Die Berlinale ist seit einer Woche vorbei und mein Besuch dort liegt schon ganze zwei Wochen zurück. Ehrlich gesagt fühlt es sich immer noch etwas surreal an, und ähnliches ließ auch Livia verlauten, als sie mir von der Abschlusszeremonie am Samstag schrieb und euch auf Instagram darüber auf dem laufenden hielt.

Diese Tage zwischen rotem Teppich, Leinwand und Backstage-Eindrücken haben eine ganz besondere Stimmung verbreitet und mich beschließen lassen, dass 2015 mein Kino-Jahr werden soll. Ich war in den vergangenen Jahren fast so selten im Kino wie im Theater, und das muss sich dringend wieder ändern. Die Berlinale war der beste Startschuss dafür – denn wo sonst tummeln sich so viele großartige Filme? Ich habe totale Vorfreude und so einiges schmackhaft gemacht bekommen, deshalb hier:

Meine Berlinale Highlights 2015 – Filmempfehlungen und meine Eindrücke

Natürlich schafft es kein Mensch, alle Berlinale Filme zu sehen. Und auch ich war auf Einladung von Canada Goose ja „nur“ drei Tage vor Ort – drei wundervolle Tage mit drei völlig unterschiedlichen Premieren allerdings.

Queen of the Desert

Mein erster Berlinale-Film war die Premiere einer bildgewaltigen Romanze mit Nicole Kidman in der Hauptrolle. Die Gute mag ich ehrlich gesagt gar nicht so gerne, normalerweise, aber in der Rolle der Entdeckerin des Orients, der Wüstenkönigin Gertrude Bell, da gefällt sie mir auf einmal ganz gut. Werner Herzogs Filmbiographie ist unheimlich langsam, aber das passt zu der Kultur, in der sie spielt, man hat das Gefühl, das muss so sein. James Francos Rolle in dem großen Naturporno wird ziemlich überbewertet – schaden tut der hübsche Mann dem Film aber natürlich auch nicht.

✔ Nette Romanze für gemütliche Abende zu Hause – allerdings mit leichtem Hang zum Kitsch und eben ziemlich massentauglich.

Diary of a Chambermaid

Hier wusste ich ja ehrlich gesagt überhaupt nicht, was mich erwartet. Klar, jeder hat ja mal die Phase mit den französischen Filmen, aber bei mir ist die irgendwie seit gefühlt sechs Jahren vorbei und oft ist mir hier vieles zu gekünstelt. Benoit Jacquots Drama ist leise und sanft, aber gleichzeitig wahnsinnig hart. Ob der Film ohne die beeindruckende Léa Seydoux und den großartigen Vincent Lindon auch sie ziehen würde, ist fraglich. Mich hat er jedenfalls, bis auf die schauspielerischen Leistungen und das schöne Setting, wenig gepackt. Wer aber grade in der Phase der französischen Dramen ohne offensichtliche Pointe ist, der kann sich den Film ab dem 1. April im Indie-Kino seines Vertrauens ansehen.

✔ Schwermütiges französisches Drama, das vor allem von seinen Darstellern lebt.

Mr. Holmes

Mein persönliches Highlight der Berlinale war die Premiere von Mr. Holmes. Zugegeben, die Erwartungen waren – nicht zuletzt dank Ian McKellen – ziemlich hoch, und dass sie etwas enttäuscht wurden, kann ich Bill Condon nicht wirklich übel nehmen. Mit Mr. Holmes erzählt er die Geschichte vom altbekannten Sherlock Holmes weiter, thematisiert dabei das unangenehme Thema der Altersdemenz und bringt seine Zuschauer trotz der anhaltenden Schwere des Films immer wieder zum Lachen.

Wortwitz, Situationskomik und schwarzer Humor vermengen sich zu einem warmen Gefühl, obwohl der Film ganz und gar keine Komödie ist. Viel mehr handelt es sich dabei um ein filmisches Rätsel – und schließt damit so rund mit der Geschichte und dem Leben des britischen Detektivs ab, dass man das Gefühl hat mit der Auflösung des Falls sei einem selbst eine Last von den Schultern genommen. Neben dem unschlagbaren McKellen ist unangefochtener Star des Films übrigens ganz klar der junge Brite Milo Parker!

