Man hat ja so seine Vorurteile, wenn man nach Stuttgart zieht. Kehrwoche, Geiz, Schaffe, schaffe, Häuslebaun – mir ging es da nicht anders. Und was soll ich sagen: Klischees haben meist ihre Berechtigungen. Dennoch habe ich Stuttgart in den letzten zwei Jahren irgendwie ins Herz geschlossen. Ich liebe sonntägliche Spaziergänge auf die Karlshöhe, ich fühlte mich im Heusteigviertel wahnsinnig wohl und genoss manchmal richtiggehend die Mischung aus Stadt und Dorf, die Stuttgart für mich ausstrahlt. Und der Schwabe an sich, hat man ihn denn erst mal kennengelernt, ist ja schon ein ziemlich herzlicher Typ – nur der Weg dorthin ist nicht unbedingt einfach.

Dass ich die Stadt diesen Monat verlassen und einen hessischen Standpunkt von Team uberding aufgemacht habe, hat also weniger mit Stuttgart an sich zu tun als mit meiner Lebenssituation. Und die passt einfach nicht mit Baden-Württemberg unter einen Hut. Dennoch war ich traurig, als der Umzug anstand. Irgendwie hatte ich das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Nicht nur Stuttgarts Nachtleben, das ich irgendwie nur gestreift habe, sondern auch die Region an sich. Nur selten war ich außerhalb der Innenstadt unterwegs, wenig habe ich von Baden-Württemberg an sich gesehen. Trotz der relativen Nähe blieb der Titisee, über dessen Namen ich mich schon vor 20 Jahren kaputt gelacht habe, für mich ein dunkler Fleck auf der Karte, und auf dem Feldberg war ich passionierte Skifahrerin auch noch nicht gewesen. Und dann kam der uberding-Crewtrip.

Tatsächlich schafften wir es, ein Wochenende zu finden an dem quasi unser gesamtes Team – samt Anhang auf vier Pfoten – Zeit hatte, sich in Süddeutschland zusammen zu finden. In einem Neunsitzer und zwei Kraftmaschinen cruisten wir alle zusammen durch Baden-Württemberg, erzählten euch auf Snapchat (uberding), Periscope (uberdingblog) und unter dem #PlaceToBW davon, und ich konnte so einige (Lokalbildungs-)Lücken schließen.

5 Dinge, die mich in Baden-Württemberg überrascht haben

1 Auf dem Feldberg sieht es aus wie in Mordor!
…zumindest morgens um 7. Tatsächlich schafften wir es, uns noch vor Sonnenaufgang aus den Federn zu wühlen – und wer mich kennt weiß, dass ich kein Frühaufsteher bin – und es hat sich selten so gelohnt!

Mit Wanderschuhen an den Füßen und Wollcapes über den Schultern wanderten wir von der Talstation der Feldbergbahn bis zum Gipfel und wurden oben mit einem beeindruckenden Wechselspiel aus dichtem Nebel und blauem Himmel belohnt. Toll stelle ich mir das im Winter auch mit Schneeschuhen an den Füßen vor!

2 Der Titisee ist einen Abstecher auf jeder Urlaubsreise wert!
Ich weiß nicht, wie oft ich schon beim Autobahnschild „Titisee“ leise in mich hinein gekichert habe. Auch, wenn man nicht aus Freiburg und Umgebung kommt, war einem dieser See immer ein Begriff – und trotzdem war man nie dort. Ich weiß nicht wie oft ich schon kurz davor war, auf dem Weg in den Winter- oder den Italienurlaub einfach abzufahren und die zwei, drei Stündchen Umweg in Kauf zu nehmen, und jetzt sage ich euch: Tut es! Plant vielleicht sogar eine Übernachtung hier ein, denn trotz Kuckucksuhrentourismus ist der Titisee wunderschön – und ganz schön fotogen!

3 In Baden-Württemberg gibt es Kräuterhexen – und ein Weingut, auf dem ich sofort einziehen würde!
Auf dem Weingut Aufricht trafen wir nämlich auf eine sogenannte Kräuterpädagogin, die uns Stadtpflanzen essbare Kräuter und ihre Wirkung näherbringen wollte.

Auch, wenn uns der dazu gereichte Wein noch besser geschmeckt hat – mein persönliches Highlight war die wunderschöne Architektur des Weinguts, die ich so modern und hell in Baden-Württemberg wirklich nicht erwartet hätte!

4 Inklusion wird hier größer geschrieben, als ich dachte!
Fast schien es so, als hätte man vergessen es uns vorher zu sagen: Bis wir in der Überlinger Nudelmanufaktur standen wussten wir gar nicht, dass es sich hier um einen Inklusionsbetrieb handelt. Warum auch? Die Nudeln schmecken köstlich, so oder so. Wie quasi alles, was man in Baden-Württemberg so zu essen bekommen kann.

Meine Lieblingssorte aus der Nudelmanufaktur, wie ich im Nachhinein sagen kann: Die Seewogen mit Chilipulver, am besten in Kombination mit dem Kürbiskernpesto, dass ich beim Blühenden Barock im Schloss Ludwigsburg gekauft habe.

Wo? Ja genau:

5 Es gibt ein Schloss in Baden-Württemberg, und zwar so ein richtiges!
Bis zu diesem Wochenende wusste ich natürlich längst, dass es in Ludwigsburg ein Schloss gibt. Klar. Steht ja überall und so. Aber Leute, wart ihr schon mal da? Ich war total geflasht, dass hier so ein richtiges Schloss steht, wie man es sonst in Versailles und Sanssouci kennt – nur ohne knipsende Horden von Asiaten!

Würde ich in Stuttgart leben, das wäre für mich das Ziel für Wochenendausflüge mit Kindern. Eine riesige Gartenanlage, beeindruckende Architektur, und natürlich der Märchengarten, in dem man auch als Gruppe zwischen 24 und 40 noch ganz schön Spaß haben kann. Vor allem, wenn man den einheimischen Schlossführer Thies dabei hat.

Das Schönste aber, was ich an diesem Wochenende erkannt habe? Die ubercrew, das ist schon einfach so ein Haufen Menschen, die ich liebe. Klar, in erster Linie arbeiten wir zusammen. Aber in zweiter Linie tun wir das mit ganz schön viel Herz. Das führt manchmal dazu, dass die Emotionen überkochen, vor allem nach einem langen Tag. Das führt manchmal dazu, dass wir an anderen Wochenenden nicht ständig zusammen durch die Gegend düsen. Vor allem führt es aber zu tollem Content, den wir mit euch teilen können und wollen. Und für mich persönlich zu der Erkenntnis, dass Baden-Württemberg jede Reise wert ist.


Vielen Dank für die Einladung an Baden-Württemberg Marketing und an Mercedes-Benz!

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