mitten in der Wüste

Aufgrund der Tatsache, dass viele Flüsse in Namibia ausgetrocknet sind und nur selten Wasser führen, wird auch der Begriff „blinder Fluss“ klar. Selbst an einem solch lebensfeindlichen Ort schafft es Mutter Natur, Raum für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Einer der Bewohner ist der Nebeltrinker-Käfer, der in der Lage ist, ein weißes, lichtreflektierendes Wachs zu bilden, mit welchem er seinen Chitinpanzer vor starker Sonnenstrahlung schützt.

Die Kameldornbäume auch Kameldornakazien genannt, fühlen sich selbst in den trockensten Zonen der Erde wohl. Auch wenn es der Name irrtümlich vermuten lässt, haben diese Bäume weniger mit Kamelen zu tun, als man denken mag. Der Name leitet sich vom zoologischen Namen der Giraffe „Giraffe Camelopardalis“ ab. Und jetzt entlasse ich euch mit diesen „Good-To-Know“ Fakten in die Träumerei der Namib!

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