Wir verlassen die Küste und kurven ins Landesinnere. Das Tagesziel steht, der Rest wird spontan entschieden. Typisch Roadtrip eben. Was auf der Karte oder im vorbeifahren gut aussieht, ist einen Stopp wert. Und wenn es nur ist, um danach den AMG richtig schön knallen zu lassen. Wo denn, wenn nicht mitten im dürren Niemandsland? Wir erkunden verlassene Dörfer rund um den eins so umjubelten Salton Sea. Wir schwitzen und werden von der stechenden Sonne geblendet. Und trotzdem: genau hier wollen wir gerade sein. Genau das wollen wir gerade erleben. Und wir wissen ja auch: Später wartet der Pool auf uns.

Palm Springs die Design-Oase

Der ist nicht irgendwo, sondern in Palm Springs. Ich war letztes Jahr schon in der Oase der Hollywood-Stars gewesen, hatte aber mit all den Gartenzäunen und der Hitze nicht viel anfangen können. Bin aber der Meinung, man sollte allem eine zweite Chance geben und dabei die Dinge anders angehen. Also: Kein Tagesausflug, sondern wirklich mal vor Ort bleiben. Und wo ginge das besser, als im coolsten Hotel in Town? Nirgends, also ab ins Parker. Zwischen bunten Sonnenschirmen am Salzwasserpool den Tag ausklingen lassen und am nächsten Morgen spontan verschlafen in ein Victoria’s Secret Shooting stolpern.

Mit Hilfe einer App für Architektur-Fans zeigt sich Palm Springs plötzlich von einer ganz anderen Seite: Als Juwel des Designs, als Ort voller Magie. Kein Wunder, dass Frank Sinatra, Steve McQueen aber auch Leo DiCaprio diesem Ort verfallen sind. Und werden einem die Hitze, die Straßen und die Häuser zu viel – kein Problem. Ab zurück in die Ruheoase des Hotels, eine andere Welt, ein Garten wie das Paradies.

Joshua Tree National Park

Doch so nur zum Rumhängen ist man dann ja auch wieder nicht um die halbe Welt geflogen. Kameras und Wasser eingepackt, ab ins Auto und ab geht der muntere Nachmittags-Roadtrip ins nächste Paradies: Den Joshua Tree National Park. Ich habe ja mittlerweile einige Naturwunder gesehen, aber dieses ergreift mich immer ganz besonders. Diese Bäume, diese Felsen, dieses Licht – wer kam eigentlich auf die Idee, Phantasiewelten zu erschaffen, wenn die Natur solche Orte zu bieten hat? Spätestens hier schaltet man dann völlig ab. Der Handyempfang bricht kurz nach dem Eingang des Parks ab und übrig bleiben die Natur und deine Träume. Du wirfst dein T-Shirt ins Auto und kletterst auf die nächste Felsformation. Von hier wirkt alles noch unbedeutender. Dein Leben ist eigentlich ganz schön gut!

Nach einem solchen Tag in den Pool springen, einen letzten Drink und man schläft besser denn je. Und das, obwohl der Urlaub dem Ende zu geht. Am nächsten Tag fahren wir nach Los Angeles zurück, glotzen kurz auf dem Rodeo Drive vorbei, staunen wieder einmal über die Sicht vom Griffith Observatory und stoßen abends mit einer Dose Budweiser in unserem Zimmer im Mondrian darauf an, was für einen geilen Roadtrip wir eigentlich gerade hatten.

Back in L.A.

Und wie so oft kommt das Beste dann noch völlig unerwartet zum Schluss. In Form von zwei Schwestern, Briane und Nicole, halb brasilianisch, halb Amerikanerinnen. Ich habe Briane zufällig auf Instagram entdeckt und nach einem Fotoshooting gefragt – am nächsten Tag habe ich Briane in Santa Monica vor der Kamera, während ihre Schwester den Strand genießt und mit meinem Bruder über das Leben in Kalifornien spricht. Später ziehen wir mit frischem Health Food und kühlen Drinks weiter ins Mondrian in West Hollywood. Es entstehen Fotos, wie es sie nur aus Kalifornien gibt. Und vor allem: Es entsteht eine Freundschaft, und zwar keine typisch amerikanische, die nach 5 Minuten wieder verschwindet. Kann man mit besseren Erlebnissen nach Hause kommen? Ich denke nicht!

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