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Eigentlich wollten wir „Die Frau im Mond“ anschauen, doch dann flimmerte „Moonlight“ über unseren Bildschirm und wir waren von Minute ein an gefesselt. Warum? Weil dieser Film anders ist. Das Thema ist nicht neu, aber das Storytelling, die Schauspieler und die gezeigte Atmosphäre und die mitwirkenden Schauspieler zeigen die Thematik dann doch in einem ganz anderen Licht. Apropos Licht, der Film basiert auf dem Theaterstück

„In Moonlight Black Boys Look Blue“

von Tarell Alvin McCraney. Mit Schauspielern wie Mahershala Ali, Naomie Harris, Trevante Rhodes und Janelle Monáe (die ich bis dato vor allem für ihren Stil und ihre Stimme geschätzt habe), wird nicht nur die Story, sondern auch die Optik des Films von mir gefeiert.

Zwischen Crack und Homosexualität

Ein kleiner, schwarzer Junge, aufgewachsen in der „Gosse“ wird gehänselt und versteckt sich irgendwo zwischen Dealern und Junkies. Keine neue Story. Aber dann sehen wir zwischen die Zeilen und die Geschichte trifft uns mitten ins Herz:

Wir lernen den neunjährigen Chiron, der von allen nur „Little“ genannt wird, kennen. Er leidet unter der Cracksucht seiner Mama Paula, und findet Verständnis und Halt bei Juan und seiner Freundin Teresa, die ihn immer wieder aufnehmen und zu seiner liebevollen Bezugspersonen werden. „Little“ wird älter und auch in der High School wird das Leben für ihn nicht einfacher. Sein bester, und wohl einziger Freund ist Mitschüler Kevin. Er vertraut sich ihm an und macht seine erste homosexuelle Erfahrungen mit ihm. Nach einer Schlägerei u.a. mit seinem besten Freund hat Chiron Ende 20 seine Opferrolle entgültig satt und wird zum ganz harten Typ mit Grillz, heißer Karre und seinem Job als (Überraschung!) Drogendealer. Er lebt sein „neues Leben“ bis er eines Tages einen Anruf von seinem ehemals besten Freund Kevin bekommt…

„Moonlight“ wird fast durchweg als Ausnahmewerk gefeiert und hat als solches große Chancen auf Auszeichnungen bei der kommenden Oscar-Verleihung am 26. Februar 2017.

Kinostart des Dramas „Moonlight“ in Deutschland ist am 09.03.2017! Danke an den DCM Filmverleih für den vorzeitigen Streamer für diesen Artikel!

Schon gewusst? Die Aufnahmetechnik für Farbfilme war bis in die 90er nur auf Weiße ausgelegt!

Es dauerte bis in die 1990er Jahre, bis Philips eine Kamera entwickelte, die auch die unterschiedlichen Hauttöne von Schwarzen akkurat abbilden konnte. Eines der ersten Formate, in welcher diese neue Technik zum Einsatz kam, war die Talkshow von  Oprah Winfrey!

Auch wenn die ganz großen Namen auf der Schauspieler-Liste von „Moonlight“ fehlen, und die Story, das Porträt eines schwulen Schwarzen in Miami eigentlich eine typische Indie-Perle ist, die auf irgendwelchen Film-Festival-Listen untergeht beweißt „Moonlight“ uns das Gegenteil. Der Film hat schon bei seiner Weltpremiere in Telluride im Herbst 2016 für solche Furore gesorgt und gilt jetzt neben „La La Land“ als größte Oscarhoffnung des Jahres! Wir sind gespannt!

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