Nicht immer hat man ein großes Reisebudget oder viele Tage Zeit, um eine Stadt ausgiebig zu erleben. Deshalb 10 Tipps, wie ihr Kapstadt in wenigen Tagen und möglichst kostengünstig erleben könnt. Alle Tipps sind von unserer Redaktion getestet worden, sozusagen uberding approved.

#1 Verweilen auf dem Tafelberg

Ganz klar, das Wahrzeichen von Kapstadt ist Pflicht. Die Aussicht in 1.086m Höhe ist fantastisch, man kann sich einen Drink und Snack holen, den Rundumblick genießen und längere Zeit (am besten bis zum Sonnenuntergang) verweilen.

Wer keine Zeit für eine der vielen Wanderrouten auf den Tafelberg hat, der kann einfach die Seilbahn nehmen. Die 1.224m lange Auffahrt dauert knapp 7 Minuten und während dieser Zeit dreht sich die Gondel um 360°.

Auch in der Hochsaison ist die Wartezeit akzeptabel, jedoch sollte man immer vor Anreise das aktuelle Wetter checken. Der Tafelberg ist bekannt für seine ständigen Wetterumschwünge und bei starkem Wind fällt die Seilbahn aus.

  • Seilbahn: Erwachsene Hin-und Rückfahrt R240 (14,00 Euro) – online günstiger!

#2 Lion’s Head bei Sonnenuntergang

Wenn auf dem Tafelberg mal wieder das Wetter nicht mitspielen sollte, ist der Lion’s Head eine tolle Alternative. Außerdem tummeln sich dort oben weniger Besucher, da es keine Seilbahn gibt. Das ist ein schöner Nebeneffekt.

Der Löwenkopf lässt sich gut in 45 Minuten besteigen. Der bewachte Parkplatz liegt auf der Signal Hill Road und ist nicht zu verfehlen. Im Sommer kann der Aufstieg anstrengend sein – wichtig: genügend Wasser mitnehmen, da es keine Schattenplätze gibt. Der Aufstieg ist auch für Anfänger machbar. Die erste Hälfte ist noch leicht zu begehen, später wird es jedoch anstrengend aufgrund hoher Stufen.

Auf dem Gipfel in 665m angekommen, wird man mit einem unglaublichen 360° Ausblick belohnt (ich bekomme beim Schreiben wieder Gänsehaut). Vor allem zum Sonnenuntergang lohnt sich der Aufstieg, sogar bei Vollmond soll der Berg beliebt sein.

  • Kosten: keine! Jedoch etwas Geld für Getränke, Snack, Taschenlampe und Taxi (wir empfehlen Uber einzuplanen).

#3 Neighbourgoods Market in der Old Biscuit Mill

Wer gerne Märkte besucht, der sollte in jedem Fall die ‘Old Biscuit Mill‘ im Stadtteil Woodstock in die Reiseplanung mit aufnehmen. Die ehemalige Keksfabrik wurde liebevoll restauriert und beherbergt verschiedene Restaurants, Designer- und Kunstläden, Antiquitätengeschäfte, Cafés und Büros.

Vor allem der ‘Neighbourgoods Market‘ jeden Samstag ist zu empfehlen. Die perfekte Möglichkeit, um unterschiedliche Speisen kennen zu lernen. Es macht Spaß, an den unterschiedlichsten Ständen etwas zu probieren, sich mit den Locals zu unterhalten und einfach mal etwas zu schlemmen. Lecker!

Der Markt ist immer gut gefüllt doch die Stimmung ist sehr entspannt. Hier kann man sehr gut einen ganzen Mittag verbringen, der Live-Musik zuhören, das bunte Treiben beobachten und einfach die Stimmung auf sich wirken lassen.

  • Kosten: Eintritt frei
  • Öffnungszeit ‘Neighbourgoods Market‘: jeden Samstag von 9 – 14

#4 Weintour Stellenbosch

Südafrika ist berühmt für seine guten Weine. Ebenso sind die Weingüter ein Highlight und einen Besuch wert, auch für jeden Nicht-Weinkenner. In der gesamten Kapregion gibt es zehn verschiedene Weinrouten. Wir haben uns für die Spier Weingut in Stellenbosch, Groot Constantia und Beau Constantia entschieden.

