„Ich war hier schon einmal,“ sagt eine leise Stimme in meinem Kopf, als ich die Landebahn sehe, die direkt am Meer entlang läuft, während das türkisblaue Wasser von den Flugzeugen unbeeindruckt gegen den Inselrand schwappt. Tatsächlich stand ich schon einmal zuvor auf seychellischem Boden. Damals war ich 10 Jahre alt und auf Zwischenstopp am Flughafen in Mahé. Meine Eltern saßen müde auf den Wartesitzen und ich stand aufgeregt am Fenster, sah die Palmblätter draußen gemächlich im Wind wippen und habe mich gefragt, wie die Welt da draußen wohl aussehen würde. Mehr als ein Jahrzehnt später – ach herrje! – ist es so weit. Ich soll Antworten bekommen, während ich mich für ein langes Wochenende auf den Seychellen umsehen darf.

Eden Bleu Hotel – Herantasten ans Insel-Leben!

Wenn man von „den Seychellen“ spricht, dann meint man eigentlich 115 Inseln aus Granit und Korallen im westlichen Teil des indischen Ozeans, nördlich von Madagaskar, Mauritius und den Komoren. Ich habe meine Zeit auf der 116. Insel verbracht, die künstlicher Natur ist und den verheißungsvollen Namen „Eden Island“ trägt. Künstlich? Ja, genau. Da die Seychellen nur über begrenzte, flache Landmasse verfügen und mehr als fünfzig Prozent des Staatsgebietes bereits unter Naturschutz stehen, hat man vor der Küste Mahés eine künstliche Insel geschaffen, die direkt über eine Brücke erreicht werden kann. „Eden Island“ beherbergt heute nicht nur das Eden Bleu Hotel, sondern ein komplettes Resort aus Appartements, Ferienhäusern, Villen und einer eigene Marina, falls man gleich mit dem Boot anlegen möchte. In meinem Fall gilt, was das betrifft, zwar eher „Träumen darf man ja“, aber wer weiß schon.

Ich gebe zu, ich war skeptisch. Eine künstliche Insel – würde ich mich am Ende fühlen wie im Disneyland für Luxusurlauber? Die Antwort lautet zum Glück „nein“. Auch wenn sich hier viel touristisches Angebot ballt, kann man sich dank zuvorkommendem, aber zurückhaltendem Service und Ambiente wohlfühlen. Was für mich definitiv für ein paar Nächte auf Eden Island spricht, ist die optimale Lage und Anbindung. Der Flughafen ist gerade mal 15 Autominuten entfernt. Die Location des Eden Bleu Hotels ist also ziemlich perfekt, um nach der langen Anreise erst mal anzukommen und sich direkt in den Liegestuhl fallen zu lassen. Von hier kann man außerdem wunderbar die Hauptstadt Victoria entdecken, mit dem Auto Mahé erkunden oder direkt vom hoteleigenen Hafen aus zu einer Bootstour über das türkisblaue Meer aufbrechen. Ich persönlich bin auf Reisen gerne in Bewegung und würde nach ein paar Tagen wohl losziehen, um auch noch die anderen Inseln Praslin, La Digue oder das kleine Naturparadies Bird Island sehen zu können. Das Eden Bleu Hotel ist damit für mich so etwas wie das Tor zu den Seychellen und passt perfekt für entspannte Tage zum Start und Ende einer Reise. Herantasten ans Paradies quasi.

Südafrikanisches Design trifft Insel-Gemütlichkeit

Paradies? Das finde ich oft in den kurzen Momenten. Zum Beispiel wenn ich aufstehe und mit wenigen Schritten vom Balkon aufs absurd türkise Meer schauen kann, während sich im Hintergrund smaragdgrün bewachsene Hügel erheben. Das sind die kleinen Momente des Glücks, die ich mitnehme und hervorkrame, wenn es mal nicht so gut läuft mit meiner Welt. Im Eden Bleu Hotel war das quasi meine Morgenroutine. Raus aus dem Bett, rein in den Morgenmantel, ab auf die eigene Sonnenliege, Augen aufs Meer. Für Koffein-Junkies wie mich um so besser, dass es in jedem der 74 Deluxe Rooms eine eigene kleine Kaffee-Station gibt. Und wie kann ein Tag besser starten als mit dem Duft von frischem Kaffee in der Nase und dem Rauschen des Meeres in den Ohren? Aber auch auf den übrigen 35 Quadratmetern meines Zimmers ließ es sich wunderbar aushalten. Das Design im Eden Bleu ist nämlich nicht bloß modern, sondern gleichzeitig gemütlich. Während Wände und Fließen in zurückhaltenden Grau-und Blautönen gehalten sind, bringen Fotografien an den Wänden und Kissen und Vasen in kräftigem Pink, Türkis und Orange geschmackvolles Leben in die Zimmer. Dass die Dusche mitten in den Raum ragt, mag ich persönlich gerne. Dank Apple TV kann man dazu auch gleich Musikhören und sich ein bisschen wach Tanzen. Da das Eden Bleu ansonsten auch viele Businesskunden beherbergt, war die Wi-Fi-Verbindung im ganzen Hotel und auf dem Zimmer tadellos und ich froh nicht auf Empfang-Jagd gehen zu müssen, um Mia Zuhause in Stuttgart mit Fotos ein bisschen neidisch zu machen. Aber natürlich sollte man im Urlaub mehr Zeit am Meer als vor dem Bildschirm verbringen.

