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Tom Hiddleston, Sienna Miller, Luke Evans, Jeremy Irons gekleidet in der Mode der Siebziger Jahre und darüber hinaus verbindet sie noch etwas:

Ein Zukunftsversprechen aus Beton, das Wohnen zwischen Klassenkampf im Keller und wilden Partynächten im Penthouse.

Der diese Woche (seit 30.06.2016 in den deutschen Kinos) gestartete Kinofilm „High-Rise“, ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von J. G. Ballard. Was mir bereits während der ersten Minuten klar war: Das ist ein Film vor Ästheten! Regisseur Ben Wheatley und Drehbuchautorin Amy Jump haben hier sehr viel Liebe zum Detail auf die Leinwand gebracht. Nicht nur die Einrichtung des wuchtigen Hochhauses, sondern auch die gewählte Mode, die Farben und der Look des Films selbst lässt schnell abtauchen in die Londoner Vorstadt des Jahres 1975.

Filmtipp High-Rise: Die Story

Die Story selbst ließ mich in den ersten Minuten daher eher kalt, zu fasziniert war ich von der reinen Optik des Films, von einzelnen Haarstähnen, von Lippenstift und dem hier dargestellten Lifestyle dieser Zeit. Im Zentrum des Geschehens steht „Dr. Robert Laing“, ein Facharzt für Physiologie, gespielt von Tom Hiddleston, der neben den vielen anderen schillernden Charakteren des Films seinen Platz im neuartigen Betonbunker finden muss.

Der Film treibt die Thematik der Klassentrennung wortwörtlich auf die Spitze. So werden den elitäreren Mietern eine der oberen Etagen bereitgestellt, während ganz in der Spitze der Architekt Anthony Royal (gespielt von Jeremy Irons) haust. Obwohl „haust“ hier wohl der falsche Begriff ist. Fast unrealistisch präsentiert er seinen „Penthouse Garden“ ein kitschiges Cottage samt weißem Ross und schwarzem Schaf. Visionäre, Modernisten, nenne es wie du magst – der Fortschritt für alle Bewohner steht hier bestimmt nicht auf seiner Prioritäten-Liste.

Das hauseigene Schwimmbad und der hauseigene Supermarkt locken immer wieder mit weiteren Storys die den Einblick in die verschiedenen Klassen verdeutlichen.

High-Rise: Ein Zombiefilm der anderen Art

Auch wenn die Bewohner der unteren- und oberen Etagen scheinbar nicht viel gemeinsam haben, teilen sie doch alle ein Leid: Den materiellen und moralische Verfall dieser englischen Alptraum-Immobilie, aus der es augenscheinlich für niemanden ein Entrinnen gibt. Doch mehr möchte ich an dieser Stelle nicht zu unserem Filmtipp High-Rise verraten.

Nur eines noch: Wer auf Filme mit einer Optik wie „A Clockwork Orange“ und einer Story wie „Das große Fressen“ steht, sollte jetzt nicht am Kino vorbeigehen! Viel Spaß!


Danke für die Bereitstellung des Screeners. Bilder © DCM

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