Es werden Weinproben und Führungen angeboten, es gibt meist sehr hochwertige Restaurants und man lernt viel über den Anbau, die Produktion und die verschiedenen Weine. Die Weingüter sind wunderschön zwischen Gebirgslandschaften gelegen und jede Farm hat ihren eigenen Charme.

Tipp: mit dem Citysightseeing Bus die Purple Wine Tour abfahren:

  • Weinverkostung: R50 bis R90 (3,00 Euro bis 5,30 Euro)
  • Bustour: ab R180 (10,50 Euro) – online günstiger!

#5 Botanischer Garten von Kirstenbosch

Wer mal etwas Ruhe sucht, dem empfehlen wir den botanischen Garten von Kirstenbosch. Etwas außerhalb von der Innenstadt gelegen, jedoch gut erreichbar. Die 600 Hektar große Anlage ist zum größten Teil naturbelassen und bietet viele verschiedene gepflegte Themengärten. Nicht nur die Pflanzenwelt ist wunderbar, auch die Ausblicke zum Tafelberg und zum Umland sind atemberaubend.

Vor allem an warmen Sommerwochenenden pilgern viele Touristen, aber auch Einheimische in den Garten, um zu picknicken und die Idylle mit der ganzen Familie zu genießen. Von November bis April finden jeden Sonntag Konzerte statt, welche sich als einer der erfolgreichsten Freiluftveranstaltungen Südafrikas entwickelt hat.

Neu seit 2014: der ‘Tree Canopy Walkway‘. Ein 11m hoher Baumpfad, der durch die Wipfel der Bäume führt.

  • Eintritt: R55 (3,30 Euro)
  • Sommerkonzerte: 110 bis 175 Rand (6,60 Euro bis 10,50 Euro)

#6 Fahrradtour am Bloubergstrand

Mit dem Fahrrad am Bloubergstrand entlang cruisen, den Wind des Atlantiks spüren, die salzige Luft schmecken, die Sonne Südafrikas auf der Haut spüren und den Tafelberg im Hintergrund sehen. Hört sich verlockend an? Ist es auch.

Es gibt viele schöne Fahrradtouren in und um Kapstadt, die es zu entdecken gibt. Wir haben uns ein Cruiser Bike bei Fun Rides Blouberg geschnappt und sind mehrere Kilometer am Bloubergstrand entlang gefahren. Es manchen Tagen bläst ein ordentlicher Wind, jedoch sind die Strecken flach und man kann immer wieder anhalten, den Surfern zuschauen oder einfach ein Picknick machen. Tipp: einen Zwischenstopp beim ‘Blue Peter‘ einlegen.

#7 Picknick in Camps Bay

Camps Bay hat sich in den letzten Jahren zu einer der beliebtesten und teuersten Urlaubsziele in der Region Kapstadt entwickelt. Hier muss man nicht unbedingt residieren, jedoch lohnt sich ein entspannter Strandtag oder ein Sundowner in einem der vielen Cafés und Restaurants. Natürlich ist hier während der Hochsaison viel los, jedoch findet man immer ein ruhiges Plätzen.

Es gibt verschiedene saubere Sandstrände (Camps Bay Beach, Clifton Beach 1 – 4) und der Blick auf den Lion’s Head sowie die zwölf Apostel des Tafelbergs sind gigantisch.

Wir empfehlen euch einen Rucksack mit Drinks und Vesper einzupacken und vor Sonnenuntergang einen ruhigen Platz auf den Steinen neben den Stränden zu suchen. Die Küste wird in ein goldenes Licht gehüllt wenn die Sonne untergeht – ein Gänsehautmoment. Apropos Gänsehaut: wer sich abkühlen will – das Atlantikwasser ist immer eiskalt!