Wer auf den Seychellen trotz Traumkulisse mehr Platz drin braucht, kann sich ansonsten im Eden Bleu für eine Luxus-Suite mit 45 Quadratmetern oder die Presidential Suite entscheiden. Innerhalb des Resorts lassen sich ansonsten auch Apartments oder ganze Häuser mieten. Tatsächlich stehen auch noch ein paar Immobilien zum Verkauf, habe ich mir erzählen lassen. Ich muss da leider passen, auch wenn so ein Stück vom Paradies mit eigenem Steg zum Füße baumeln-Lassen schon großartig wäre. Irgendwo auf „Eden Island“ sollte am Ende also jeder das passende Fleckchen finden. Aktuell gibt es für das Hotel ein Indulge Package bei der zwei Personen im Deluxe Room ab drei Nächten eine Partner-Massage im Spa und einen Geschenkkorb dazu bekommen. Das Zimmer kostet pro Nacht 385 USD.

Was macht einen Travelblogger außer gut funktionierendem Internet und einem Stück vom Paradies noch glücklich? Schönes Design! Der Mix aus modern und wohnlich setzt sich im kompletten Hotel fort. Die Architektur ist luftig, die Räume großzügig und offen. Die Basisfarben haben immer etwas erdendes, während die einzelnen Deko-Objekte farbenfroh und detailreich sind ohne protzig zu wirken. Ich habe mir sagen lassen, dass ein südafrikanisches Designteam sich um das komplette Interieur gekümmert hat. Die dürften gerne auch mal bei mir Zuhause vorbei schauen und ein bisschen Magie passieren lassen.

Fisch auf dem Tisch!

Ich bin ein echter Frühstücksjunkie. Eine Auswahl an Smoothies, frisch zubereitete Pancakes und Omeletts, kleine Quiches, ganz viel Obst und der für die Seychellen typische Vanille-Tee haben mein kulinarisches Herz also höher schlagen lassen. Abends gab es im Restaurant Marlin Blue kreolisch angehauchte Küche. Das heißt ganz viel Fisch! Mindestens einmal auf den Seychellen muss man Red Snapper probieren, denn der gilt als Landesspezialität. Oh und ein Curry sollte man sich auch nicht entgehen lassen – dabei aber ein bisschen vorsichtig sein. „Only a little spicy“ hat meine Zunge schon ganz schön brennen lassen.

Satt kann man vom Tisch dann direkt durch große Türen raus an den Pool gehen oder ein bisschen am Hafenpier entlang schlendern und davon träumen wie es wäre, eines Tages mit der eigenen Yacht angeschippert zu kommen. Dass das Hotel wegen der Hafenlage keinen direkten Strandzugang hat, ist für mich persönlich ein Manko. Wenn ich ein eigenes Boot hätte, dann wäre aber auch das ganz schnell vergessen und ich könnte einfach vom Deck ins kristallklare Meer springen. Träumen darf man ja.

Warum ich jetzt nach Äthiopien möchte!

Auf die Seychellen gebracht, hat mich übrigens Ethiopian Airlines, die aktuell ab 560 Euro viermal die Woche von Frankfurt über Addis Abeba nach Mahé fliegen. Der Zwischenstopp von drei bis vier Stunden ist nicht ganz unanstrengend. Da wir das große Glück hatten in die Business-Class upgegradet zu werden, haben das Menü an Bord und der komfortable Liege-Sitz dann aber wieder für ausreichend Erholung gesorgt. Gleichzeitig wurde bei mir die Lust sehr groß, gleich noch eine Entdeckungstour durch die äthiopische Hauptstadt einzuschieben, nachdem ich aus dem Flugzeugfenster von oben die aller schönsten Farben gesehen habe. War Euch klar, wie grün es dort ist? Meine Liste mit den Reiseträumen wächst und wächst.

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