Natürlich lernt man bei jeder Reise dazu, nicht umsonst, sagen Thies und Mia immer wieder, dass das Reisen die beste Schule für den kleinen Mann Neon sein wird. Und auch mir geht es heute immer noch so – wer hätte gedacht, dass ich nach diesen Tagen in den Alpen weiß was ein „Patschn“ oder „Schlangenbiss“ beim Bike bedeutet!? Aber jetzt mal von Anfang an. Wir waren nach Kasspatzln und entsprechender Vorbereitung durch unseren Guide Picco bestens informiert und unterwegs in den Alpen.

Hilfe, ein Schlangenbiss!

Teilweise haben wir die Option zwischen zwei Wegen, der eine meist ein Schotterweg und der andere ein Singletrail. Da ich gerne meine Limits kennenlerne nehme ich den Singletrail. Steil geht es über Stock und Stein ins Tal. Die anderen sind um einiges schneller aber das ist ja auch das erste Mal für mich. Rollen lassen, bremsen, enge Kurve und wieder Geschwindigkeit aufnehmen bis zur nächsten Kurve.

Bäume, große Steine, Absätze, Wurzelteppiche stellen sich mir in den Weg. Mein Hinterrad fühlt sich schwammig an, ein Blick und ich sehe, dass der Reifen kaum noch Luft hat. Verdammt. Ich pfeife und keine Minute später heizt Picco den Trail schon wieder hoch. „Hast an Patschn?!“ Wir nehmen das Hinterrad ab, wechseln den Schlauch, pumpen ihn auf und weiter gehts. Das gehört halt dazu. Später klärt mich Picco auf, dass das ein Snakebite war. Da man im Gelände nicht mit voll aufgepumpten Reifen fährt, um mehr Traktion auf dem unebenen Gelände zu haben, kann es sein, dass der Reifen so weit zusammengedrückt wird, dass der Schlauch zwischen Felge und Untergrund gepresst wird. Pfffff. Zwei Löcher im Schlauch – ein Snakebite.

Ein E-Bike ist doch für Faule!

Man könnte ja meinen, dass man beim E-MTB einfach am Gashahn dreht und der Gaul einen den Berg hochschleppt, dem ist aber nicht so. Ganz abgesehen davon, dass wir keinen Gashahn hatten, funktioniert es folgendermaßen: je stärker man in die Pedale tritt, umso stärker ist die Unterstützung des Motors. Die Grenze liegt bei 25 km/h, danach tritt man zu 100% selbst in die Pedale.

Auch Kühe finden Fahrräder klasse

Bergauf, bergab, durch Wälder, über Felder, auf Schotterwegen in den Bergen, an Hütten vorbei. Die Route führt an wunderschöne Orte, teils mit einem fantastischen Panorama. Wir fahren auf alten Militärstraßen in den Bergen, die von Bunkeranlagen gesäumt sind. Immer wieder müssen wir halten, da Kühe unseren Weg kreuzen. Entweder sie sind verängstigt und rennen weg oder sind so neugierig, dass sie ganz nah zu uns kommen und unsere Räder unter die Lupe nehmen. So ein Lenker ist schon praktisch um sich daran zu kratzen.

Am vorletzten Tag fahren wir durch Bozen um dann anschließend durch die Weinberge zu unserem Hotel zu radeln. Doch hier ist der Tag noch nicht vorbei. Nach einer kurzen Erfrischung geht es wieder auf unsere elektrischen Drahtesel und in den Wald. Wir preschen im Schatten der Bäume über Singletrails bis sich vor uns blau-grün einer der Montiggler-Seen auftut. Habe ich vorhin von Erfrischung gesprochen? Das hier ist die wirkliche Erfrischung.

Eine Jause zu viel

Was gibt es besseres, als ein ausgeprägtes Abendessen nach einem langen Tag? Ein ausgeprägtes Abendessen auf einer Burg, mit Blick auf Bozen und die umliegenden Berge. Bei Bier und Wein quatschen wir, lassen den Tag Revue passieren und genießen den Ausblick. Als Vorspeise wird eine riesige Jause aufgetischt, an der wir uns schon satt essen. Die Hauptspeise, Knödeltris, ist dann eine ziemliche Herausforderung aber bei dem unglaublichen Geschmack kein Problem.

„Burgschenke Hocheppan“

Hocheppanerweg 16

39057 Eppan

Endspurt

Unsere Route führt uns auf der letzten Etappe bergab am Molvenosee vorbei und anschließend durch ebenes Gelände, meist auf Fahrradwegen, die äußerst gut ausgebaut sind. Hier zeigt sich nochmal die Funktionsweise der Räder. Da wir ständig über 25 km/h fahren, wird der Akku nicht beansprucht, nur unsere Beine. Bei bestem Wetter fahren wir dem Gardasee, unserem Ziel, entgegen. Die letzten M

 

 

eter fahren wir durch die Straßen von Turbel, wir werden euphorisch und die ersten Jubelrufe sind zu hören. An der erstbesten Möglichkeit am Strand halten wir, machen uns nackig und springen in das klare, grüne Wasser.

Am nächsten Morgen geht es früh zurück nach Innsbruck, wo uns eine weitere Jause erwartet. Bei Radler, Käse und einer Runde Tischtennis setzen wir uns nochmal zusammen. Es gibt keine Reden oder sonstige Ansprachen, denn wie Ambros es schon perfekt gesagt hat: „Es hat sich so angefühlt als wäre man mit guten Freunden unterwegs gewesen.


Danke an ASI-Reisen, die uns die Reise zur Verfügung gestellt haben.

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