Bei Essen und Israel müssen viele jetzt wahrscheinlich an Yotam Ottolenghi und seinen Bestseller „Jerusalem“ denken. Ich auch. Tatsächlich fiel der Name des israelisch-britischen Kochs während der Open Restaurant Week in Jerusalem kein einziges Mal. Stattdessen öffneten die Küchen der Stadt zum ersten Mal ihre Türen für Besucher – bisher hat das Festival immer in Tel Aviv stattgefunden – und gewährte in Workshops, Vorträgen und Events Einblicke in die
ansässige Food-Landschaft.

Was ist israelische Küche?

Ja, was genau ist also israelische Küche überhaupt? Zum einen fällt wahrscheinlich jedem recht schnell das Wort „koscher“ ein, wenn man an die orthodox-jüdische Bevölkerung Israels denkt. Verankert in der Tora existieren also gewisse Regeln zum Verzehr bestimmter Speisen. Bei Fleisch ist beispielsweise nur das von Tieren erlaubt, die zweigespaltene Hufe haben. Unter bestimmten Umständen geht auch Geflügel durch und Tiere aus dem Meer sind erlaubt, wenn Flossen und Schuppen vorhanden sind. Zudem ist der gleichzeitige Verzehr von fleischigen und milchigen Speisen nicht gestattet. Ein Klassiker der orthodoxen-jüdischen Küche, die ich während einer Tour durch ein streng gläubiges Viertel probieren durfte, wäre zum Beispiel Cholent, ein Eintopf, der seine Wurzeln im Sabbath hat, wenn Arbeiten wie auch Kochen nicht durchgeführt werden dürfen. Dann köchelt dieses Gericht bei vielen orthodoxen Familien auf dem Herd. „Koscher“ wird aber längst nicht überall praktiziert und auch von säkularen Juden oft nicht beachtet.

Eine schöne Definition, was israelische Küche denn nun ausmacht, habe ich in einem Vortrag von Chefkoch und Unternehmer Michael Katz gehört. Israel ist ein Einwanderungsland: neben der jüdischen Bevölkerung aus den unterschiedlichsten Ländern, leben auch viele Menschen arabischen Ursprungs hier. All diese Einflüssen finden ihren Weg in die Gerichte des Landes und der Teller wird am Ende zu dem Platz, wo eine friedliche Koexistenz möglich wird.

Wo man in Jerusalem gut essen kann

Neben den vielen Ständen auf den Märkten, gibt es natürlich auch noch mehr gute Adressen:

  • Dwiny Pita Bar: Eine kleine Location nicht weit von Mahane Yehuda. Hier steht die Besitzerin Dini am Herd und tischt herzhaftes Fingerfood auf, das sie selbst am liebsten mag und in vielen Jahren auf Reisen erprobt hat. Auf den Tresen kamen Osso Bucco auf frischem Pitabrot, das neun Stunden geschmort wird, panierte Zwiebelringe und selbst gemachter Arak, ein Anisschnaps. Die perfekte Location, um mit nahrhaftem Food in den Abend mit Freunden zu starten.

Dwiny Pita Bar

6 Beit Yaakov
Jerusalem

Öffnungszeiten: 

Mo-Mi: 12:00 – 00:00
Do: 12:00 – 02:00 Uhr
Fr: 11:00-17:00
Sa: geschlossen
So: 12:00 – 00:00

  • Station 9: In der alten Jerusalemer Bahnstation hat sich ein hipper Spot mit Restaurants, Shops und Freizeitmöglichkeiten entwickelt. Hier findet sich auch Station 9, eine tolle Anlaufstelle für asiatische Küche im historischen Jerusalem. Chefkoch Ron Fintsi, der argentinische Vorfahren hat und sich auf Reisen in Thailand inspirieren ließ, tischt pikanten Papaya Salat und Currys auf und kreiert eine Fusion zwischen asiatischen Einflüssen und israelischen Aromen.

Station 9

David Remez St 4
Jerusalem

  • Medita: Mein persönlicher Favorit war dieses Restaurant, das moderne, mediterrane Küche auf den Tisch bringt. Und davon reichlich. Der Tisch füllt sich beim Bestellen eines der Menüs konstant mit vielen Tellern zum Probieren und Teilen. Ganz großartig fand ich die Vorspeisen mit wunderbarem Foccaccia-Brot und Auberginencreme. Mhhhh!

Medita

101 Derekh Khevron
Jerusalem

  • Machneyuda: Wild, laut, ungestüm! So lässt sich diese Location unweit des Marktes Mahane Yehuda beschreiben. Ich habe hier Dessert gegessen, das eigentlich mehr eine Performance war, denn es wurde getanzt, gelacht und auf wilde Weise ein ganzer Tisch zum großen Dessertteller inszeniert. Wer Essen als Ereignis mag, das ist die Adresse!

Machneyuda

Beit Ya’akov St 10
Jerusalem

Öffnungszeiten: 

Mo-Di: 12:30 – 00:00
Fr: 00:00 – 16:00 Uhr
Sa: 00:00-16:00 und 19:00 – 00:00
So: 12:30 – 00:00

Wo man in Tel Aviv lecker essen kann

  • Blue Rooster: Wenn man die Business-Hochhäuser ringsherum betrachtet, könnte man nicht meinen, dass sich hier ein Restaurant mit so heimeliger Atmosphäre verbirgt. Auch hier füllte sich wieder der Tisch mit vielen Tellern zum Probieren und ich wünschte, ich könnte jetzt gleich den Löffel in die wunderbare Polenta mit grünem Spargel oder die Dessert-Kreationen tauchen.

Blue Rooster 

10 Nisim Aloni
Tel Aviv

Öffnungszeiten:

Mo-So: 12:00 – 00:00

  • The Prince: Ich liebe Rooftop-Bars und diese ist besonders schön. Schon der Aufgang ist eine kleine Art Gallery für junge Künstler und oben angekommen kann man dann drinnen und draußen gemütlich, aber stylisch bei Drinks sitzen oder auch kleine Gerichte essen. Ein DJ ist auch da. Für mich perfekt, um ins junge Tel Aviv einzutauchen!

 

The Prince

18 Nakhalat Binyamin
Tel Aviv

Öffnungszeiten:

Mo-Do: 17:00 – 01:00
Fr: 12:00 – 19:00
Sa-So: 17:00 – 01:00


Vielen Dank an das Israelische Tourismusbüro für die Einladung zu dieser Reise.  Und auch ein Dank an meine Blogger-Kollegen von kunterbuntweissblau und schlaraffenwelt für das geduldige Fotografieren, so dass ich auch mal auf dem ein oder anderen Bild zu sehen bin : ) 

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