#8 Chapman’s Peak Drive nach Noordhoek

Der Chapman’s Peak Drive gehört zu einen der schönsten Panoramastraßen der Welt. Die 10 km lange Strecke von Hout Bay nach Noordhoek bietet zahlreiche Haltemöglichkeiten für einen atemberaubenden Ausblick auf die Küste. Die Strecke wurde seit 2000 sehr gut ausgebaut, jedoch gibt es immer wieder Sperrungen durch Felsabgänge oder wie im letzten Jahr Flächenbrände. Ist die Strecke jedoch freigegeben, sind die 114 Kurven ein Abenteuer.

Falls ihr kein eigenes Fahrzeug zur Verfügung habt, so empfehlen wir einen Halt im kleinen Fischerdorf Hout Bay (auch mit dem Cityseeing Bus erreichbar), um sich dort ein Uber-Taxi zu rufen. Für die Fahrt bis zum Aussichtspunkt Noordhoek Beach haben wir zu dritt pro Person nicht einmal 10 Euro gezahlt und konnten die ganze Fahrt entspannen.

  • Maut: R40 pro Fahrzeug (2,30 Euro)

#9 Ein entspannter Abend in der Bree Street

Nach wie vor gibt es viele Stimmen, die Kapstadt für unsicher halten. Natürlich gibt es Gegenden in und um Kapstadt, die man zu bestimmten Uhrzeiten meiden sollte. Wie in jedem Land sollte man sich informieren, einfach aufmerksam sein und gewisse Regeln beachten.

Mitten im Zentrum befindet sich die 3,2 Kilometer lange ‘Long Street‘, welche es schon seit 300 Jahren gibt. Hier trifft sich man sich zum Shopping, zu einem entspannten Café oder abends in einem der zahlreichen Restaurants, Bars und Jazzclubs. Vor allem die vielen Gebäude im viktorianischen Stil sind schön anzusehen.

Wir empfehlen jedoch (vor allem abends) die Bree Street, welche sich nur zwei Straßen weiter befindet. Hier gibt die weniger touristischen Optionen, die hippen Restaurants und Bars sind nicht so sehr überfüllt und auch die Stimmung ist entspannter. Man kann hier bis spät in den Abend bei einem guten Bier und einem leckeren BBQ Burger mit Locals zusammen im Biergarten sitzen und den lauen Sommerabend genießen, z.B. mit Musik von Sean Koch.

#10 Kochtour im Bo-Kaap Viertel

Natürlich könnten wir weitere grandiose Aussichtspunkte, einzigartige Märkte oder die schönsten Strände um Kapstadt beschreiben, jedoch sollte sich man bei Gelegenheit auch mit der Geschichte Kapstadts und den Menschen befassen. Eine Möglichkeit bekommt man hierzu im ältesten Viertel Kapstadts, genannt Bo-Kaap (Afrikaans; deutsch etwa: ‘Über dem Kap‘). Das Viertel ist besonders wegen seinen bunten Häusern bekannt. Besonders schön sind die Wale Street und Chiappini Street. Interessante Einblicke in die südafrikanischen Geschichte gibt das Bo-Kaap Museum. Dieses ist ebenso wie das ganze Viertel recht klein, man muss also nicht all zu viel Zeit einplanen.

Ein Highlight ist in jedem Fall die ‘Bo-Kaap Kochtour‘ mit Zainie Misbach. Durch seine eigene Bevölkerungsstruktur hat dieses Viertel eine ganz eigenständige Küche mit Einflüssen aus Indonesien, Indien und den Gerichten der europäischen Siedler entwickelt. Zaine zeigt liebevoll, wie Samosas (Teigtaschen) richtig gefaltet werden, wie man Masala (indische Gewürze) perfekt mischt und erzählt nebenher viele spannende Anekdoten aus dem Leben im Bo-Kaap.

  • Eintritt Museum: R20 (1,20 Euro)
  • Bo-Kaap Kochtour: ab R400 (ab 23,30 Euro)

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