Ich war lange nicht mehr so entspannt. Obwohl ich gerade eine Umzug manage, nebenbei einen kleinen Relaunch auf Helle Flecken plane und das Wochenende statt zwischen dringend auszupackenden Kisten im Flieger und am anderen Ende der Welt verbringe, kann mich gerade gefühlt nichts aus der Ruhe bringen. Kein Wunder – ich komme gerade aus zehn Tagen Urlaub wieder, zehn Tage in Kapstadt, zehn Tage, in denen ich endlich mal wieder so richtig abschalten konnte. Keine Social Media, außer wenn ich Lust darauf hatte, keine To Dos, keine Calls, keine Arbeitsmails. Leute, man kann noch so viele Wochenendtrips und Pressereisen unternehmen, aber nichts geht über richtigen Urlaub. Den sollten wir alle uns zwei Mal im Jahr gönnen. Wegfahren, ohne den Laptop mit den Arbeitsemails im Gepäck, ohne spontane Telefonkonferenzen auf dem Hotelzimmer oder zu recherchierende Themen im Hinterkopf.

Aber wie geht das? Wie können wir überhaupt noch abschalten? Zu oft sind gerade die Tage vor dem Urlaub mit Übergabe an die Urlaubsvertretung, Koffer packen und Visabeschaffung stressiger als die urlausbfreien Monate davor, und wir fragen uns schon ob sich das überhaupt alles lohnt. Was ist also zu tun, damit die Entspannung und das Loslassen nicht erst am fünften Urlaubstag einsetzt, sondern wenn möglich schon mit dem Schließen des Sitzgurtes im Flieger?

Die ultimative Checklist bevor es in den Urlaub geht

  • Rechtzeitig und clever buchen: Das Thema Geld verdirbt gut und gerne mal die Vorfreude auf den Urlaub. Es lohnt sich daher, sich spätestens 2 Monate vor Abflug mit den günstigsten Flügen und, wenn gewünscht, der Hotelbuchung zu beschäftigen. Dabei helfen zum Beispiel sogenannte „Travel Alerts“ wie die von Skyscanner, die Bescheid sagen wenn es gerade besonders günstige Verbindungen zu deinem Wunschziel gibt. Irgendwann heißt es aber einfach nur noch: Buchen, billiger wird es nicht mehr – am besten am Wochenende mit anonymisiertem Browserfenster und gelöschten Cookies – und das sollte man dann auch beherzt tun! Ich persönlich war eigentlich immer und gerne der „spontane“ Typ, habe diesmal aber gemerkt wie massiv meine Vorfreude auf den Urlaub wuchs (und das Stresslevel sank), seit wir Flüge und Unterkunft gebucht hatten!
  • Do your research: Ich bin absolut kein Fan von durchgetakteten Reisen – im Urlaub muss es entspannt zugehen, und wo wenn nicht hier kann man einfach so in den Tag hineinleben? Trotzdem schadet es, allein schon Vorfreude-technisch natürlich, nicht, sich ungefähr einen Monat vor Abreise mit den Must Sees des Urlaubsziels auseinanderzusetzen. Ist es nötig, vorab Tickets für besondere Spots zu buchen? Will ich einen mehrtägigen Ausflug unternehmen, für den ich Mietwagen und Zweitunterkunft brauche? Zu schade wäre es schließlich, auf dem Rückflug von anderen Reisenden von diesem ultimativen Highlight erzählt zu bekommen das man, wenn man sich ein bisschen besser informiert hätte, auch hätte sehen können? Für mich wäre das schon wieder der erste Stress-Faktor nach dem Urlaub ;)

