Männer in Anzügen sind meiner Meinung nach in drei Kategorien einzuteilen.

Kategorie A: Der Berufsanzugträger der zwar verstanden und akzeptiert hat, dass ein klassischer Zweiteiler in seiner Branche (Bank, Versicherung, Steuerberater) Pflicht ist, daraus aber nichts zu machen weiß und deshalb den immer gleichen, schlecht sitzenden Discounteranzug kauft – grundsätzlich in Schwarz, weil die Verkäuferin sagt das sei die sicherste Wahl.

Kategorie B: Der distinguierte Herr der weiß, dass ein Anzug immer was hermacht, seine volle Wirkung aber erst entfaltet wenn Sitz und Qualität stimmen, der sich das gerne auch ein bisschen was kosten lässt, aber abends dann doch lieber in die gute alte Levi’s 501 und ein Freizeitpolo schlüpft.

Und Kategorie C: Der Stilsichere. Der, der auch bei einem Anzug auf eine gewisse Coolness und seinen Style setzt, der, der weiß dass ein Anzug eben nicht ein Anzug ist, der, der auf die Schuhe dazu genauso viel Wert legt wie auf den knackigen Sitz am Hintern – und der Anzug trägt wenn ihm danach ist, was gerne auch mal an einem beliebigen Donnerstagabend sein kann. Männer wie Flo auf jeden Fall, aber auch Männer wie Thies, der hier ja auch schon bewiesen hat, dass er gerne in Strellson steckt – wenn auch selten im Anzug.

Kategorie C jedenfalls greift zu unbekannten Newcomer-Brands, aber auch immer gerne zu Boss Orange, zu Cinque – und zu Strellson. Die 1984 von den Holy-Brüdern umgekrempelte Mantelfabrik aus Kreuzlingen am Bodensee steht für innovative, selbstbewusste und dennoch nicht zu abgehobene Männermode, sie passt zur Schweiz, ihre Klamotten aber in jede Metropole der Welt.

Whether at work or leisure, in business or sportswear, in Switzerland, Hong Kong or Toronto – the world is shaped by men and their values. Against barriers, boundaries and prejudices about what is and isn’t “done“. For ideas, cooperation and global thinking. Men like this stand for an attitude to life. Just like Strellson.

So heißt es in der Selbstdarstellung des Unternehmens, und all das mag stimmen. Trotzdem hätte ich mit folgendem Clip von dem durchaus traditionsbewussten Haus sicher nicht gerechnet.

Ganz klar ist das Werbung. Ganz klar ist das hier ein Artikel, in dem es um Männermode geht. Auf den zweiten Blick ist das für mich aber Kunst. Der Clip von Joffrey Jans und Kai Kurve ist ein kleines Kunststück, er überrascht, ist jung, kreativ, unerwartet und einer der wenigen Clips, bei denen man nicht nach einer knappen Minute weiterklickt. Man bleibt hängen. Der Clip ist sozusagen unstoppable, und genau das ist die Mission dahinter: Make yourself unstoppable.

Auf Facebook und Instagram bekommen wir übrigens coole Behind the Scenes Einblicke in den Dreh des Kampagnen-Videos – und ich? Ich tanze jetzt noch ein bisschen zu MNEKs Coverversion des Freddie Mercury Klassikers Don’t stop me now durchs Hotelzimmer. Für meine Nachbarn hoffe ich, dass ich irgendwann wieder damit aufhöre.


Bilder via Strellson.

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