Es ist 19:10 Uhr, neben mir steht ein kalter Kaffee, meine Finger kribbeln und mein Büro-Tag beginnt. Ich bin froh nach einem Tag zwischen Baby-Patschehändchen, der Freude über den ersten Zahn und Windel-Wechseln noch ein paar Dinge von der To-Do Liste zu streichen und noch ein paar „Erwachsenen-Worte“ zu wechseln, auch wenn nur virtuell. Thies ist noch unterwegs und manchmal, ja manchmal, fühle ich mich zwischen den schmutzigen Mulltüchern, den halbleeren Brei-Schüsseln, dem Berg Wäsche und den ungeöffneten Mails ein klein wenig verloren. Ich weiß, dass das Jammern auf ganz hohem Niveau ist, denn wir haben ein absolutes Wunschkind bekommen, sind glücklich verheiratet und können uns im Moment weder gesundheitlich noch finanziell beklagen. Doch Selbstständigkeit und Mutterschaft sind trotzdem zwei traumhafte „Jobs“, die mehr als Disziplin und Energie von mir verlangen.

Ende Oktober 2016 hat für uns eine neue Ära begonnen. Erst im Jahr zuvor haben wir unsere GmbH gegründet, unsere Eigentumswohnung bezogen – und sind dann schwanger eingezogen. Viele Neuheiten, die vor allem eines bedeuten: Wandel, Verantwortung und jede Menge Mut für diese Schritte. Zeit für ein paar Worte zu den Gefühlen, die sich da unter meiner Haut verbergen, die meist auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Es ist ein Mix aus Träumen, Inspiration und Chancen, aber auch aus diesem unbesiegbaren Druck und den Sorgen über das Morgen – und oft auch über das „Jetzt“.

Meine Regeln, meine Geschichte, meine Entscheidung für dich

„Karriere und Familie lassen sich heute gut vereinbaren!“ – so die Aussage vieler. Das mag sein. Aber es ist verdammt hart. Ob ich gerne Mama bin? Natürlich, von ganzem Herzen und absolut frei gewählt! Ob ich gerne arbeite? Ja, ich gehe meinem Job leidenschaftlich gerne nach! Und zum Glück muss ich mich nicht für eine dieser Herzensangelegenheiten entscheiden, zum Glück darf ich hin- und herswitchen, aber das auch nur, weil ich es gewagt habe, meine Selbstständigkeit und Mutterschaft gleichzeitig auszuleben, obwohl es mich jeden Tag aufs Neue unglaublich viel Kraft kostet, obwohl ich so gerne während Neons Nap-Times auch lieber noch mal die Augen zumachen, oder die Füße hochlegen würde.

Es kostet mich Überwindung das Glück meines Sohnes für ein paar Stunden, die ich bei einem Kunden verbringe, aus meinen Händen zu geben und beißt und zwickt in meinem Herzen und Gewissen, wenn ich meine Aufmerksamkeit mal nicht 100%ig bei Neon ist, während ich versuche einen Artikel zu tippen und er seine ersten Krabbelversuche startet. Jede Mail, jedes Telefonat kommt mir dann vor wie ein kleiner Verrat.

Ihr glaubt nicht, wie wütend es mich bereits während der Schwangerschaft gemacht hat, als mich (größtenteils Frauen) darauf hinwiesen, dass ich doch jetzt in den „Mutterschutz“ gehöre. Was dabei niemand bedachte? Als Selbstständige „schützt“ mich niemand vor Überlastung, im Gegenteil. Auch „Elternzeit“ gibt es ab dem Moment, in dem du dich entschließt ein Unternehmen in Form einer GmbH zu gründen,  in diesem Sinne nicht mehr. Als eigener Chef müsste ich mich schließlich auch in dieser „Elternzeit“ bezahlen. Aber wie, wenn ich nicht arbeite? Es ist nicht so, dass ich nicht „manchmal ein bisschen müde“ bin, oder es eben hier und da mal nicht so flutscht. Nein, ich gehe ehrlich gesagt ziemlich oft an meine Grenzen. Fakten, die mir schon immer ganz logisch erschienen, treiben mich jetzt ab und zu in den Wahnsinn. Aber nur, weil es da eben diese „Regeln“ gibt, heißt es nicht, dass wir nicht unsere eigenen machen dürfen. Regeln, die mit uns wachsen und zu unserem eigenen Leben passen.

Und so teste ich Tag für Tag die fließenden Möglichkeiten, aber auch Grenzen dieses selbstgewähltem Modell aus Mutterschaft und Unternehmertum, dessen Summe am Ende mein Leben ist. Samstag-Morgen, 7:30 Uhr, der Kleine und ich sind seit einer Stunde wach, ich schnalle die Baby-Trage an und ab zum Biomarkt. Irgendwohin müssen wir ja, irgendwas wird um 8 Uhr schon aufmachen. Wir kaufen Zutaten für einen Kuchen. Auf’s Backen am Samstag-Vormittag, darauf hab‘ ich mich doch die ganze Woche schon gefreut. Und dann stehe ich da, schlage Eier auf und erkläre meinem Sohn in allerliebster Mama-Stimme die ganzen Schritte. In Wirklichkeit aber steht da gerade nur meine physische Hülle und macht irgendwas, um bloß nicht umzufallen und in einen lang ersehnten Tiefschlaf zu fallen.

Also wechseln wir uns ab: mit dem Schlafen, dem Spielen, dem Arbeiten. Aber Vollzeit-Eltern, das bleiben wir in jeder Sekunde, weil wir es lieben. Wir gleichen Kalender ab, wir sind froh darüber, gemeinsam flexibel arbeiten zu können, wir quetschen hier und da noch ein Erwachsenen-Date rein und werden noch effizienter, jeden Tag. Wir verquatschen uns nicht mehr am Telefon und nehmen nur noch Termine wahr, die unbedingt nötig sind. Und zwischen all dem Planen, Gähnen, den ungeahnten Zwischenfällen und der Einsicht, das dieses Zeitproblem bei berufstätigen Eltern wohl einfach ungelöst bleiben wird, schläft Neon plötzlich die erste Nacht durch und gleich anschließend die zweite. Sein erster Zahn ist auf einmal da und ich nehme ihn ganz fest in den Arm, er grinst und ich bin einfach nur dankbar und gar nicht mehr müde. Weil Mama sein eben doch der allerbeste Schritt war, den ich bisher gewagt habe! Ich bin in diesem Moment sehr stolz auf uns und das war meine ganz persönliche Geschichte zum Motto „#YOURMOVE“, inspiriert von der neuen Uhrenlinie „SKIN“ von Swatch.

Jedes Designdetail der SKIN dreht sich um #YOURMOVE und zieht seine Inspiration aus Träumen, Ideen und Chancen. Jedes Designdetail der SKIN dreht sich um #YOURMOVE und zieht seine Inspiration aus Träumen, Ideen und Chancen. #YOURMOVE steht dabei für Freiheit und legt den Fokus auf die entscheidenden Momente im Leben, in denen man sich vom Gefühl leiten lässt, Veränderungen konstruktiv angeht und sich auf das Unbekannte einlässt. SKIN steht für Selbstentfaltung, sowie die Kraft, Vertrauen zu fassen, nach den eigenen Regeln zu leben und ganz persönliche Geschichten zu schreiben. Genau wir wir selbst.

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