Zehn U-Bahnlininen ziehen jeden einzelnen Tag durch Berlin an etwa 170 Haltestellen vorbei. Am Alexanderplatz steigen täglich ungefähr 120 000 Menschen ein und aus. Oft bin ich eines dieser winzigen Puzzleteile dieser absurd großen Zahl, die für sich alleine schon wieder eine ganze Stadt füllen könnte.

Während ich oft entnervten Gesichtern begegne, mag ich es tatsächlich in der U-Bahn zu fahren. Ich mag das Gewusel in den Gängen. Früh morgens teilen wir alle dieselben müden Gesichter, die Kaffeebecher in den Händen und das Eilen zur Haltestelle. Am Abend freuen wir uns auf die Rückkehr in unser Zuhause oder schmieden Pläne für ein Treffen mit lieben Menschen. Manchmal ist es schmutzig und laut, weil es Streit gibt oder irgendjemand immer noch nicht verstanden hat, dass es fürs Musikhören eigentlich Kopfhörer gibt. Manchmal schimpft jemand und alle tun so als würden sie nichts mitbekommen. Ich mag wie ab und an jemand Musik spielt, auch wenn ich „Hit the Road Jack!“ so langsam nicht mehr hören kann, weil es in den Charts der Berliner Straßenmusikanten offenbar ganz oben steht. Auch wenn es den ein oder anderen ‚Och-Nö-Moment‘ gibt, dann darf man diese Bahnminuten niemals als vergeudete Zeit ansehen, sondern als kleinen Raum im Alltag, um zu beobachten oder sich Dingen zu widmen für die ansonsten nicht viel Zeit bleibt. Wenn ich nicht gerade damit beschäftigt bin mich umzuschauen, dann sind das hier meine drei aktuellen liebsten U-Bahn-Begleiter. Ihr müsst mir dabei eines glauben: völlig ungeplant ist diese Favoritenliste zum Tragen, Hören und Lesen ein echtes Berliner LieblingsDing geworden!

Levi’s® Icon: Lässigkeit muss sein!

An Tagen, an denen ich viel mit der Bahn unterwegs bin, setze ich auf Tragekomfort. Einsteigen, aussteigen, dicht gedrängt stehen, zugige Bahnschächte. Auch wenn es schon wärmer wird, habe ich deshalb meistens eine Jacke dabei, denn ich stehe nicht so sehr auf zu viel Hautberührung mit Bahnsitzen und völlig Fremden. Mein aktuelles Lieblingsstück stammt aus der Levi’s® Icon Kollektion, in der die großen Jeansklassiker noch einmal neuaufgelegt wurden. Während Mia ja die 501®CT Jeans zu ihrer aktuellen Lieblingsbuxe erklärt hat, bin ich verliebt in meine neue Jeansjacke. Passend zur dieser kleinen LieblingsDing Berlin Edition, habe ich mein Exemplar im Customizing Lab zum Re-Opening des Levi’s® Flagship Stores hier in Berlin entdeckt und dort unter Aufsicht der Berliner Designerin MALAIKARAISS mit ein paar Nieten am Revers versehen. Schön dezent blingt es jetzt an meinem Kragen, wenn ich mich durch den Großstadtdschungel kämpfe.

Allie: Berliner LieblingsDing macht Zaubermusik!

Nach bald drei Jahren Berlin traue ich mich auf die Ansagen zu den Bahnstationen zu verzichten und gönne mir stattdessen gute Musik auf den Ohren. Nicht erst seit gestern bin ich dem Berliner Musiker Allie verfallen. Ich glaube ja, das wird das nächste große Ding. Allie ist wie eine Band, nur dass er eigentlich alleine auf der Bühne steht. Mit Samples, akustischer Gitarre und einer Stimme nicht von dieser Welt macht er Zaubermusik, die noch so ungehört klingt. Live ganz besonders großes Kino. Wer jetzt nicht rein hört, verpasst was.

Roman „Low“: Erzähl‘ mir ’ne Geschichte von der großen Stadt!

Was schreibt einer, der im Feuilleton der FAZ eigentlich immer den Kritiker der anderen gibt? Ich wollte es rausfinden und habe mir Boris Pofallas Debutroman „Low“ besorgt. Im Laden hat mich gleich das Cover mit einer Fotografie von Ryan McGinley angezogen. Und so ist auch Pofallas Buch eine Momentaufnahme, eine Bestandsaufnahme des erwachsenwerdenden Lebens in Berlin. Ein Blick aufs Jetzt in einer Stadt, die Menschen aufeinander zu und dann wieder voneinander weg treiben lässt. Die Geschichte von Moritz, der plötzlich verschwindet und seines besten Freundes aus der Heimat, der auf die Suche geht, auch nach sich selbst. Noch ein Berlin-Roman? Noch ein Text über diese orientierungslose Generation? Ja, wenn man alles in so klare, reduzierte und unaufgeregte Sprache wie Pofalla packen kann. Kein Buch, das mein Leben verändert hat, aber eine prima Lektüre für Zwischendurch, die mich jetzt noch ungeduldiger auf den Berliner Sommer warten lässt.
Und jetzt ihr! Womit vertreibt ihr euren Augen und Ohren aktuell die Zeit?

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