Kennt ihr ihn? Diesen Moment zwei Tage vor Heiligabend, wenn ihr in diesem überteuerten Einrichtungsladen steht, die Stirn runzelt, einmal tief einatmet und die Kreditkarte hinlegt für einen völlig überteuerten Zier-Gegenstand, der spätestens in zwei Monaten in Vergessenheit geraten ist – nur, weil ihr nicht mit leeren Händen bei Mama aufkreuzen wollt? Oder – noch viel schlimmer – dieser Moment wenn ihr tatsächlich (jahrelang hieß es schließlich, Ich will keine Geschenke von euch!) mit leeren Händen unter dem Weihnachtsbaum sitzt, nachdem ihr das dritte großartige Geschenk ausgepackt habt und euch verflucht, dass ihr nicht wenigstens einen schönen Strauß Blumen mitgebracht habt?

Glaubt mir, eure Mutter kennt ihn auch. Diesen Moment, in dem sie ein Geschenk auspackt das zwar schön ist, aber nicht von Herzen kommt. Das euch offensichtlich eine halbe Monatsmiete gekostet hat, ihr aber – seien wir mal ehrlich – nichts bringt. Und nicht nur mit Mama geht es uns so, mit Oma und Opa ist es noch viel schwieriger. Die haben nämlich wirklich und ehrlich keinen Bedarf an Designblumenvasen. Aber stattdessen könnt ihr ihnen viel leichter eine Freude machen.

 

Alternative Geschenkideen für alle, die an Weihnachten kein Geld ausgeben wollen – und für die, die schon alles haben

Am Ende ist es doch so: Dass es uns bei manchen Menschen so schwer fällt, ein passendes Geschenk zu finden, liegt häufig daran dass diese Menschen schon alles haben, weil sie es sich selbst leisten können. Oder schon alles hatten, weil sie fortgeschrittenen Alters sind und durch Materialistisches schon lange nicht mehr zu beeindrucken. Und genau das ist der Knackpunkt. Denn genau diesen Menschen fehlt es häufig genau an einer Sache: An Zeit mit ihren Liebsten. Was also können wir denen schenken, denen man nichts schenken kann? Und was kann man machen wenn man verhindern will, dass Weihnachten zum Fest des Konsums wird – am besten schon etwas früher als zwei Tage vor Heiligabend?

Selbst backen statt Kaufen

Wenn ich doch zum Beispiel weiß, dass meine liebe Freundin Macarons über alles liebt – wie wäre es dann mit weihnachtlichen Lebkuchen-Macarons à la Jeanny, die ich ihr kurz bevor es an Heiligabend dunkel wird mit einem kleinen Briefchen vor die Tür stelle? Eingepackt in eine hübsche Keksdose und so, dass sie sie – falls das mit der Crème Brûlée nix wird – spontan als geplantes Dessert servieren kann.

Vorlesen statt Bücher zu verschenken

Egal, wie lang wir im Buchladen standen, wie viele Rezensionen wir gelesen und wie viele Cover wir angeschaut haben – Bücher zu verschenken wirkt leider immer etwas einfallslos. Stattdessen verschenken wir jetzt eine Eintrittskarte. Eine zu einer persönlichen Lesung, auf dem Sofa, mit Wolldecken und heißer Schokolade. Ich les vor, du hörst zu – mit geschlossenen Augen und einer schnurrenden Katze auf dem Schoß. Wie wärs?

Erinnerungen gehören an die Wand statt ins Fotoalbum

Natürlich kann nicht jedes Urlaubsfoto eingerahmt und an die Wand gehängt werden. Wie wäre es aber an Heiligabend überraschend mit einer Sternschnuppe, einem Herz oder einem Weihnachtsbaum aus ausgewählten Fotos, die mit Masking Tape an die Wand geklebt werden und die der beschenkte so lange wie gewünscht hängen lassen kann? Denn Fotos und schöne Erinnerungen sollten nicht im Dunkeln verblassen – und ein riesiger Spaß nach dem Weihnachtsdinner ist damit auch garantiert! Und pssst: Ein hübsches Fotoalbum fürs spätere Einsortieren kann man ja trotzdem noch dezent unter den Baum legen.

Lass uns spazieren gehen!

Wie schön die Winterwelt draußen ist. Wie toll, wenn es – wie in Deutschland meist üblich – ein paar Tage nach Heiligabend schneit. Oder dass wir, falls das mit dem Schnee im Stadtpark eher mau ist, nur kurz ins Auto steigen müssen um im Schwarzwald oder etwa in der Sächsischen Schweiz zu sein! Wie wäre es also mit einem festen Termin, an dem die Schneeschuhe und die Wollmützen gepackt werden für einen Tag im Schnee?

Türschmuck statt teurem Geschmeide

Die letzten Jahre haben wir Mama eine edle Kette geschenkt – wie wäre es diesmal mit einem selbst gemachten Schmuckstück? Keine Angst, ihr sollt ihr keine Fimo-Kette um den Hals binden, aber wie schön ist bitte ein selbst gemachter Weihnachtskranz? DIY-Krüppeln wie mir empfehle ich, dazu einfach einen Adventskranzrohling Zweck zu entfremden (gibts grade überall runtergesetzt) und ihn mit etwas (!) Sprühschnee, Hagebutten, Tannenzapfen und einer schlichten Weihnachtskugel zu verzieren.

Was verschenkt ihr an Menschen, die schon alles haben – oder die Weihnachten ohnehin zu konsumlastig finden?

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