„Ich weiß auch nicht so genau“, murmele ich unentschlossen. „Eigentlich ist schon alles in Ordnung… aber so richtig glücklich bin ich trotzdem nicht.“ Kennt ihr? Eigentlich geht es uns allen natürlich wahnsinnig gut: In unserem Land herrscht Frieden, die meisten von uns sind kerngesund, wir leben weit oberhalb des Mindestlohns und wissen: Das sollte uns ganz schön glücklich machen.

Dennoch kennen wir es alle – dieses diffuse Unwohlsein das wir nicht näher definieren können. Gedankenspiralen, die uns runterziehen. Menschen, die uns nicht gut tun. Gerade jetzt, wo das Licht weniger und die Tage kürzer werden, bleibt wieder mehr Zeit zum Grübeln, zum Dinge-zerdenken, wir sind weniger draußen unterwegs und daher per se weniger erfüllt von Glück. Genau der richtige Zeitpunkt also, um proaktiv gegen Unglück und schlechte Stimmung zu wirken!

Unser kleiner Guide zum Glücklich-Sein

  • Routinen schaffen! Gerade für mich Koffernomade wäre dieser Vorschlag lange Zeit Grund gewesen, verächtlich zu schnaufen und mit den Augen zu rollen. Und klar: Ich liebe meine Jobs und mein Leben ja genau dafür, dass sie mit Routine so gut wie gar nichts zu tun haben! Dennoch merkte ich in den letzten Jahren immer mehr, wie sehr mir so etwas wie ein Alltag doch fehlt. Und damit meine ich jetzt nicht, dass jeder von uns einen gleichförmigen Tagesablauf entwickeln sollte, sondern: Kleine Routinen pflegen! Sei es der Sonnengruß direkt nach dem Aufstehen, die ritualhafte Zubereitung des Frühstückskaffees oder ein Mantra, das wir uns morgens vor dem Spiegel vorsprechen. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere – uns tut es gut, sich auf etwas verlassen zu können.
  • Sich Zeit nehmen! Für sich und für andere. Ein knappes Telefonat während wir uns gerade unser Abendessen kochen? Noch schnell eine Viertelstunde durch den Wald rennen bevor wir nach einer Katzenwäsche am Schreibtisch landen? Lieber nicht! Auch wenn wir so vielleicht etwas weniger schaffen: Die richtigen Dinge mit Bedacht und viel Zeit auszuüben macht auf Dauer wesentlich glücklicher! Für mich gehört der morgendliche Ausflug in den Wald (inklusive Stretching und kleinen Kraftübungen auf der Strecke mindestens 45 Minuten!) vor einem langen Home Office Tag mittlerweile fest dazu, diese Zeit schenke ich mir. Will ich mit einer Freundin telefonieren mache ich mir vorher (!) einen Tee, sorge für Ruhe und schenke ihr das Gefühl, ganz bei ihr zu sein. So haben wir beide mehr von dem Telefonat!
  • Freundlich sein! Wie unheimlich wichtig das ist können wir uns alle denken. Wie war dieses Sprichwort mit dem Wald, wie es hinein- und wieder hinausschallt?! Ich weiß jedenfalls wie viel besser meine Stimmung den ganzen Tag über ist, wenn die Dame in der Bäckerei mich morgens freundlich gegrüßt und ich mich aufmerksam bedankt und ihr – ernsthaft und mit Blickkontakt! – noch einen schönen Tag gewünscht habe. Was noch dazu gehören kann hat Livia euch kürzlich hier vorgeschlagen.
  • Sich auf sich selbst konzentrieren! Nein, ich will euch nicht zu Egomanen erziehen – aber ich bin der Überzeugung dass es uns allen besser geht, wenn jeder auch ein Stück weit auf sich selbst achtet. Wenn wir aufhören, es allen um uns herum recht zu machen – das klappt sowieso nicht! – sondern stattdessen überlegen, was wir eigentlich wollen. Und ganz wichtig: Wenn wir endlich aufhören, uns mit anderen zu vergleichen! Und zwar schon gar nicht mit deren instagram-Profilen oder Outfitfotos. Klar stellt da jeder nur online, was ihn besonders gut dastehen lässt, teilt nur die Bilder, auf denen er von der Schokoladenseite getroffen ist. Konzentrier dich lieber auf dich selbst, deine Vorzüge und das, was dein Leben zu einem guten macht!

  • Nein sagen! Und zwar ohne schlechtes Gewissen. Hör auf, es allen recht machen zu wollen und andere über dein Leben entscheiden zu lassen. Klar fände es die Freundin toll, beim Single Urlaub auf Ibiza ein Winggirl an ihrer Seite zu haben – aber wenn dir viel mehr nach Wald und Stille ist statt nach Strand und Party? Bleib bei dir und triff deine Entscheidungen für dich allein. Deine Freundin mit einem kalten „Nein“ abweisen musst du natürlich nicht – erklär ihr deine Situation, und wenn sie wirklich eine Freundin ist wird sie dich verstehen und sich einfach eine andere Begleitung suchen.
  • Glücklich sein wollen! Letzten Endes ist das Ganze ja auch einfach Einstellungssache. Ich habe für mich vor ein paar Jahren beschlossen, dass ich keine Lust mehr habe immer mit dem Schlimmsten zu rechnen um bloß nicht enttäuscht zu werden, mich stattdessen lieber immer auf das Positive konzentriere. Das hat nichts mit Naivität zu tun, sondern einfach nur mit einer Art selbsterfüllender Prophezeiung – ich bin mir sicher, wenn ich positiv an eine Sache herangehe habe ich mehr davon, selbst wenn sie meine Erwartungen nicht erfüllt.
  • Los- und Veränderungen zulassen! Loslassen ist eine der größten Herausforderungen für viele von uns. Wir halten uns an unseren Erinnerungen fest, wir wollen oft, dass alles beim Alten bleibt (so kennen wir es schließlich, siehe Punkt 1). Leider führ das dazu, dass wir uns viel zu oft mit dem zufriedengeben was wir haben, auch wenn es uns nicht wirklich glücklich macht. Veränderungen sind gut! Schreibe dir eine Liste mit all den Dingen, ohne die du wirklich (!) nicht leben könntest. Ganz schön wenig, oder? Warum dann also die Angst, etwas zu verlieren? Mag sein, dass es etwas dauert bis du dich in der neuen Situation zurechtgefunden hast – aber Perfektion ist doch eh langweilig, oder?!

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