Es kommt meistens anders als man denkt. Und dieses Erlebnis in Island hat uns wieder einmal bewiesen, dass das auch gut so ist.

Am dritten Tag unserer Autoreise „Südisland kompakt“ beschlossen wir in die Küstenstadt Vik zu fahren. Einer der zehn schönsten Strände der Welt soll es dort geben. Rau, mit schwarzem Sand und scharfen Klippen. Wie ihr wisst lieben wir Strände – also Kamera aufladen und ab dahin mit uns Beachbabes.

Doch nur wenige Kilometer nach unserem Start in den Tag wurden wir von der Realität der Jahreszeit eingeholt: Es schneite in dicken Flocken und Insel wurde von Stunde zu Stunde dicker umhüllt, von ihrem weißen Gewand. Der Wind peitschte uns um die Fenster des SUVs und wir fragten uns „Ernsthaft? Bei diesem Wetter sollen wir einen Strand besuchen?“.

Nach kurzer Recherche wie Vik denn nun im Winter aussehen mag entschlossen wir uns dagegen. Keine Frage, auch das wäre sicherlich ein stürmisches Abenteuer geworden – welches wir unserem Equipment und unserem knappen Zeitfenster aber trotzdem nicht zumuten wollten. Im Winter hat man in Island nur knapp 4 bis 5 Stunden Tageslicht. Ein großes Stück dieser kostbaren Zeit für einen eingeschneiten (vom schwarzen Sand wäre nichts zu gesehen gewesen) Strand zu nutzen erschien uns einfach dumm.

Aber was ich während der Recherche entdeckte brachte meine Augen ohnehin noch viel mehr zum Leuchten: Ein verunglücktes Flugzeug liegt seit den Siebzigern auf einem Acker nahe der Küste. Und dieser Acker musste sich genau hier befinden. Ihr könnt euch mein Quieken vorstellen. „Thies, da müssen wir hin!“.

Weil es das Schicksal so wollte: Offroad im Tiefschnee

Mit einem besorgten und einem abenteuerlichen Auge ließ sich Thies, der natürlich der Fahrer unseres Roadtrips war, überreden und so fuhren wir risikobewusst aber zuversichtlich mit unserem SUV von Kia querfeldein. Offroad. Im Tiefschnee – ohne wirklich zu wissen ob wir in der isländischen Schneelandschaft überhaupt irgendetwas finden, und ohne zu wissen ob wir da jemals ohne fremde Hilfe wieder rauskommen.

Aber unsere Reifen waren ja nicht grundlos mit Spikes besetzt. Also auf ins Abenteuer.

Gefunden: Iceland’s Plane Wreck

So findet auch ihr Iceland’s Plane Wreck der US Navy – Fahr-Anweisung

Für uns ist es recht schwer euch einen genauen „Pin“ in unserr Travelding-Map zu setzen da das Wrack mitten im Nirgendwo auf einem (privaten) Acker liegt. Aber mit diesem kleinen Guide solltet ihr es finden.

  1. Zunächst fahrt ihr auf die Route 1 von Reykjavik nach Vik.
  2. Ihr kommt an „Seljalandsfoss“, dem „Eyjafjallajökull Erupts Museum“, und an „Skogarfoss“ vorbei („Foss“ bedeutet übrigens immer Wasserfall, dort könnt ihr auch einen Stop einlegen ;)).
  3. Etwa 6km nach Skogarfoss fahrt ihr über eine Brücke und kommt am Schild auf der linken Seite welches zum „Sólheimarjökull glacier“ führt vorbei. Jetzt langsam fahren!
  4. Jetzt sollte auf der rechten Seite ein Acker zu sehen sein, der eingezeunt ist.
  5. Ihr fahrt jetzt so lange (ca. 2 km) am Gitter entlang bis ihr eine kleine Brücke und ein Tor zum Acker entdeckt.
  6. Wir konnten dort leichte Spuren von Autos die diesen Weg vor uns genommen haben mussten erkennen.
  7. Wenn ihr euch sicher seid, dass euer Gefährt diesen Offroad-Trip mitmacht fahrt ihr einfach „querfeldein“. Der „Weg“ bis zum Flugzeug ist durch kleine Pfosten immer wieder sichtbar – auch wenn uns das im Schneegestöber recht schwer fiel. Wenn euere Reifen mit „Spikes“ besetzt sind solltet auch ihr diesen Trip rein – und vor allem wieder raus schaffen. Wagt es! ;)
  8. Bekommt jetzt nur keine Panik wenn ihr weit und breit nichts entdecken könnt. Iceland’s Plane Wreck liegt irgendwann, hinter einen kleinen Kuppe einfach vor euch. Sobald ihr es entdeckt raten wir euch den restlichen Weg (Berg abwerst) zu laufen und das Auto oben stehen zu lassen. Sicher ich sicher ;)

Die Geschichte von Iceland’s Plane Wreck

Auch wenn der Anblick des Flugzeugs einem zunächst noch mehr Gänsehaut bereitet als man wegen der Kälte eh schon hat können wir aufatmen. Denn so unfassbar es klingt: Diese Bruchlandung haben alle Insassen überlegt.

Der Crash ereignete sich im November 1973, das Flugzeug der US Navy hatte nicht genug Treibstoff um das eigentliche Ziel zu erreichen und legte an dieser Stelle eine Bruchlandung hin.

Einige der Flugzeugteile wurden seither entfernt, geklaut oder vom Farmer schlichtweg verkauft. Das ist der Grund warum das Wrack dermaßen dramatisch aussieht. Für uns ein echtes Abenteuer während unserer TUI Wolters Island Reise, bei dem diese grandiosen Bilder (nach diesem Stress darf man sich ja auch mal selbst loben, oder?) entstanden sind.

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