Bis nach Tallinn habe ich euch in meinem letzten Reisebericht zu #MBPolarSun mitgenommen und von dort geht es heute weiter gen Norden. Zunächst fuhren wir dazu mit der Fähre von Tallinn nach Helsinki – und weil 12 dicke SUVs alleine noch nicht genug Aufmerksamkeit erregen, beschloss ich, zur Einfahrt in die Fähre noch den Star Wars Soundtrack in voller Lautstärke laufen zu lassen. Was so ein Roadtrip mit den Gedanken anstellt…

An Bord gab es dann eine Menge zu entdecken: Zeitreisen-Feeling auf dem Tanz-Deck oder Trash pur bei der Super RTL artigen Animation für die Kids. Dann doch lieber raus an die frische Brise, Tallinn im Regen verschwinden sehen und auf den „Land in Sicht“ Moment warten. Obwohl wir an Bord ganz brav nichts getrunken hatten, folgte dann einer der grandiosesten Momente der ganzen Reise: Nach unserer Rückkehr zu den Autos auf dem Parkdeck veranstalteten wir dort eine spontane Schranz-Party. Erstaunlich, was die Bang & Olufsen Anlagen so können, da kann ein Benz problemlos die halbe Fähre beschallen – und wir sprangen im Takt!

Durch Finnland ab nach Norden

Nach einer Übernachtung und einem legendär guten Dinner beim Japaner in Helsinki ging es dann steil gen Norden: Nun mit MC Winkel an Bord, keine Ahnung, wie wir die 6 Tage zuvor ohne den Spaßgaranten aus Kiel ausgehalten hatten! Nach einem kurzen urbanen Zwischenstopp mit Gasometer und Skatepark in Helsinki war die Route an diesem Tag vor allem eines: lang! Vorbei an unzähligen Seen, kleinen Häuschen und typischen Birken ging es nach Oulu, wo wir erst kurz vor Mitternacht eintrafen – praktisch, dass wir uns nun schon so weit im Norden befanden, dass es nachts nicht mehr dunkel wurde, so konnten wir uns auf dem Weg zum Dinner noch ein bisschen bräunen.

Der folgende Tag stellte die letzte große Reiseetappe von #MBPolarSun dar: Von Oulu aus führte der Weg mehrmals über die finnisch-schwedische Grenze, bevor wir dann am frühen Abend die norwegische überquerten und wenig später ein Naturschauspiel bewundern durften, das ich durchaus als eines der bisherigen Highlights meines Lebens betrachten würde: Durch die Berge und Täler Norwegens fuhren wir nach Alta und „ALTER“ war wohl auch der Ausruf, der in unserem Auto an diesem Abend am häufigsten zu hören war. Die Polarsonne stand spätabends glühend orange am Himmel, während wir uns zwischen Felsen, Bäumen und wunderschönen Wasserfällen unserem Ziel näherten. Dazu den perfekten Track in der Dauerschleife und wir hatten Tränen in den Augen. Gekifft? Nee, viel besser!

Die folgende Nacht war dann unerwartet kurz: Nach einer herrlichen Spontanparty mit der gesamten Crew inklusive akrobatischer Einlagen des russischen Kollegen auf dem Longboard und einer Seilhüpf-Session mit dem Abschleppseil fielen wir gegen 4 Uhr bei tagesheller Polarsonne ins Bett – um um 7:30 Uhr kollektiv von einem Feueralarm geweckt zu werden. So much fun, könnt ihr glauben! Die schlechte Laune war am nächsten Tag aber schnell vergessen. Bei tollem Wetter fuhren wir die letzte Etappe bis zum Nordkap, vorbei an idyllischen Fischerhütten an den Fjorden Norwegens. Unrealness-Overdose!

Angekommen am Nordkap

Vor #MBPolarSun habe ich mir ehrlich gesagt keine großen Gedanken über das Nordkap gemacht. Der nördlichste Zipfel Europas, jenseits des Polarkreises, das ist ja eigentlich schon eine verdammt coole Sache! Aber auf meiner Reise-To-Do-List war das dennoch irgendwie untergegangen. Glücklicherweise übernehmen dann ja manchmal andere die Reiseplanung und so fand ich mich am 11. Juli eben an genau diesem Punkt wieder. Blickte von den hohen Klippen durch die Nebelschwaden auf das Meer hinunter und merkte wieder einmal, wie klein wir Menschen doch eigentlich sind. Die Füße auf dem rauen Fels, während die sanften Strahlen der Polarsonne versuchten, die Wolken durchbrechen – die Natur ist und bleibt einfach das größte Wunder, das es zu entdecken gibt.

#MBPolarSun hat mich gelehrt: It’s all about the people

10 Tage sind keine allzu lange Zeit und dennoch ist es erstaunlich, was während dieses Roadtrips passiert ist. Ich habe neue Freunde gefunden, von denen ich mich nur mit sehr viel Wehmut am Flughafen in Oslo wieder trennen konnte. Teilt man derartige Erlebnisse mit anderen Menschen, mit denen man dann auch noch mehrere Tage auf dem Raum eines Autos verbringt, so schweißt das einfach zusammen. Über die 12 verschiedenen Fahrzeuge von #MBPolarSun hinweg verteilten sich alle Teilnehmer mit der Zeit der Reise in homogene Gruppen, in denen gemeinsam gelacht, gesungen und getratscht wurde. Hach, ich will wieder auf die Straße!

Nachdem ich eigentlich gar nicht geplant hatte, ein Video zu machen, habe ich die Tage dann aber in einem Anflug von Reise-Wehmut doch beschlossen, ein paar On-The-Road-Film-Fetzen zusammenzufügen. Schaut doch mal rein:

 

Und auch meine #MBPolarSun-Kollegen waren schwer aktiv. So gibt es bei Yvonne und MC Winkel absolut großartige Videos und bei Konrad schöne Fotos. Johannes hat gleich eine komplette High-End-Reisedokumentation rausgehauen:

Kommentare

Send this to friend