Die Festtage sind rum, der Jahreswechsel ist auch, die ersten Vorsätze sind schon wieder in den Wind geschossen. Oder wer von euch war seit Neujahr drei Mal die Woche morgens in der plötzlichen Eiseskälte joggen? Trotzdem lässt das Bedürfnis nach der Beschäftigung mit dem eigenen Körper nicht nach. Wir haben Lust, uns neu zu erfinden – sowohl psychisch als auch physisch. Dementsprechend beschäftige ich mich gerade mit der Frage, wie ich das am liebsten angehen will, und da gibt es ein Thema, dass mich schon länger nicht loslässt. Und das heißt Ayurveda.

Klar, in erster Linie will ich mich (wieder) wohlfühlen nach all der Völlerei, und man könnte meinen, da würde ein bisschen Sport, etwas Yoga und ein bisschen Massage mit pflegendem Öl für die strapazierte Winterhaut reichen. Aber geht da nicht noch mehr?

Was ist Ayurveda?

Auch wenn es bei uns immer mit Wellness assoziiert wird – ursprünglich ist und bleibt Ayurveda eine Heilmethode. Vor allem in Indien wird das ganzheitliche Ayurveda höchstwissenschaftlich gelehrt und ersetzt in 90 Prozent der Fälle einen Gang zum Arzt! Während ayurvedische Heilpflanzen in Deutschland nicht als Arzneimittel zählen, gelten sie in Asien regelrecht als Medizin. Ayurveda basiert dabei auf drei Grundpfeilern, drei Lebensenergien, die im Körper ausgeglichen vorhanden sein sollten damit der Mensch gesund und lebenstüchtig ist: Vata ist das Bewegungsprinzip, bei Pitta geht es vorrangig um den Stoffwechsel, Kapha kümmert sich um unsere inneren Strukturen. Diese sogenannten Doshas sollten in einem je nach Patient individuellen Verhältnis zueinander stehen – und genau dieses wird von den Ayurveda-Ärzten ermittelt und dann durch eine passende Diät, Bewegungstherapie und reinigende Behandlungen erzielt.

Bilder via FTI

Eigentlich ist Ayurveda also eine regelrechte Lebensphilosophie – lebe immer so, dass deine Doshas im für dich passenden Verhältnis zueinander stehen. Iss nur bei Hunger, lass dem Körper genug Zeit zum Verdauen, iss nie in Hektik oder Eile, iss nur frische und saisonale Lebensmittel. Wasser muss abgekocht und nie kalt getrunken werden und jede Mahlzeit solle aus allen sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen zusammengesetzt sein. Was Mia und ich schon mal in einem mehrstündigen Workshop gelernt haben, lässt sich im Alltag aber denkbar schlecht umsetzen. Und da kommt die Idee Ayurveda Urlaub ins Spiel!

Ab in den Ayurveda Urlaub – was muss ich beachten?

Während wir uns hier vornehmlich mit Wellness- und Spa-Trips beschäftigen, auf denen wir uns drei bis vier Tage lang kneten und einölen und von der Sauna ins Dampfbad und wieder zurück treiben lassen, ist die Idee einer Ayurveda Reise denkbar ganzheitlicher. Und lässt sich deshalb auch nicht als ein Weekend Getaway durchsetzen. Folgende Dinge gilt es zu beachten, wenn man über eine Ayurveda Reise nachdenkt:

1. Zeit nehmen!
Eine Ayurveda Reise lässt sich auch gut als Ayurveda-Kur bezeichnen, denn mit einer Woche oder 10 Tagen ist hier niemandem geholfen! Zwischen 3 und 6 Wochen gelten als optimale Länge für eine Ayurveda Reise.

2. Seelisch und moralisch vorbereiten!
Wie schon gesagt: Ayurveda ist kein Wellness! Teilweise wird es auch mal unangenehm. Es gilt hier, durchzuhalten – auch unangenehme Behandlungsteile und Ernährungsphasen sind wichtig für die gesamte Wirkung!

3. Nach der Ayurveda Reise langsam wieder an den Alltag gewöhnen!
Wie nach jeder Reise ist besonders nach einer solchen Kur eine langsame Gewöhnung an die Gewohnheiten in der Heimat ratsam. Die Ernährung sollte wenn möglich dauerhaft umgestellt werden, der Stresspegel sollte erst langsam wieder steigen. Plant euch nach der Ayurveda Reise also wenn möglich noch eine Woche des Wiedereinlebens zu Hause ein!

Bestens vorbereitet und top motiviert? Wohin soll es dann gehen, wenn wir uns für einen guten Monat körperlich neu erfinden?

3 Ziele für eine Ayurveda Reise

  • Schön ursprünglich: Indien

Auch wenn wir bei Indien heute vor allem an Yoga denken: Ursprünglich wurde Ayurveda in Indien entwickelt – und bis heute gilt das malerische Kerala im Südwesten Indiens als eine der Top Ayurveda Destinationen. Ayurveda am Sandstrand? Warum eigentlich nicht! Wer sich nicht auf eigene Faust nach Indien traut, kann sich dabei auch an diverse erfahrene Anbieter von Ayurveda Reisen wenden.

  • Der Klassiker für eine Ayurveda Reise: Sri Lanka

Die Insel südlich von Indien habe ich schon im vergangenen Sommer lieben gelernt – während ich zum Surfen da war, reisten gefühlt 80 Prozent der Passagiere im Flieger in eins der unzähligen Ayurveda Resorts der Insel. Tatsächlich gilt Sri Lanka als das Ayurveda-Mekka dieser Erde, und dank dem angenehmen Klima (im Hochland ist es wesentlich weniger schwül als in den tieferen Lagen) kann ich mir das sehr sehr gut vorstellen!

  • Exotisch und grün: Ayurveda in Bali

Bali haben Mia und Thies ja schon ausgiebig erkundet – dass es auch hier großartige Ayurveda Zentren gibt, war den beiden neu! Tatsächlich habe ich mich bei der Recherche aber unsterblich in das COMO Shambhala Resort verliebt, in dem original ausgebildete Ayurveda Ärzte die Gäste behandeln. Ich möchte sofort hin – Mia, wie wäre es mit nem Girls Trip zum Entschlacken und Schnacken im saftig Grünen?!

Alle Bilder stammen vom COMO Shambhala Resort in Bali.

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