✔ Ein Liebhaberfilm, den man nicht unbedingt gesehen haben muss – mit dem man aber auch nichts falsch machen kann.

Neben den drei von mir besuchten Premieren wurden auf der Berlinale aber natürlich noch zahlreiche andere sehenswerte Filme gezeigt – und zahlreiche Preise vergeben. Eine Auswahl davon habe ich für euch zusammengesucht:

Drei preisgekrönte Berlinale-Highlights

Taxi verschafft Jafar Panahi den Goldenen Bären

Einer der spannendsten Filme der Berlinale, der wie ich schon aus mehreren Quellen vernommen habe völlig zurecht den Goldenen Bären gewonnen hat, ist Jafar Panahis Taxi. Livia war für uns bei der Closing Ceremony und der Preisverleihung dabei und hat auf instagram festgehalten, wie bewegend der Moment gewesen sein muss, in dem Panahis Nichte den Preis entgegennahm.

✔ Der Silberne Bär von der Jury geht an El Club

Pablo Larraíns thematisiert ein anstrengendes Thema: Die Kirche und die Wahrheit. Als Kirchenfeind kann ich es kaum erwarten, den in Chile gedrehten Film zu sehen – gerade weil er scheinbar nicht so pauschalisierend und Schwarz-Weiß ist wie zum Beispiel das Wort Kirchenfeind. Dieser Film muss dunkel sein, aber absolut sehenswert.

✔ Die besten Hauptdarsteller hat 45 Years: Charlotte Rampling und Tom Courtenay

Charlotte Rampling ist für mich sowieso eine der größten, dieser Film scheint ihr wie auf den Leib geschneidert: Kurz vor ihrem 45. Ehejahr erhält Kate einen Anruf ihres Mannes, dessen erste Liebe – eingefroren in den Schweizer Alpen – nach fünfzig Jahren wieder gefunden wird. Was in den darauffolgenden fünf Tagen mit der Beziehung der beiden passiert, muss wahnsinnig gefühlvoll gezeigt werden. Dass Charlotte Rampling und Tom Courtenay dazu einen großen Teil beigetragen haben, ist offensichtlich.

Berlinale Dress Code: Suit up, aber immer noch Berlin!

So ein roter Teppich ruft ja eigentlich nach Smoking und Abendkleid, nach Pailletten und schwarzen Lackschuhen, nach 12 cm High Heels und Hochsteckfrisur. Aber: Wir sind ja immer noch in Berlin. Und zwar im Winter. Heißt: Nackte Haut ist eher so semi-cool, wenn man da bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt über den roten Teppich marschiert. So sahen das auch meine zauberhafte Begleitung Victoria und ich: Webpelz und Canada Goose Parka übergeworfen, und erst drinnen im Warmen wieder ausgezogen.

Ich hatte mich – schließlich sind wir ja immer noch in Berlin und nicht in Cannes – gegen Abendkleid und für das kleine Nachtblaue von Filippa K entschieden. Dazu unkomplizierte Ankle Boots und in der Hand eine Portion Glitzer.

Ganz ehrlich, ich war ziemlich dankbar für die wärmenden Daunen, und da ging es mir sicher nicht anders als all den hart arbeitenden Berlinale Talents und vor allem den Fotografen, die stundenlang in der Kälte stehen um Stars und Sternchen auf dem Teppich zu knipsen – und dabei so wie ich von Canada Goose als offiziellem Outwear Sponsor der Berlinale mit HyBrdige Lite Jackets ausgestattet wurden. Und das sage ich jetzt wirklich nicht nur, weil ich so dankbar für die Einladung bin: Die HyBridge steckt bei mir wirklich auf jeder Fernreise im Koffer. In diesem Sinne also auch hier noch mal: Thanks for having me, goose people!

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