Wie führt man auf Dauer eine glückliche Beziehung? Wo hört Vertrauen auf und wo fängt Gewohnheit an? Was hat man sich nach vielen gemeinsamen Jahren noch zu sagen? Wie schafft man es aufmerksam zu bleiben – für sich selbst und für den Partner? Fragen, die wahrscheinlich so universell sind wie die Liebe selbst und die sich wohl jeder, der es schon mal ernsthaft mit jemand zweitem versucht hat, stellen musste. Auch die ganz großen, die Stars dieser Welt scheinen sich solchen Gedanken nicht entziehen zu können. Auf der Leinwand inszeniert hat sie jetzt niemand anderes als Angelina Jolie, der Tausendsassa aus Hollywood. Schauspiel, soziales Engagement und sechs Kinder bekommt die Gute unter einen Hut. Jetzt hat sie noch ein Drehbuch geschrieben und Regie geführt bei „By the Sea“, der am 10.12. in den deutschen Kinos anläuft. An ihrer Seite spielt Ehemann Brad Pitt und für zwei Stunden entführt sie die Zuschauer in eine Welt, die zumindest im Trailer so aussieht als wäre sie aus einem Modemagazin oder Musikvideo gefallen.

„By the Sea“: Ehekrise im Paradies einer vergangenen Zeit

Man muss ja zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können. Auf der Leinwand sind dann natürlich nicht Angelina und Brad, sondern das Ehepaar Roland und Vanessa, die den Sommer in einem malerischen Küstenort in Frankreich verbringen. Dass Urlaub nicht immer hilfreich ist für die Liebe, schreiben die Psychologen ja nicht erst seit gestern. Wo plötzlich Zeit ist, tauchen Konflikte auf, denen man dann nicht mehr so einfach aus dem Weg gehen kann. Das müssen auch Roland, der Schriftsteller und seine Gänsehautmachend-schöne Frau Vanessa, eine ehemalige Tänzerin, erfahren und stehen vor atemberaubender Kulisse plötzlich vor der Aufgabe, sich den ungelösten Problemen ihres eigenen Lebens zu stellen. Dass sie auf ihrer Reise auf das frisch verheiratete Paar Lea und François treffen, die vor junger Liebe nur so trotzen, hat für die festgefahrene Beziehung von Vanessa und Roland dann offenbar noch ganz eigene Konsequenzen. Da sind zwei, die an der Liebe leiden ohne sicher zu sein, ob sie denn noch lieben.

Angelina Jolie hat sich beim Setting für ihr Drama für die 70er entschieden, was ihr unweigerlich großartig steht und eine gehörige Portion Glamour bringt. Die Suite eines etwas herunter gekommenen Luxushotels, die gewundene Küstenstraße, die großen Sonnenbrillen, das azurblaue Meer im Hintergrund, es ist alles da. Wie gut die Story auf eine Dauer von zwei Stunden funktioniert, gilt es noch herauszufinden. Der Look des Trailers, der „By the Sea“ wie einen Film aus einer vergangenen Zeit wirken lässt und an das große europäische Kino der 60er erinnert, hat definitiv Wirkung auf mich. Ob Hollywood halten kann, was es da verspricht? Ich bin neugierig und werde es mir ansehen. Ihr auch?

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