Es ist nicht der Moment, in dem ich wieder aus dem Flieger auf das eisige Rollfeld von Arvidsjaur in Nordschweden steige. Es passiert auch nicht, als wir gut gelaunt in der AMG Lodge in Arjeplog unser erstes Briefing kommen, was uns denn so erwarten wird. Nein. Der Ernst der Lage, in der ich mich da befinde, wird mir klar, als ich wenig später im Shuttle zur Garage sitze und Formel 1 Safety Car Fahrer Bernd Mayländer den riesigen Allrad-Sprinter schneller und präziser durch die verschneite Nacht prügelt, als ich das vermutlich mit jedem anderen Auto hinbekommen würde. Wir kommen um die Kurve und 8 Männer werden endgültig zu Kindern. Auf der Schneefläche vor uns: Rund 8000 PS, verteilt auf 16 Autos, mit denen wir gleich unseren Spaß haben sollten.

Losgelassen werden die wilden Biester aus Affalterbach nicht auf die öffentlichen Straßen. Nicht dass die Fahrzeuge nicht dazu in der Lage wären, den Spagat zwischen Leistung und Alltagstauglichkeit zu schaffen. Vielmehr sind es in diesem Fall wohl die Fahrer, die das Risikopotenzial in der brisanten Mischung aus Leistungsstarken Fahrzeugen und eisigen Winter-Bedingungen darstellen.

Jedes Auto fährt sich unterschiedlich

Um uns direkt zu Multitalenten auszubilden (eigentlich natürlich, um uns an die Mercedes-AMG Produktpalette heranzuführen), waren vier verschiedene Fahrzeuge im Einsatz: Der böse, heckgetriebene GTS, der es einem leicht macht, die Strecke im Spin zu verlassen, aber dennoch das schönste Auto ist, das man momentan auf den Straßen zu sehen bekommt. Der gewissermaßen verwandte und doch ganz andere C63S, der die 510 PS zwar auch nur an die Hinterachse bekommt, sich aber dennoch deutlich sicherer fahren lässt. Dann war da der CLS63 S mit permanentem, hecklastigen Allradantrieb. Gewusst wie bedeutet das, auf Schienen zu fahren. Das durfte ich auf dem Beifahrersitz von Instruktor Roland erleben. Zu guter letzt war dann noch mein AMG-Liebling im Einsatz: Die potente Pocket Rocket A45 mit Allrad und 381 Turbo-PS. Fun vom feinsten sag ich euch!

Das Learning: kennt man die Eigenschaften seines Fahrzeuges und das kleine Einmaleins des Fahrens auf Eis und Schnee, so ist einiges möglich. Nach einigen Erfolgsmomenten aber auch haufenweise Rückschlägen, in denen das Auto dann eben doch ein bisschen zu weit flutscht, konnte ich das Wochenende auch durchaus zufrieden beenden: Beide Instruktoren waren noch am Leben, konnten noch lachen und die finale Competition war ich auch ohne Fehler gefahren – wenn auch etwas langsamer, als ein paar andere. Was mich aber freut: Im finalen Drift konnte ich die volle Punktzahl erreichen und so blicke ich optimistisch in meine Zukunft als Gelegenheitsautofahrer!

Hobby-Rennfahrer oder nicht, Eis und Schnee-Fan oder nicht: Die Teilnahme an der AMG Driving Academy in Arjeplog ist ein absolutes Bucket List Ding, das jeder unbedingt erlebt haben sollte. Mehr Adrenalin ist schwer zu bekommen. Und auf ein Bier mit Bern Mayländer, allein das ist die Reise wert!

Tipps für die Car-Fotografie

Nachdem ich mich neulich mit ein paar Jungs über eben dieses Thema unterhalten hatte, wollte ich bei dieser Gelegenheit auch noch ein paar Tipps mit euch teilen, um ordentliche Auto-Fotos hinzubekommen. Mittlerweile schaut mein Portfolio da ja ganz ordentlich aus, Zeit ein paar meiner Tipps und Tricks mit euch zu teilen.

Die Verschlusszeit

Sie spielt in der Auto-Fotografie eine große Rolle, da es hier oft um Bewegung geht. Besonders anspruchsvoll: Scharfe Fotos von fahrenden Fahrzeugen schießen. Hier ist es wichtig, sehr kurz zu belichten – am besten im bereich von Tausendstelsekunden. Um dennoch genug Licht einzufangen einfach die Blende weit aufmachen und zur Not ISO hochschrauben. Und außerdem ist es einfacher, das Fahrzeug leicht von vorne oder hinten zu fotografieren, als direkt von der Seite.

Das Spiel mit der Umgebung

Hier gilt: Weniger ist oft mehr. Ein allzu unruhiges Setting lenkt vom Auto als eigentlichem Bildmittelpunkt ab. Besser ist es hier, eher ruhige und vor allem farblich konsistente Hintergründe zu nutzen. Ein AMG braucht schließlich keine besondere Kulisse, um zu wirken. Ebenfalls wichtig ist das vorhandene Licht: Man kann Gegenlicht nutzen, um Atmosphäre zu schaffen, aber auch mit der Sonne fotografieren, um die Linien des Autos nochmals härter darzustellen.

Das Equipment

Auch das ist hier ein wichtiges Thema. Für die Action Shots in Schweden hatte ich mit dem Canon 135mm 2.0 L ordentlich Brennweite im Einsatz, die aber dennoch lichtstark ist und eine hervorragende Abbildungsleistung besitzt. Die 135mm ermöglichen es, aus sicherer Entfernung zu schießen und trotzdem den Eindruck zu erwecken, sich mitten im Geschehen zu befinden. Für stehende Shots arbeite ich mit meinem Sigma 24mm 1.4 Art. Das ermöglicht es mir, auf relativ engem Raum klarzukommen und bei f1.4 Offenblende sind die Fahzeugdetails knackscharf, der Hintergrund aber dennoch schön verschwommen. So wird das Auto nochmals hervorgehoben.

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