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Stuttgart Hauptbahnhof, ich sitze im Zug, ein TGV und jetzt wisst ihr wahrscheinlich wohin es geht. Jep, ins schöne Paris. Das letzte Mal, dass ich dort war, ist schon über Zehn Jahre her. Schüleraustausch, 9. Klasse. Da konnte ich noch „gut“ französisch sprechen aber die Zeiten sind vorbei. Meine Sprachkenntnisse sind durch Nichtgebrauch eingestaubt und eingerostet. Ich bin trotzdem sehr gespannt auf die Stadt. 6:54, der TGV fährt los. Kurz Mails checken, meinen Instagram Feed anschauen, nochmal schlafen und drei Stunden später bin ich schon im am Gare de l’Est. Ich bin überrascht, dass war sehr angenehm und kurzweilig. Mal schauen wie ich vom Bahnhof ins Hotel komme.

Paris, Paris

Eingeladen wurden wir von den Renaissance Hotels, wovon es weltweit 160 Stück gibt und davon allein Sechs in der französischen Hauptstadt. Sie haben den Anspruch gehobenen Service zu bieten. Doch jetzt muss ich erstmal dort hinkommen. Ein Fahrer soll mich vom Bahnhof abholen und wird ein Schild mit meinem Namen halten, genauso wie in den Filmen. Ich halte Ausschau und sehe einen Mann mit Schild, Tausend Dinge stehen auf diesem, nur nicht mein Name. Weiter geht’s.

Am Ende des Gleises entdecke ich wieder ein Schild und in großen Lettern meinen Namen. Draußen wartet unser Gefährt, eine neue S-Klasse. Damit habe ich nicht gerechnet. Mir wird ein Wasser gereicht und los geht die Fahrt durch den chaotischen Verkehr der Großstadt. Mein Chauffeur steuert das Fahrzeug präzise durch die Masse an anderen Autos, LKW’s und die sich dazwischen befindenden Zweiräder, jeder Zentimeter wird ausgenutzt. Tetris für Fortgeschrittene. Wir unterhalten uns auf französisch, ich muss oft nachfragen, denn ich habe nur noch ein spärliches Vokabular. Aber mir jedem gesprochenen Satz wird es besser. Ein sehr netter Kerl, kommt aus dem Kosovo und ist seit fast Zwei Jahrzehnten in Frankreich. Leider habe ich seinen Namen vergessen.

Zimmer über La Défense

Das Hotel befindet sich direkt am Grande Arche in La Défense und wurde erst vor kurzem komplett saniert und zeigt sich in einem neuen Kleid. Von meinem Zimmer aus sehe ich den großen Bogen und die vielen Fußgänger, die sich hier ungestört vom Verkehr fortbewegen können. Über Drei Etagen verteilt befinden sich der Eingangsbereich mit Lobby und Rezeption, darüber sind Lounge, Restaurant und Bar.

Ein straffes Programm

Eine Nacht werde ich mit anderen Bloggern hier in Paris bleiben und wir haben viel vor. Nach einer kurzen Pause auf meinem Zimmer geht es direkt los zum Mittagessen. Dieses findet im Restaurant Balagan, welches erst eröffnet hat und sich im Renaissance Hotel Vendôme befindet, statt. Wir haben die Ehre, als erste Gäste überhaupt, noch vor der Eröffnung die israelisch/mediterrane Küche auszuprobieren und ich kann nur sagen, sehr, sehr lecker. Schon der Eingangssalat mit dem selbst gemachten Brot hat mich zu einem Nachschlag bewogen. Nach viel Wein und mehreren Gängen bester Speisen brauchen wir einen Verdauungsspaziergang.

Mit vollen Bäuchen laufen wir in der Gegend um den Place Vendôme umher, bis uns unser Transfer zurück zum Hotel bringt. Dort angekommen gibt es einen kleinen Empfang mit Cocktails an der Bar und die erste Überraschung. Wir dürfen den Ausblick über La Défense vom Dach des Hotels aus genießen. Bei Getränken, Fingerfood und einem Künstlerduo, namens NakedParis, die zusammen ein Gemälde erschaffen, können wir das langsam anrollende Unwetter beobachten. Dramatisch, mit dunkelschwarzen Wolken kommt es näher und näher, bis wir schließlich das Dach, aufgrund des starken Windes, verlassen müssen und die nächste Überraschung unten auf uns wartet.

