Stuttgart, Ende 2016. Die Morgensonne bricht durch den dicken Nebel der über der Stadt liegt und ich reibe mir die müden Augen einer frische gebackenen Mama.

Der Weihnachtsbaum steht dekoriert parat, die Grußkarten sind versendet und der Dezember ist doch sowieso wie ein leckerer Christstollen mit feinstem Puderzucker oben drauf. Oder doch nicht? Bei uns gibt’s trotz ernsthafter Vorsätze auch dieses Jahr keinen Weihnachtsbaum in unserer Wohnung und von Weihnachtsgebäck ist erst gar keine Rede. Dieser Dezember ist für mich eher eines: Ein Gefühlsbrei und ich bin mir sicher, es gibt ein Leben neben der Spur.

Vielleicht bin ich unleidlicher „als früher“. Meine Augenringe tiefer, mein Teint fahler, meine Stimme leiser aber meine Umarmung fester. Es gibt jetzt weniger „wir“ aber mehr „uns“. Aus uns zwei wurden drei, das tut der Liebe nichts ab, denn die vollkommene Liebe steckt oftmals in den kleinen Gesten des Alltags. Mir scheint es ein wenig banal an Tagen wie diesen über das Glück und die Liebe zu sinnieren. Zu müde, zu schwach, aber das Jahr und die aktuellsten Ereignisse haben wieder bestätigt, wie wichtig es ist zu lieben, sich daran zu erinnern wie schön das Leben ist und welches Glück wir haben, Tag für Tag. Ich sehe das vergangene Jahr in vielen Momentaufnahmen vor meinem inneren Auge. Ich sehe uns, wie wir Hand in Hand durch die weihnachtlich dekorierten Straßen schlendern, wie wir in Wollsocken auf dem Sofa sitzen, unsere Lieblingsserien zelebrieren und hin und wieder reißt uns eine ntv Push-Nachricht aus unserer eigenen, perfekten Welt. Nachrichten aus Istanbul, Nachrichten aus Berlin. Wir lauschen dem leisen Schnarchen unseres Sohnes und innerlich kämpft Angst gegen Liebe und Glück gegen Sorge.

Dieser Artikel soll kein Abschiedsbrief an ein turbulentes 2016 sein. Im Gegenteil. Genug der Abschiede, genug der „Neuanfänge“ – denn die hatten wir 2016 doch alle genug, oder?

Wo das Suchen aufhört und das Bleiben beginnt

Es soll ums Weitermachen gehen, um Zusammenhalt, um einen langen Atem, mein Artikel soll an die Liebe erinnern. Und vielleicht bin ich dieser Tage etwas ruhiger, besinnlicher, demütiger. Aber ich bin vor allem auch eines: Ich bin mir sicher. So sicher wie noch nie, dass der wahre Sinn des Lebens in der Liebe steckt und ohne sie alles außer Rand und Band gerät. Es ist zunächst die Liebe für sich selbst und die muss nicht gefunden werden im Töpferkurs, in der Origami-Stunde oder im akribischen Ausmalen von Mandalas. Die Selbstliebe beginnt ganz einfach in der Akzeptanz des Unperfekten und ähnlich geht auch die Liebe in einer Beziehung. Ich habe gelernt, starke Beziehung beginnt dort, wo wir aufhören zu Suchen, dort wo wir  „dran bleiben“, wo wir bereit sind zu Geben, Zusammenzurücken, Grenzen im eigenen Kopf abbauen und gemeinsame Ziele haben.

Die Liebe steckt in den kleinen Gesten

Es geht darum auch mal gemeinsam zu Zweifeln, traurig zu sein aber ineinander immer den nötigen Halt, seinen Anker, sein Zuhause zu finden. Vielleicht steckt die Liebe in kleinen Alltagsritualen, wie zum Feierabend mit einem kühlen Karamalz anzustoßen oder Gute Zeiten Schlechte Zeiten auf RTL anzuschauen. Die Liebe steckt in den kleinen Seufzern die mir entweichen wenn wir tagsüber kurz Zeit für eine Umarmung finden. Die Liebe steckt in dem Moment am Morgen wenn ich ein Klappern in der Küche höre und kurze Zeit später eine Hand durch mein Haar fährt und eine Tasse Kaffee auf meinem Bettkasten steht. Die Liebe steckt aber auch in der gemeinsamen Nacht und in dem besten Gefühl, wenn ich schlaftrunken merke, mir hat jemand die Decke über die nackte Schulter gezogen, mich nicht geweckt, nur zugedeckt.

Ich wünsche euch für 2017, dass ihr auch diesen „jemand“ findet und falls schon geschehen: Haltet ihn fest, die Liebe muss über allem stehen, denn sie gibt uns Kraft jeden Tag erneut über Wut, Ablehnung oder unendlicher Müdigkeit zu stehen. Sie gibt mir die nötige Kraft Nachts aus der völligen Erschöpfung aufzustehen und zum fünften Mal am Gitterbettchen meines Sohnes zu stehen und sie gibt mir Kraft trotz all dem Terror, der Trauer und der Angst überall, das Gute im  Jahr 2016 zu sehen. Die Liebe steckt im Großen und im ganz Kleinen, lasst sie uns nicht vergessen!


Das waren sie, unsere Weihnachtswünsche an euch (und uns) und damit unsere zweite Kolumne in Zusammenarbeit mit „LoveScout24“ zu Weihnachten 2016. Oft kommt die Liebe dann, wenn man nicht damit rechnet, oft finden wir sie zwischen den Zeilen und Pixeln im Internet. Vielleicht bietet LoveScout24 als  Deutschlands Datingportal Nr.1 dazu die Gelegenheit, und wenn dabei nicht die ganz große Liebe entsteht, genießt es doch einfach gemeinsam über das beste im Leben zu sinnieren und euch den Alltag durch Events und gemeinsame Reisen zu versüßen! Auf ein schönes, gemeinsames 2017!

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