Ulm? Zugegeben, die Universitätsstadt am Rande der Schwäbischen Alb steht bei Hipstern & Travellern nicht unbedingt weit oben im Kurs. Meist ist Ulm nur eins von vielen Autobahnschildern, die zum Beispiel auf dem Weg in die Alpen an einem vorbeiziehen. Aber warum eigentlich? Wir nehmen uns immer mal wieder vor, auch die deutschen Reiseziele und unbekannteren Ecken zu ergründen, und grade mit Nachwuchs macht es Sinn, statt einem Flug nach Barcelona vielleicht auch mal die easy mit dem Auto zu erreichenden Städte zu erkunden.

Also auf nach Ulm! Aber nicht zu irgendeinem beliebigen Zeitpunkt – nein, ausgerechnet zum klanghaften Schwörmontag fuhr ich eine gute Stunde über die Autobahn Richtung Donau um beim „Nabada“ nicht nur dabei sondern mittendrin zu sein.

Der Schwörmontag in Ulm: Erst Rechenschaft, dann Party!

Am 24. Juli war es soweit: Der Schwörmontag stand an, wie immer am vorletzten Montag des Juli. Er gilt als der Feiertag der Ulmer, an dem der Oberbürgermeister seinen Bürgern bei einer sogenannten Schwörfeier Rechenschaft über seine Erfolge und Misserfolge des vergangenen politischen Jahres ablegen muss. Nach dem Schwörmontag geht es für ihn in die kommunalpolitische Sommerpause – aber die muss er sich erstmal verdienen! Nach seiner Zusammenfassung des Jahres schwört er dann die sechseinhalb Jahrhunderte allen Schwörformel:

Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein in allen gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen ohne allen Vorbehalt, so wahr ihm Gott helfe.

Nabada – Wenn die Donau zum größten Schwimmbad der Republik wird

Nach der Schwörfeier selbst folgt aber das eigentliche Highlight des Schwörmontag: Das „Nabada“ (für alle Nicht-Schwaben: Das steht für Hinunter-Baden!) am Nachmittag auf und in der Donau, einer Art Karneval im Nassen. Feuchtfröhlich geht es hier zu, davon durfte ich mich überzeugen.

Auf diversen Plätzen der Stadt gibt es Livekonzerte, unter anderem auf dem Münsterplatz, auf dem am Sonntagabend eine große Open-Air-Party mit niemand geringerem als den Scorpions stattgefunden hatte! By the way, ihr einziges Deutschlandkonzert in 2017.

Auch abseits vom Schwörmontag einen Besuch wert: 8 Highlights in Ulm

Aber natürlich lohnt sich ein Besuch in Ulm auch an allen anderen Tagen im Jahr. Ich habe mich auch ein bisschen abseits des Treibens am Schwörmontag umgesehen und gemerkt, dass diese Stadt wirklich ein hübscher Ort ist! Sehenswerte Orte in Ulm sind zum Beispiel…

  • Das gotische Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt
  • Die Stadttore Gänsturm und Metzgerturm am Donauufer
  • Die neue Zentralbibliothek, die als Glaspyramide in den Himmel ragt
  • Das Fischer- und Gerberviertel mit dem Schiefen Haus, das als das schiefste Hotel der Welt gilt
  • Die verschiedenen Teile der Bundesfestung Ulm, die von der Geschichte der Stadt zeugen
  • Die Ulmer Stadtmauer, die schon 1480 in die Donau hinein gebaut wurde und heute als 600 Meter langer Promenadenweg dient
  • Die Friedrichsau, das Naherholungsgebiet, das auch beim Schwörmontag eine große Rolle spielt, weil hier die Kinder traditionell mit ihren Lampions unterwegs sind
  • Die Oberschwäbische Barockstraße ist 500 km lang und beginnt am Ulmer Münster, bevor sie Richtung Bodensee verläuft und sich dann in Österreich und der Schweiz verläuft

Wenn der Traum von fliegen wahr wird

Ein noch zu erwähnendes Highlight Ulms, welches mit der Technik der Moderne Einblick in die Historie der Stadt gibt, nennt sich Birdly.

Der innovative Flugsimulator mit 3D-Technik ermöglicht wie ein Vogel per Virtual Reality durch das Ulm des Jahres 1890 zu fliegen.

Bei eurem nächsten Besuch in Ulm solltet ihr euch dies nicht entgehen lassen.

Nähere Infos zu Birdly findet ihr hier.

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