Mit Enten durch Paris

Enten, nein, nicht die Tiere, sondern Citroën 2CV. Und zwar eine ganze Menge dieser Kultautos um alle vom Hotel zu unserem nächsten Programmpunkt zu bringen. Ich sitze mit Thomas und Clement, Zwei französischen Bloggern in einer Ente und es geht los. Wir stellen uns gegenseitig vor und nach der ersten Kurve verabschiedet sich schon unsere Ente. Das tut der Stimmung aber nicht weh, im Gegenteil, alle lachen. Nach ein paar Versuchen springt der Motor unter unserem Jubel an und wir fahren wieder. Der Rest ist natürlich schon weg und wir verfahren uns erstmal im chaotischen Abendverkehr. Mittlerweile regnet es in Strömen und weil die Ente eine Ente ist und keine S-Klasse, habe ich nasse Füße. Das klingt erstmal negativ aber das war es nicht, wenn man eine Fahrt in einer Ente durch Paris im Sturm irgendwo buchen könnte, ich würde es nochmal machen. Wir haben viel Spaß und bestimmte die beste Fahrt von allen. Nach ungefähr einer Stunde kommen wir am Wahrzeichen von Paris an.

Paris from above – eine Nacht auf dem Eiffelturm

Das letzte Mal in Paris habe ich es auch auf den Eiffelturm geschafft aber nur bis zur zweiten Etage, dann hat meine Höhenangst gemeint, dass ich nicht höher darf. Dieses Mal habe ich es nur auf die erste Etage geschafft aber nicht wegen der Höhenangst, sondern weil unsere Party hier im Salon Gustave Eiffel stattfindet. Gerne wäre ich dieses Mal ganz hoch gefahren aber dafür habe ich mich dieses Mal auf die Glasplatten gestellt, mit freiem Blick nach unten. Hoch über den Dächern der Stadt Teil einer exklusiven Feier zu sein, ist schon etwas Besonderes. Musik gibt es von DJ Feder, die Cocktails sind der Wahnsinn.

„42“ Die etwas andere Hochschule

Mit viel zu wenig Schlaf für so eine lange Nacht geht es am nächsten Morgen weiter. Erstmal im Hotel frühstücken und dann auf unseren Transfer warten. Wo es hingeht erfahren wir erst bei unserer Ankunft am Ziel. Wir stehen vor den Türen der Hochschule „42“. Von einem französischen Milliardär gegründet ist diese IT-Hochschule mit 900 sehr begehrten Plätzen, ohne Stundenplan und ohne Dozenten außergewöhnlich. Doch nicht nur das, architektonisch ist die Schule sowohl von außen, als auch von innen ein Hingucker. Viel Beton und Glas und ein freier Blick auf das Herz, den Serverraum im Erdgeschoss. Klingt jetzt erstmal grau und trist, ist es aber nicht, denn überall hängen Kunstwerke. Keine Gemälde aus dem 18. Jahrhundert, sondern Streetart. Teilweise wurden ganze Wände, auf denen die Kunstwerke erschaffen wurden, hierher transportiert. Das ist auf jeden Fall eines der Highlights hier und sicherlich eine angenehme Atmosphäre um zu studieren. Und wer sich gefragt hat, wieso die Schule 42 heißt: diese Zahl errechnet der Supercomputer in Douglas Adams Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“, auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“, nach einigen Millionen Jahren Rechenzeit.

Nach einem ausgiebigen Mittagessen im hoteleigenen Restaurant La Brasserie, habe ich noch etwas Zeit um mich frei zu bewegen und La Défense zu erkunden, denn wer mit dem Zug anreist, muss keine Zeit beim Security Check verschwenden, wie am Flughafen.

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