Es ist ein Freitagabend in Los Angeles. Wir stehen an einer Straßenecke des Broadway in Santa Monica und das einzigartig goldene Licht Kaliforniens verschwindet langsam hinter den Palmen, die hoch in den Himmel ragen. Es wird ein bisschen frisch in Shorts und T-Shirts, doch die Vorfreude hält uns warm. Wir warten nämlich auf unseren Kumpanen für die nächsten 8 Tage in Los Angeles.

Genaue Details wissen wir noch nicht, nur dass es ein Jaguar F-Type sein wird. Doch als wir ein paar Augenblicke später ein brachiales Grollen hören, strömt das Adrenalin wie verrückt durch unsere Körper. Das muss ein V8 sein, doch ist das auch unserer? Es stellt sich heraus: Das ist unser Baby, und was für eins! F-Type R AWD steht auf dem breiten Heck des Boliden, dessen Schlüssel wir in diesem Moment überreicht bekommen.

Böse oder zahm? Der erste Ausritt im Jaguar F-Type R AWD

Ein 5.0 Liter V8 mit Kompressor schlummert unter der Motorhaube der silbernen Rakete, 550 PS erzeugt er, die im ursprünglichen F-Type R allein auf die Hinterachse losgelassen wurden. Bei aller Erfahrung und Freude an der Sportlichkeit bin ich jedoch froh, dass man uns den F-Type mit Allrad überlässt.

Der nette Herr, der uns diesen bringt hielt es nämlich für eine gute Idee, uns diesen im Dynamik-Modus zu überlassen. So bekommt das ESP die lockere Leine und der ein oder andere Pendler oder Reifenquietscher macht die Fahrt zum Spaß für Männer.

Ein Sound, der glücklich macht

Ich habe bisher wohl selten so oft die Musik im Auto aus gelassen, um einfach nur dem Motorensound zu lauschen. Denn was beim Jaguar F-Type R an Soundkulisse geboten wird, ist einfach aus einer anderen Welt. Schon im Standgas brabbelt der V8 des Jaguar bei geöffneter Klappensteuerung böse vor sich hin, mit steigender Drehzahl entsteht dann ein Gewitter.

Doch unser ganz persönliches Highlight: Befindet man sich im manuellen Modus des Getriebes, dann brabbelt es aus allen vier Endrohren mehrere Sekunden lang nach, sobald man den Fuß vom Gas nimmt. Wir waren in L.A. mit unseren Freunden Valerie und Roman unterwegs, die im Cabrio hinter uns herfuhren. Nach der Fahrt meinte Valerie „ich konnte gar kein richtiges Gespräch führen, jedes Mal wenn euer Auto gefaucht oder geknallt hat, dann hat Roman nur selig grinsend ins Leere geschaut!“. Ich sehe das als Kompliment ans Auto!

Alltagstauglichkeit im Supersportwagen

Schalensitze und eine Beschleunigung von 0 auf 100 in nur 4,1 Sekunden – der F-Type R ist ein echter Supersportwagen. Doch in einer guten Woche in L.A. hatten wir auch ausgiebig die Möglichkeit, den sexy Renner auf seine Alltagstauglichkeit zu testen. Das Ergebnis: Wir waren erstaunt, wie gut sich der F-Type in jeder Situation macht.

Besonders auffällig dabei war der Stauraum. In den großen Kofferraum passt tatsächlich so einiges – weitaus mehr, als wir es von anderen Supersportwagen gewohnt sind. Dank Rückfahrkamera ist auch das Handling in der City kein Problem und auch der Komfort ist für ein Auto, das derart böse sein kann, absolut fein.

Ach und bei den Frauen kommt der F-Type R übrigens auch ganz gut an!

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