Manchmal ist das Bloggerleben schon verrückt: Neulich war ich zum ersten Mal in Peking, zum ersten Mal in China, ja um ehrlich zu sein sogar zum ersten Mal in Asien. Knapp 48 Stunden befand ich mich auf asiatischem Boden, habe aus Zeitgründen aber weder die berühmte Chinesische Mauer noch die verbotene Stadt gesehen. Genau genommen ging es für mich quasi pausenlos um Autos – ich war auf der Beijing Motor Show, habe unendlich viel Zeit in Shuttles verbracht und durfte das Research and Development Center von Mercedes-Benz besuchen.

5 Dinge, die ich in 48 Stunden Peking gelernt habe

  1. Internet
    Gott, was bin ich froh, in Deutschland zu leben. Die Chinesische Internetzensur hat mich zur Verzweiflung gebracht. Entweder umständlich und langsam über VPN oder teuer über Datenroaming – das sind die einzigen Möglichkeiten, über Facebook, Instagram und Co. mit der Heimat in Verbindung zu bleiben. Schnell per Wetransfer ein paar Fotos verschicken? Fehlanzeige.
  2. Sprache
    Ca. 850 Millionen Menschen sprechen Mandarin – ich aber leider nicht. Da die Menschen in China aber zu einem Großteil aus sehr einfachen Verhältnissen stammen, fällt damit so ziemlich jede Form der Kommunikation flach. Ein Glück, dass wir auch da geeignete Leute an unserer Seite hatten.
  3. Design
    Auto-Designer zeichnen tatsächlich noch von Hand! Ich komme ja aus einer Architekten-Familie und bei der Planung von Gebäuden haben Stift und Papier längst ausgedient. Bei einer persönlichen Führung mit Mercedes-Benz Design-Chef Gorden Wagener konnten wir uns mit eigenen Augen davon überzeugen, dass der Weg eines neuen Fahrzeuges tatsächlich noch mit Zeichnungen von Hand beginnt.
  4. Carspotting
    Ich hatte damit nicht gerechnet, aber Peking ist ein super Ort für alle, die auf teure Luxusautos stehen. Ob V12 Mercedes, Maserati, Rolls Royce oder auch McLaren – in der chinesischen Metropole zeigen die Reichen gern, was sie haben.
  5. Verkehr
    Der chinesische Verkehr ist für unsere Augen pures Chaos. Zum Glück hatten wir einen Fahrer, sonst wäre ich wohl eiskalt daran gescheitert, dass jeder tut, was er möchte. Das stellt übrigens auch Autohersteller vor große Herausforderungen: Möchte man hier autonom fahrende Autos konstruieren, so muss man deutlich mehr Faktoren bedenken als bei uns.

Smart in die Zukunft

Apropos Verkehr: Im Rahmen der Beijing Motor Show hatte ich die Gelegenheit, mal ganz in Ruhe mit Annette Winkler, der Chefin von Smart zu sprechen. Spätestens seit ich in Stuttgart lebe, weiß ich die kleinen Flitzer (als Car2Go) echt zu schätzen und so nahm ich den Launch der potenten Brabus-Modelle der neuen Smart-Generation zum Grund, mal noch ein paar offene Fragen zu klären.

electric Drive

Annette Winkler ist sich sicher: electric drive wird sich durchsetzen, und das spüren auch wir gerade an jeder Ecke. Die bekannten Probleme werden nach und nach angegangen: Man sorgt für Lademöglichkeiten, arbeitet am Preis (Frau Winkler hat hier angedeutet, dass Smart da etwas tut und für die electric drive Version des neuen Smart an einer erschwinglicheren Schnellladefunktion arbeitet) und der Staat hat nun mit einer entsprechenden Prämie ebenfalls Anreize geschaffen.

Carsharing

Daimler möchte Car2Go weiter vorantreiben und mehr Menschen von den Vorteilen von Carsharing überzeugen. Dazu wird die Technik so weiterentwickelt, dass weniger Zeit durch das Öffnen und Verschließen des Fahrzeuges verloren geht. Überall wird es Car2Go aber nicht so schnell geben: Das Modell braucht die richtigen Städte, in denen eine ausreichende Dichte und auch eine gleichmäßige Verteilung der Fahrzeuge gewährleistet sein muss. In Los Angeles wäre das beispielsweise schwierig – aber vielleicht für einen Stadtteil wie Venice möglich, so wie das in NYC mit der Limitierung auf Brooklyn angegangen wurde.

Brabus

Yep, in Sachen Smart vertraut man in Performance Fragen ja bekanntlich Brabus – auch da man mit der eigenen Marke Smart nicht zu nah an Mercedes(-AMG) ranwollte und außerdem schon guten Kontakt zu Bodo Buschmann von Brabus hatte. Annette Winkler sagt dazu „bei Smart war es uns schon immer wichtig, dass man mit Smart-begeisterten Menschen zusammenarbeitet – Bodo ist so einer!“.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, besonders in der Cabrio-Version. Sportliche Kunden bekommen so 109 PS im flinken Zweisitzer, der auch qualitativ einiges hermacht. Von hochwertigen Mattlacken über aufwändig lackierte Felgen mit Felgenbändern bekommt jeder Kunde das, was er sich für ein echtes Lifestyle-Auto wünscht. Nur Annette Winklers ganz persönlicher Wunsch wurde ihr bisher nicht erfüllt: Ein Smart mit stylishen Weißwandreifen – wir fänden das auf jeden Fall Klasse!

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