  • Die Reisetasche im Kopf füllen – und besorgen, was dabei fehlt: Um zu verhindern, dass man den Tag vor Abflug noch hektisch durch die Innenstadt rennt um einen einigermaßen erträglichen Sonnenhut zu finden, und dann schließlich den ganzen Urlaub ein hässliches Kompromissexemplar auf dem Kopf trägt, empfiehlt es sich schon zwei Wochen vor Abflug eine gedankliche Packliste zu schreiben. Was habe ich noch zu Hause, was jetzt endlich seinen großen Auftritt bekommt? Was brauche ich dringend? Und ist in der ollen Sonnencremetube, die seit Monaten im Bad liegt, eigentlich noch was drin?
  • Let’s get serious: Wer hätte gedacht dass er existiert, aber jetzt kommt der Spießer in mir raus! Ich bin zwar absolut abenteuerfest, spontan und für jeden Spaß zu haben, aber ein bisschen Organisation und Vorbereitung für die Extreme sorgen dafür dass ich dabei nicht in Stress und Angstschweiß ausbreche. Step 1: Den Transport vom Flughafen zu ersten Unterkunft vorab organisieren! Gibt es einen Bus oder eine Ubahn, kann ich einen günstigen Transferdienst buchen? Ärgerlich, wenn man bei Ankunft so überfordert und übermüdet ist, dass man plötzlich dazu bereit ist ein überteuertes Taxi zu zahlen! Step 2: Bargeld am besten schon zu Hause umtauschen oder abheben. Man braucht es früher als gedacht, und am Flughafen zahlt man fast immer eine Gebühr dafür. Step 3: Dokumente kopieren und einscannen und sich selbst per Mail schicken. Obvious, oder?
  • Pack like a pro: Meine ultimative Packliste habe ich schon vor Ewigkeiten mit euch geteilt, und daran hat sich nichts geändert. Für wen das Packen weniger zur Routine gehört als für mich, dem empfehle ich schon ein paar Tage vor Abflug einen „Packstapel“ anzufangen. Was einem so in die Hände fällt und mit dem Gedanken „Das sollte ich mit in den Urlaub nehmen!“ verknüpft ist, wandert auf den Stapel. Ebenso wie schon mal die richtige Menge an Unterwäsche, der Bikini und die trittfesten Sneaker. Für alles, was wir jeden Tag benutzen und auch in den Stunden vor Abflug noch brauchen, unbedingt eine Last Minute Liste erstellen! Das mache selbst ich noch, weil ich dazu tendiere gerade Selbstverständlichkeiten wie Ladekabel, Kameraakku oder Make Up zu vergessen.
  • Für das eigenen Entertainment sorgen – und das schnelle Wlan ausnutzen: Schwache Internetverbindungen in Hotels oder an Flughäfen fürs Musikhören zu nutzen ist ziemlich sinnlos. Stattdessen die Offline-Funktion von Spotify nutzen, um die liebsten Playlists runterzuladen! Die Sicherheitskopien eurer Lieblingsfilme ;) solltet ihr auch aufs Tablet spielen, damit ihr sie beim Flug dabei habt falls das Entertainmentsystem spinnt, oder ihr dank Jetlag die erste Nacht vor Ort schlaflos verbringt. Sonst ärgert ihr euch entweder grün, oder riskiert im Extremfall teure Roaming Gebühren.
  • Talk to the locals: Es gibt unzählige Gründe, warum. Um zu erfahren, wo es das leckerste Essen gibt zum Beispiel. Aber auch, welches das sicherste Verkehrsmittel ist. Wie man Touristenfallen umgehen kann. In welcher Gegend man am liebsten wohnt – um sich einen Tag dort aufzuhalten und die Stadtszene zu beobachten. Im Idealfall um potenzielle neue Freundschaften zu schließen. Menschenscheuheit lohnt sich jedenfalls nirgends so wenig wie im Urlaub!

  • Das Zuhause so verlassen wie man es vorwinden will, wenn man wiederkommt: Sollte selbstverständlich sein, ist aber nur möglich wenn man die vorigen Punkte beachtet und am Tag vor Abreise überhaupt Zeit und Gedanken für sowas hat. Dazu gehört für mich: Den Kühlschrank ausmisten, alles verderbliche zu den Nachbarn bringen oder am letzten Abend in einem großen Resteessen verkochen! Backpulver im Kühlschrank und direkt vor Abreise auch in der Toilettenschüssel und der Küchenspüle verstreuen – das nimmt unangenehme Gerüche wie die nach altem Essen oder abgestandenem Wasser auf! Das Bett neu beziehen – nichts ist besser als nach einem langen Heimflug nur kurz unter die heiße Dusche und dann in ein frisch bezogenes Bett zu springen!

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